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Keine „Goldgrube“ in Iphofen

Zwischen dem Würzburger Weingut Juliusspital und dem Weinbauverein Iphofen gibt es Streit um die Namensgebung einer neuen Premiumweinlage am Julius-Echter-Berg.
Farbenspiel der Herbstatmosphäre ohne Sonnenstrahlen in den Weinbergen um Volkach und der Vogelsburg.
 
„Das hört sich schon sehr arrogant an.“
Stadtrat Hans Brummer zum Lagennamen „Goldgrube“

Zwischen dem Würzburger Weingut Juliusspital und dem Weinbauverein Iphofen gibt es Streit um die Namensgebung einer neuen Premiumweinlage am Julius-Echter-Berg. Dieser Konflikt ist nun offen zu Tage getreten, als der Vorsitzende des Weinbauvereins Hansi Ruck sich am Montagabend im Stadtrat zu der Sache einließ. Den vom Juliusspital ins Gespräch gebrachten Namen „Goldgrube“ lehnt Ruck ab. „Wir möchten keinen Marketing-Gag, wir möchten seriös bleiben.“ Der Leiter des Weinguts Juliusspital, Horst Kolesch, sagte auf Anfrage der Redaktion, der Name Goldgrube sei Anfang 2014 von einigen Iphöfer Winzern vorgeschlagen worden.

In der Sitzung blieb unklar, ob Ruck ein Mandat aller Iphöfer Winzer hatte. Auf die Frage des Stadtrats Rupert Maier, ob Ruck mit allen Mitgliedern des Weinbauvereins gesprochen habe, sagte der Vorsitzende, er habe nur die Winzer kontaktiert, die von der neuen Lagebezeichnung unmittelbar betroffen seien. „Das ist ja klar, dass die dafür sind“, entgegnete Maier.

Dem Juliusspital und auch der von Ruck geführten Initiative geht es mit der Abgrenzung eines Teils der rund 60 Hektar großen Spitzenlage Julius-Echter-Berg um neue, exklusive Vermarktungsmöglichkeiten. Auf dieser Fläche sollen die Winzer künftig ihre Großen Gewächse ausbauen, die an der Spitze der Qualitätspyramide stehen. Den Unterschied zwischen der Großen Lage und der Ersten Lage hat Ruck am Montag deutlich gemacht: zehn Euro pro Flasche. Bislang sei die Unterscheidung aber kaum möglich: Weine beider Qualitätsstufen werden unter dem Namen Julius-Echter-Berg vermarktet.

Zur klareren Trennung soll es deshalb eine neue Lagebezeichnung geben. Der Weinbauverein habe „Innerer Echterberg“ vorgeschlagen, sagte Ruck in der Ratssitzung. Damit sei aber das Juliusspital nicht einverstanden. Stimmt, sagt Kolesch. Das habe mit Markenrechten zu tun. die das Juliusspital berührt sehe. Bürgermeister Josef Mend hatte erklärt, das Juliusspital könne die Rechte für den Namen Echter nicht exklusiv für sich beanspruchen. Kolesch hält dagegen: „Der Name ist eingetragen in Zusammenhang mit Wein und weinartigen Getränken und auch aktiv in Benutzung.“

So kategorisch wie das Juliusspital gibt sich aber auch der Iphöfer Stadtrat: Der Name „Goldgrube“ gehe gar nicht. „Das hört sich schon sehr arrogant an“, fand Hans Brummer. Mend erklärte: „Wichtig ist, dass wir nicht den Namen ,Goldgrube' ausgraben, der mal im Mittelalter gefallen ist und den niemand in Iphofen mit Wein verbindet.“ Kolesch stellte fest, der Vorschlag sei aus den Reihen der Iphöfer Winzer selbst gekommen.

Ruck hat sich als Weinbauvereins-Vorsitzender in der verfahrenen Situation an die Stadt gewandt, weil die bei Eintragung der neuen Lage – im Fachjargon Gewann genannt – erste Anlaufstelle ist. Sie muss ihren Segen dazu geben. Der Stadtrat hat sich auf die Seite der Iphöfer Winzer geschlagen und sich auf eine Art Resolution verständigt: Er appelliere in der Auseinandersetzung an alle Betroffenen, einen Kompromiss zu erzielen, und unterstütze im Zweifel die Mehrheit der Iphöfer Winzer. „Es macht wenig Sinn“, sagte Mend, „den einseitigen Vorschlag eines großen Weinguts anzunehmen.“

Das Juliusspital ist laut Kolesch zu Verhandlungen bereit. Er hoffe auf „Gespräche, in denen nicht vorher schon wieder alle Fakten feststehen“.

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