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Gläubige lassen Kräuterbüschel segnen

Ein schöner Brauch ist es in den katholischen Gemeinden, an Maria Himmelfahrt Kräuter zu einem Strauß zu binden und in der Kirche segnen zu lassen. Woher kommt er?
Viel Spaß beim Kräuter suchen hatte Silas Heinlein aus Sommerach.
 

Das Fest Maria Himmelfahrt wird am Dienstag, 15. August, gefeiert. Ein gesetzlicher Feiertag, aber nicht überall in Bayern. Nur in überwiegend katholischen Gemeinden ist frei und das ist im Landkreis in: Dettelbach, Nordheim, Volkach, Sommerach, Schwarzach, Prichsenstadt, Wiesentheid, Großlangheim, Biebelried, Sulzfeld, Willanzheim, Seinsheim, Geiselwind und Iphofen. Für die Menschen in der Kreisstadt Kitzingen ist ein ganz normaler Werktag.

Ein schöner Brauch ist es in den katholischen Gemeinden, an Maria Himmelfahrt Kräuter zu einem Strauß zu binden und mit zur Kirche zu nehmen, wo sie gesegnet werden. Woher kommt dieser Brauch? Schon immer haben die Menschen versucht, die heilenden Kräfte, die in den Kräutern stecken, zu ergründen und anzuwenden. Es gibt heute noch Überlieferungen, dass in der Heilkunde der alten Ägypter, Römer und Griechen die verschiedenen Kräuter eine bedeutende Rolle spielten. Auch unsere heidnischen Vorfahren erkannten diese Kräfte.

Heilige Kräuter sind heilende Kräuter

Erst später wurden für die neu bekehrten Christen die Anwendungen mit den verschiedenen Pflanzen aus der Natur ebenfalls wichtig. Gleichzeitig sah sich die römische Kirche veranlasst, die wunderbare Wirkung der einzelnen Kräuter vom heidnischen Zauber zu befreien. Deshalb weihte man Kräuter in einer besonderen Zeremonie und wies dabei auf die Schöpferkraft Gottes hin. Hildegard von Bingen, die immer den ganzen Menschen im Blickfeld hatte, verstand es, mit den Pflanzen nicht nur den Leib, sondern auch die Seele zu heilen. Dabei war es ihr wichtig, den Fortbestand der Kräuter zu schützen. Von ihr stammt die Aussage: Heilige Kräuter sind heilende Kräuter.

Seit dem 9. Jahrhundert werden deshalb am 15. August – Maria Himmelfahrt – Kräuter zu einem Strauß gebunden und mit zur Kirche gebracht. Der Priester segnet sie im Gottesdienst.

Je nach Region bestehen die Kräuterbuschen aus: Sieben (Zahl der Wochen- bzw. Schöpfungstage), neun (drei mal drei für die Dreifaltigkeit), zwölf (Zahl der Apostel), 14 (Zahl der Nothelfer) oder 24 (zwölf Stämme Israels aus dem Alten Testament und die zwölf Apostel aus dem Neuen Testament) Pflanzen. So farbig wie der magische Strauß ausschaut, so vielfältig ist auch die Namensgebung für ihn und seine Pflanzen: Weihbüschel, Wurzbüschel, Kräuterpalmen oder Kräuterbuschen.

Im Wechsel der Zeit und der Landschaft schwankt auch die traditionell angesehene Zusammensetzung der verschiedenen Kräuterarten. Grundsätzlich sollte immer eine Königskerze dabei sein, als „Zepter der Mutter Gottes“. Getreideähren stehen ganzjährig für Brot für Mensch und Tier, Salbei reinigt die Luft, Johanniskraut ist seit alters her ein Wund- und Beruhigungsmittel, Ringelblumen gelten generell als Heilmittel, Sonnenblume als Geschenk Gottes, Schafgarbe wirkt blutstillend bei allen Wunden von Mensch und Tier, Kamille ist das traditionelle Mittel gegen Entzündungen, Beifuß ein wichtiges Frauenkraut für Gebärende.

Was geschieht nun mit dem geweihten Kräuterbüschel? Nach der Segnung wird diesem eine besondere Kraft zugeschrieben. Ähnlich wie Gläubige das Osterlicht heimtragen, wird der Kräuterbüschel zuhause auf den Festtagstisch gestellt, damit er Glück bringt. Ein Tee aus den gesammelten Kräutern kann bei allen Krankheiten über das Jahr besonders heilsam sein. Früher wurden die geweihten Kräuter auch ins Futter des kranken Viehs gemischt und bei schweren Gewittern neben der brennenden Gewitterkerze aufgestellt oder auch ins Herdfeuer geworfen, damit der Blitz nicht einschlägt.

Mancherorts werden immer noch einzelne Blüten wie der Palmzweig an das Kreuz gesteckt. In anderen Regionen legen Menschen den Buschen auf das Grab ihrer Verstorbenen. Selbst das Eheglück und den Kindersegen soll der Kräuterbuschen fördern – man legt ihn einfach unters Kopfkissen. Besonders heilkräftig sei er, wenn man ihn mit Weihrauch vermischt und damit das Krankenzimmer ausräuchert. Diese Legenden und Mythen wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Letztendlich symbolisiert der geweihte Kräuterbüschel auch heute noch die Dankbarkeit zur Schöpfung.



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