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Kliniken arbeiten eng zusammen

Main-Klinik und Klinik Kitzinger Land wollen in Ochsenfurt ein gemeinsames Zentrallager bauen. Die Tage des Schwesternwohnheims sind deshalb gezählt.
Seit Jahren steht das Schwesternwohnheim an der Main-Klinik, bis dato das höchste Wohngebäude in Ochsenfurt, leer. Im Herbst rücken nun die Abrissbagger an.
 

Die Tage des ehemaligen Schwesternwohnheims an der Ochsenfurter Main-Klinik sind endgültig gezählt. Spätestens im Herbst soll das Hochhaus am Rande des Klinikgeländes einer gemeinsamen Logistikzentrale der beiden Kliniken in Ochsenfurt und Kitzingen weichen. Ein Zeichen dafür, dass die beiden Kreiskrankenhäuser in Zukunft eng zusammenarbeiten wollen.

Für den Geschäftsführer der Main-Klinik, Christian Schell, und den Vorstand der Klinik Kitzinger Land, Thilo Penzhorn, liegen die Vorteile der Kooperation auf der Hand. Durch größere Bestellmengen sollen günstigere Einkaufspreise erzielt werden. Vor allem für die Verbrauchsartikel, die in Krankenhäusern in großen Mengen benötigt werden: vom Verbandsmaterial über Inkontinenzartikel bis hin zu Klopapier.

Ein weiterer Punkt kommt hinzu: Die Kitzinger Klinik steckt mitten in der Sanierungsphase. Hinten und vorne fehlt es an Platz, sagt Thilo Penzhorn. „Wir verschwenden Platz für bepackte Euro-Paletten, den wir eigentlich medizinisch nutzen könnten.“ Dafür sei Klinikfläche zu teuer. 5000 Euro betragen die durchschnittlichen Baukosten pro Quadratmeter. In einem Industrielager sind es gerade einmal 800 Euro.

Nüchtern und zweckmäßig wie ein solches Industrielager soll auch die Logistikzentrale an der Main-Klinik sein. Der genaue Flächenbedarf wird zurzeit ermittelt. Christian Schell rechnet mit rund 300 Quadratmetern und Nettobaukosten zwischen 300 000 und 400 000 Euro.

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Derzeit nimmt man in beiden Häusern die Lagersortimente unter die Lupe mit dem Ziel, die Sortimente zu bereinigen und zu vereinheitlichen. „Allein durch diese Analyse rechnen wir mit einem erheblichen Einsparbetrag“, sagt Penzhorn. Später soll auch das Bestellwesen beider Kliniken über eine gemeinsame Software abgewickelt werden.

Die Geschäftsführer sehen die Kooperation als Beitrag zur Zukunftssicherung beider Häuser. Mit 205 Planbetten ist die Klinik Kitzinger Land zwar rund eineinhalb mal so groß als die Main-Klinik. In Branchenkreisen gelte aber auch das bereits als wirtschaftliche Untergrenze für ein Krankenhaus der Grundversorgungsstufe. „Den Ausleseprozess, der unter den kleinen Kliniken stattfindet, kann man nur bestehen, wenn man seine Kräfte bündelt“, so Penzhorn.

Das hat vor ein paar Jahren noch ganz anders geklungen. Damals wurden Kooperationsangebote zwischen kommunalen Kliniken von vielen politisch Verantwortlichen noch als Einmischung in innere Angelegenheiten empfunden, erinnert sich Christian Schell. Mit einer neuen Führungsgeneration sei inzwischen auch ein neuer Geist in die Kliniken eingezogen, meint Thilo Penzhorn.

2011 haben sich eine Reihe Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft zur Genossenschaft „Klinik Kompetenz Bayern“ zusammengeschlossen. Die Main-Klinik war dabei eine der treibenden Kräfte. Neben der gemeinsamen Interessenvertretung kooperieren die Häuser beispielsweise beim Qualitätsmanagement und bei der Weiterbildung.

2016 ist auch die Klinik Kitzinger Land der Genossenschaft beigetreten. Das habe die bevorstehende Kooperation erleichtert, so Penzhorn. Im Kitzinger Kreistag sei der Bau einer gemeinsamen Logistikzentrale einhellig begrüßt worden.

Im Landkreis Würzburg haben sich der Kreisausschuss und der Verwaltungsrat der Klinik-GmbH in der vergangenen Woche in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Thema beschäftigt. Auf Anfrage der Redaktion verwies Landrat Eberhard Nuß nach der Sitzung auf den Vorstand des Kommunalunternehmens, Alexander Schraml. Wie Schraml berichtet, entzündete sich die Debatte vor allem an den Begleitumständen beim Abriss des Schwesternwohnheims. Einige Kreisräte fürchten demnach eine hohe Belastung der Bärentalsiedlung durch den Baustellenverkehr.

Bereits im Zusammenhang mit der geplanten Generalsanierung der Klinik war die unzureichende Erschließung Thema im Kreistag. Das letzte Stück der Zufahrtsstraße ab der St.-Thekla-Kirche ist ein schmaler Privatweg im Eigentum des Landkreises. Der Landkreis sieht die Stadt Ochsenfurt in der Pflicht, für die angemessene Erschließung der Klinik zu sorgen. Im Kreisausschuss berichtete der Ochsenfurter Bürgermeister Peter Juks, dass inzwischen ein Planungsbüro damit beschäftigt sei, Vorschläge für den Bau einer neuen Zufahrtsstraße zu erarbeiten.

Das Schwesternwohnheim war Teil einer Schwesterschule, die früher an der Main-Klinik angesiedelt war, und wurde anschließend von der Klinikverwaltung genutzt. Seit dem Bau einer neuen Verwaltungstrakts steht es leer und kam erst wieder ins Gespräch, als der Landkreis vor zwei Jahren händeringend nach Notunterkünften für Flüchtlinge suchte.

Landrat und Klinikleitung verwehrten sich damals gegen den Vorschlag, Asylsuchende in dem Gebäude unterzubringen, weil eine Trennung zum angrenzenden Klinikbereich nicht möglich sei. Wegen des energetischen Zustands und des baulichen Zuschnitts gilt eine Sanierung des Gebäudes als wirtschaftlich nicht sinnvoll. Im Herbst beginnt nun der Abriss des Wohnheims. Die Logistikzentrale, die an seine Stelle tritt, soll bereits im nächsten Jahr in Betrieb gehen. Gleichzeitig wird auch ein altes Mehrfamilienhaus abgerissen.

Grund zur Eile hat die Klinikleitung wegen der bevorstehenden Generalsanierung. Die Pläne dafür werden derzeit erarbeitet und sollen bis zur Jahresmitte gemeinsam mit dem Förderantrag dem bayerischen Gesundheitsministerium vorgelegt werden. Spätestens bis zum geplanten Baubeginn im Frühjahr 2019 muss das neue Lager funktionieren.

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