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Großer Besuch im kleinen Papiertheater

Per Brink Abrahamsen hat schon mit der dänischen Königin zusammen gearbeitet
Per Brink Abrahamsen und Gabriele Brunsch beim Sichten der Schätze im Kitzinger Papiertheater.
 

Papiertheater? Was soll das denn sein? Wer einmal bei Gabriele Brunsch in der Grabkirchgasse vier zu Gast war, der hat einen unvergesslichen Eindruck. Was im 19. Jahrhundert eine Spielerei für die gebildeten Stände war, das ist heute eine Kunstform geworden.

Früher kaufte man Bastelbögen mit Theaterkulissen, aus denen sich zu Hause en miniature eine kleine Bühne basteln ließ, mit Papiermännchen als Schauspielern – und schon konnte man dem Nachwuchs auf spielerische Art Goethes Faust nahebringen. Oder berühmte Opern. Die Bastelbögen gibt es heute noch zu kaufen und zu sammeln. Und es gibt auch Spieler, die sich um liebevoll restaurierte, traditionsgetreue Aufführungen kümmern. Aber es gibt auch die jungen Wilden. Sie basteln ihre Kulissen selbst, entwerfen Stücke und Figuren, nehmen komplexe Tonspuren auf mit eigens komponierter Musik. Und sie schauen, was sich auf einer knapp Din A3 großen Bühne aus ein paar Stück Papier herausholen lässt, an Überraschung, an Poesie, an Zauber.

Zu dieser Fraktion gehört Gabriele Brunsch. Nicht zuletzt deshalb erhielt sie letzte Woche Besuch von einem der größten und bekanntesten europäischen Papiertheatermacher. Per Brink Abrahamsen ist in der Branche und ihren internationalen Foren ein Name von Gewicht. Der gelernte Dramaturg und Theatermann kannte die große Bühne, ehe er in Aarhus in Dänemark ein Papiertheater eröffnete, das Teil des städtischen Theaters ist. Dort hat er – parallel zur großen Oper – Wagners Ring inszeniert. Dort zeigte er seine Bearbeitungen der Werke Tania Blixens. Und er fand eine berühmte Mitstreiterin in der Dänischen Königin, die für eines seiner Stücke die Ausstattung schuf und ihn einlud, mit seinen Figuren in einer bekannten dänischen Märchenfilmproduktion mitzuwirken.

Neugier auf Neues

Per Brink Abrahamsen ist trotz seines hohen Alters mit Festivalbeiträgen, Vorträgen und Artikeln unterwegs und immer noch neugierig. Auf dem Weg zur Jahreshauptversammlung des deutschen Vereins Forum Papiertheater e.V. in Darmstadt hat er deshalb einen Halt in Kitzingen eingeplant, um Gabriele Brunschs Bühne zu besuchen.

Interessiert betrachtet und diskutiert er die Sammlerstücke, datiert eine Neuerwerbung, die Gabriele Brunsch bislang nicht einordnen konnte, lässt den Zuschauerraum auf sich wirken und inspiziert dann mit Fachkenntnis die Bühnentechnik. Nebenbei fließt das Gespräch, man lacht über Erinnerungen, lästert ein wenig über die Kollegen, spricht über Pläne und auch über die Zukunft der eigenen Kunst.

Während Gabriele Brunsch eine entschiedene Vertreterin der Freiheit ist, gehört Abrahamsen zur Partei der Traditionalisten – oder besser, wie die beiden sich nach sympathischer Diskussion einigen: zu den Modernisten „mit großen traditionellen Schuhen.“

Ehe die beiden gemeinsam nach Darmstadt zum Treffen der Branche reisen, gibt Gabriele Brunsch eine Kostprobe aus dem derzeitigen Stück „Die heimlich-unheimliche Geschichte von Jorinde und Joringel“. Sie hat den kurzen Märchentext so bearbeitet, dass eine 45-minütige Geschichte entstanden ist, untermalt von ihren betont einfachen Bildern und der Harfenmusik, die Julia Rosenberger extra dafür komponierte. Die magische Situation des Vorlesens, als man auf Mutters Schoß saß und aus den winzigen Bildern eine ganze Welt entstand, die wollte sie wieder aufleben lassen. Ob es gelungen ist, kann jeder selbst entscheiden.

Die Termine findet man auf der Homepage www.papiertheater-kitzingen.de. Die nächsten Aufführungen sind am 20. und 21. Mai sowie am 4., 10. und 11. Juni.

Im Juli folgt dann das Stück "Flussgeschichten" in der Kitzinger Veranstaltungsreihe "Kulturzeichen 2017", die im Zeichen des Wassers steht.



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