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Ihre Faschings-Gschichtli und Raritäten sind gefragt

Bei einem Forschungsprojekt zum närrischen Treiben in Stadt und Landkreis setzen die Macher auf die Mithilfe der Bevölkerung. Was Sie tun sollen:
60 Jahre alt sind diese Fotos vom „Karneval in Kitzingen“. Solche Schätze suchen das Forscherteam.
 
von NORBERT HOHLER

Der Würzburger Kabarettist Erwin Pelzig hat uns schon viele schöne Gschichtli erzählt: Von seinen Freunden Hartmut und Doktor Göbel, vom Irrsinn des Lebens im Allgemeinen – und auch vom Faschings-Wahnsinn im Besonderen.

Doch jetzt ist kein Profi gefragt – nein: Sie sind dran, sollen ihren ganz persönlichen Beitrag zu einem neuen Forschungsprojekt („Regionale Identität und Bräuche – Fastnacht im Kitzinger Land“) leisten.

Gesucht werden schaurig-schräge Faschings-Geschichten aus Kitzingen und dem Umland, zum Beispiel über Prunksitzungen und Umzüge, kuriose Vorfälle und Bräuche, traditionelle Büttenreden und Tänze, ungewöhnliche Orden oder Kostüme, alte Bilder oder Filme – egal ob in schwarz-weiß oder in Farbe.

In Schubladen und Kellern

„Was auch immer bei Ihnen zu Hause über den Fasching im Landkreis in Schubladen oder im Keller schlummert – trauen Sie sich bitte“, sagt Projektleiterin Romana Wahner aus Sulzfeld, die ganz gespannt ist, was die Leute so alles ausgraben. Selbst hat die Kunsthistorikerin beispielsweise Fotos aus dem Kriegswinter 1940 gefunden, die verkleidete Menschen auf Skiern (!) beim närrischem Treiben in ihrem Heimatort zeigen. Beim Sulzfelder Umzug 1974 wurde der Forderung nach einem Kinderspielplatz mit mehreren Transparenten Nachdruck verliehen.

Ideal wäre laut Wahner, wenn Leute, die Geschichten und/oder Exponate haben, zum Info-Abend (Dienstag, 26. September, 18.30 Uhr) ins Fastnachtmuseum kommen. „Dort wird das Projekt von den Beteiligten ausführlich vorgestellt“. Beteiligt sind das Bayerische Heimatministerium (Bereich Regionalmanagement) mit dem Löwenanteil von 80 000 Euro. Je 10 000 Euro steuern bei der Landkreis Kitzingen und die Stiftung „Fasching, Fastnacht, Karneval“ als Träger des Museums.

Die Vielfalt erlebbar machen

Sinn der Gemeinschaftsarbeit, an der auch Museumsleiterin Daniela Sandner und Regionalmanagerin Maja Schmidt beteiligt sind, ist es, die Bedeutung und regionale Vielfalt der „Fastnacht im Kitzinger Land“ zu erfassen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Ein Nebeneffekt könnte die Entdeckung, der Erhalt oder die Wiederbelebung von teilweise vergessenen Fastnachtsbräuchen sein, hoffen die Verantwortlichen. Die Zeitschiene soll dabei nicht nur die Vergangenheit betreffen, sondern auch die Gegenwart. „Die wird ja leider oft vergessen“, findet Daniela Sandner.

Realistische und schräge Ideen Willkommen seien überdies Ideen zur Fastnachts-Zukunft – realistische genauso wie völlig schräge. „Das Ganze soll schließlich dem Thema entsprechend ja auch lustig werden,“ hofft Romana Wahner. Im August 2018 sollen dann Dokumente und Exponate in einer Sonderausstellung im Deutschen Fastnachtmuseum gezeigt werden.

Übrigens, keine Sorge: Es geht nicht darum, dass Dokumente, Orden oder Bilder dem Museum überlassen werden sollen. „Wir scannen die Sachen ein. Jeder kann seine wertvollen Schätze dann gleich wieder mit heim nehmen“, stellt Daniela Sander vorsorglich fest.

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