Lebenshilfe plant nächstes Wohnprojekt

In der Schule und Tagesstätte hatte die Lebenshilfe nahezu wöchentlich neue Anmeldungen, weshalb die Bildung einer 10. Klasse unumgänglich wurde.
Lebenshilfe-Vorsitzender Karl-Heinz Rebitzer (von links) und sein Stellvertreter Johann Bittner zeichneten Michael Burkard, Tanja Korn und Marlene Pietzka mit Ehrenurkunden für 20 Jahre Vereinstreue aus.
 
von HARTMUT HESS

„Für uns ist das neue Bundesteilhabegesetz der Bundesregierung in der jetzt vorliegenden Form nicht akzeptabel“, meinte Geschäftsführer Manfred Markert in der Jahreshauptversammlung der Kitzinger Lebenshilfe.

Wie die Versammlung zeigte, leistet die Lebenshilfe hervorragende Arbeit für die Kinder und Jugendlichen mit Behinderung. Doch neue Gesetze und Verhandlungen mit Kostenträgern erschweren die Arbeit des Vereins mit seinen segensreichen Einrichtungen immer wieder.

97 Neuanmeldungen

In der Schule und Tagesstätte hatte die Lebenshilfe nahezu wöchentlich neue Anmeldungen, weshalb die Bildung einer 10. Klasse unumgänglich wurde. Für das kommende Schuljahr sind 93 Schüler angemeldet, was eine Steigerung um zehn Prozent bedeutet. Gleich um eine ganze Gruppe wuchs die Kinderzahl auf 119 in der heilpädagogischen Tagesstätte an.

Dass sich die Arbeit in der schulvorbereitenden Einrichtung lohnt, zeigt die Tatsache, dass im Kindergarten der Tagesstätte der Wechsel von zwei Kindern in einen Regelkindergarten angebahnt werden konnte. Eine gute Nachricht für Eltern hatte Tagesstättenleiterin Heike Schlee. Wie sie mitteilte, möchte die Lebenshilfe möglichst eine Ferientagesstätte einrichten.

Es sei geplant, ab 2017 für 20 Tage eine solche Ferientagesstätte anzubieten. In der Frühförderstelle waren im vergangenen Jahr 354 Familien vorstellig, wovon 97 Kinder neu angemeldet wurden. Eine Herausforderung bilden für das Personal um eiterin Brigitte Sauer-Geipel förderungsbedürftige Kinder mit Migrationshintergrund, die mehrsprachig aufgewachsen sind. Die Veränderungen in der Arbeits- und Lebenswelt würden sich dahingehend auswirken, dass der Anteil der mobilen Förderung von 45 auf 75 Prozent in die Höhe geschnellt ist.

Norbert Zinsmeister, Leiter der St. Martin-Schule, informierte, dass die Quote der Schüler mit hohen sozialen und emotionalen Förderbedarf stetig steige und mittlerweile schon 50 Prozent betrage. Die Schule stelle sich mit pädagogischen Konzepten und besonderem Sozialtraining auf die Herausforderung ein. Vorsitzender Karl-Heinz Rebitzer erinnerte sich an das vergangene Jahr, in dem die Lebenshilfe ihr 50-jähriges Jubiläum mit mehreren Veranstaltungen feiern konnte, wobei Geschäftsführer Manfred Markert sein Organisationstalent bewiesen habe.

„Die Leiter der unterschiedlichen Bereichen haben hervorragende Arbeit geleistet“, honorierte der Vorsitzende das Engagement der Verantwortlichen. „Ich möchte das Thema Wohnen hervorheben“, sagte Rebitzer. Er erläuterte, dass die Lebenshilfe in Kitzingen zwei Wohnhäuser in der Floßhafenstraße (erbaut 1999) und das in der Tannenbergstraße (2004 saniert) mit insgesamt 43 Plätzen hat.

Alle Zimmer belegt

Da alle Zimmer belegt sind und eine Warteliste besteht, habe sich der Vorstand auf die Suche nach neuem Wohnraum mit zeitgemäßen Möglichkeiten gemacht, um weitere Menschen mit Behinderung den Wunsch vom gemeinsamen Wohnen in unterschiedlicher Form anbieten zu können.

Jüngere Behinderte seien dank der langjährigen Förderung selbstständiger und hätten deshalb bestimmte Vorstellungen von der eigenen Lebensform. „Dem wollen wir Rechnung tragen und versuchen, hier Lösungen zu finden“, versprach Rebitzer. „Sobald wir ein geeignetes Objekt oder eine Immobilie haben, wollen wir ein neues Wohnheim anpacken“, erklärte Manfred Markert.

Der Verein ehrte heuer zwölf Mitglieder, darunter mit dem Iphöfer Eberhard Arnold einen Mann, der der Lebenshilfe seit 40 Jahren die Treue hält. Die Auszeichnung in Silber nach 20 Jahren überreichte der Vorsitzende an Michael Burkard, Monika Ebersbach, Christine Fuhrmann, Rudi Hess, Christel Kauppert, Tanja Korn, Marianne Klein, Heike Kraft, Dieter Krambeck, Jürgen Mandel und Marlene Pietzka.

Interessant war die Vorstellung von Schülern der 12. Klasse des Armin-Knab-Gymnasiums, die unter der Regie von Lehrerin Claudia Oerter-Roß an Projektarbeiten mit den behinderten Schülern arbeiteten. Dabei stellte sich heraus, dass viele Ängste unbegründet waren, die Gymnasiasten überrascht waren, wie lernfähig und begeistert sich die St. Martin-Schüler erwiesen und die Erkenntnis: Die behinderten Schüler tricksen oder schummeln genau so wie Nichtbehinderte auch.






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