GEISELWIND

Leserforum: Weite Teile schon nationalparkähnlich

Zum Vergleich Steigerwald/Bayerischer Wald in der Nationalpark-Diskussion:
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Holz,Wald
Baumstämme (Symbolbild)

Ein Vergleich des Steigerwalds mit dem Nationalpark Bayerischer Wald ist aus folgenden Gründen nicht sinnvoll:

1. Die höchsten Erhebungen des Steigerwalds weisen nur knapp 500 Meter auf, die angeführten Rachel und Lusen sind 1453 beziehungsweise 1373 Meter hoch.

2. Den Nationalpark Bayerischer Wald muss man als geografische Einheit zusammen mit Böhmer Wald, Oberpfälzer Wald und den angrenzenden Naturparks sehen, die insgesamt ein Zigfaches an Fläche aufweisen als der Steigerwald.

3. Der gesamte Bayerische Wald wird von keiner Autobahn durchschnitten wie der Steigerwald (A 3).

4. Der Bayerische Wald hat sich aufgrund seiner geografischen und geologischen Vorzüge in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer florierenden Urlaubs- und Wintersportregion entwickelt.

5. Durch die A 3 und die hinzugekommene A 70 (Maintalautobahn) wurde und wird der Verkehr von der früher als Lebensader wichtigen B 22 am Steigerwald vorbei beziehungsweise rasch durchgeleitet. Die mautflüchtigen Lkw aus Nachbarländern, die neben lokalem Verkehr noch auf der B 22 anzutreffen sind, bringen auch keine Übernachtungsgäste, geschweige nennenswerte Umsätze.

6. Der Streit um Naturpark oder Nationalpark Steigerwald ist nach meiner Überzeugung überflüssig, weil in weiten Bereichen bereits nationalparkähnliche Zustände herrschen und Holzeinschlag unter dem Deckmäntelchen „naturnaher Waldbau“ nur noch kommerziell betrieben wird. Zwei Beispiele hierfür sind der obere westliche Teil des Schwanbergs (Stadtwald Iphofen) und der südliche Teil der Abteilung Winkelschlag zwischen Großbirkach und Buch des Forstbetriebs Ebrach.

7. In den letzten Jahren habe ich geschätzte 100 Spaziergänge in den verschiedensten Teilen des Steigerwalds unternommen und als Förstersohn und fast lebenslanger Bewohner unseres Naturparks die Augen offengehalten. Einen Förster habe ich hierbei niemals zu Gesicht bekommen, stattdessen osteuropäische Waldarbeiter mit Harvestern und einmal zwei deutsche Waldarbeiter, die einschätzten, welche Bäume in der Umgebung des Zabelstein-Aussichtsturms „aus Sicherheitsgründen“ gefällt werden sollten. Auch Lokalpolitiker oder andere Größen habe ich dabei nicht gesichtet!

Das Fazit aus dem Geschilderten kann nur lauten, dass diejenigen, die mit viel Getöse um den Status des Steigerwalds streiten, diesen nicht oder kaum kennen. Folglich füllen die Diskussionen zwar die Zeitungen, sind aber von der Wirklichkeit vor Ort weitestgehend überholt.

Rolf Friedmann

96160 Geiselwind

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