KITZINGEN

Gemeinsamer Kampf für ein besseres Klima

Felix Frost kämpft gegen den Klimawandel. Das klingt nach einem Kinderbuch, in dem der Held alles tut, um die Erde vor einer weiteren Erwärmung zu schützen und dabei Mut, Geschick und Köpfchen beweist. Felix Frost gibt es tatsächlich, und auch die Aufgabe ist die gleiche. Doch sein Ziel zu erreichen, ist für den Projektkoordinator Energie und Klimaschutz vom Konversionsmanagement Kitzinger Land alles andere als ein Kinderspiel.
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Eine von vielen Aufgaben: Felix Frost stellt den Schülern des W-Seminars Energiewende am Armin-Knab-Gymnasium das Energie- und Klimaschutzkonzept des Landkreises Kitzingen vor.
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Felix Frost kämpft gegen den Klimawandel. Das klingt nach einem Kinderbuch, in dem der Held alles tut, um die Erde vor einer weiteren Erwärmung zu schützen und dabei Mut, Geschick und Köpfchen beweist. Felix Frost gibt es tatsächlich, und auch die Aufgabe ist die gleiche. Doch sein Ziel zu erreichen, ist für den Projektkoordinator Energie und Klimaschutz vom Konversionsmanagement Kitzinger Land alles andere als ein Kinderspiel.

Felix Frost hat den Posten im September übernommen. Seine Aufgabe ist, grob gesagt, die Umsetzung des Energie- und Klimaschutzkonzeptes des Landkreises Kitzingen. Das liegt seit 2012 vor und hat gezeigt, dass die Region zwar in einigen Bereichen schon gut aufgestellt ist, aber weit mehr getan werden muss, um die Energiewende zu meistern. Die Schwächung der Region durch den Abzug der Amerikaner und die Reduzierung der Truppenstärke am Bundeswehrstandort Volkach bietet die Chance, eine neue Stärke zu gewinnen: Die Energiewende soweit wie möglich umzusetzen, könnte zum Wettbewerbsvorteil werden. Da passt es, dass auf den ehemaligen Kasernengebieten Projekte aus dem Bereich Erneuerbare Energien umgesetzt werden oder deren Umsetzung geplant ist.

Das Arbeitsfeld von Felix Frost umfasst viele Bereiche. Eine der großen Aufgaben ist die Vernetzung. Bürger, Firmen, Behörden – jeder kann seinen Beitrag leisten, um Energie zu sparen und das Klima zu schützen. Sie sollen in Kontakt stehen, sich gegenseitig inspirieren, absprechen, in vielen Fällen auch kooperieren. 2013 waren alle Interessierten zu einer Auftaktveranstaltung eingeladen, in diesem Jahr wurden Akteursforen gegründet. Etwa 50 Leute waren dabei, erzählt Frost: „Da kommt schon eine Vielzahl an Ideen zusammen.“

Beratertage in der Klimawoche

Neben dem Energie- und Klimaschutznetzwerk sowie einem Beratungsnetzwerk, das demnächst mit einer Gebäudeenergiespar-Aktion starten soll, sind der Ausbau und die Finanzierung regenerativer Energien eine der Hauptmaßnahmen, mit denen sich Felix Frost beschäftigt. Eines der Projekte in diesem Bereich bezieht sich auf den Energieverbrauch in öffentlichen Gebäuden. Der Landkreis hat den Verbrauch in seinen Gebäuden bereits seit langem im Blick. Jetzt wird eine gemeinsame Software beschafft, die es auch den Kommunen ermöglicht, hier aktiv zu werden. Der Landkreis zahlt das Programm, nutzen können es alle Gemeinden. Sie können damit erkunden, wo es Sparpotenzial in ihren Verwaltungsgebäuden, Schulen, Bauhöfen oder Hallen gibt. Volkach und Kitzingen stehen bereits in den Startlöchern, haben dafür Ansprechpartner in ihren Bauämtern. „Andere muss man noch ein bisschen motivieren“, sagt Maja Schmidt vom Regionalmanagement.

Eine andere Möglichkeit zum Klimaschutz besteht in der Einrichtung von Nahwärmenetzen. So etwas in der Luitpold-Baumann-Straße in Dettelbach einzurichten, das hatten Landkreis, Stadt und die örtliche Baugenossenschaft laut Maja Schmidt schon im Hinterkopf. Realschule und Schwimmbad, Mehrzweckhalle, Grundschule, Kindergarten, Verwaltungsgebäude – sie alle liegen an dieser Straße und könnten darüber versorgt werden. Das Problem laut Schmidt: „Keiner hatte Zeit, das anzustoßen.“

Übernommen hat das jetzt Projektmanager Felix Frost. Er lud zu einem Austausch ein. Das Ergebnis: „Alle waren sehr aufgeschlossen.“ Landkreis und Stadt haben Mittel für eine Machbarkeitsstudie in ihre Haushalte eingestellt, derzeit läuft ein Antrag für diese Studie. Schmidt hofft, dass die Bewilligung bald vorliegt. „Ziel ist es, heuer eine Aussage darüber zu bekommen, ob sich das lohnt.“

Die Impulse zur Energieeinsparung müssen aber natürlich nicht immer gleich ganze Straßenzüge betreffen. Jeder Bürger kann seinen Beitrag leisten. Wer bauen oder sanieren will, den unterstützt Frost durch die Vermittlung von Energieberatern, auch Energieberatertage führt das Kitzinger Land mit der Energieberatung Oberfranken durch. Frost unterstützt Kommunen, die eine anspruchsvolle Sanierung eines Gebäudes planen oder ihre Mitarbeiter beim Thema Energiecontrolling qualifizieren möchten, gibt Tipps zum Stromsparen, macht Öffentlichkeitsarbeit und geht in die Schulen. Wie steht es so schön in einer Mitteilung des Konversionsmanagements? „Der Projektmanager fungiert als Impulsgeber, Organisator und Kümmerer, Moderator und Wegweiser für alle Interessierten.“ Die Energiewende zu erreichen, ist eben kein Kinderspiel.

Konversionsmanagement

Die Finanzierung: Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat Anfang 2012 ein Förderprogramm aufgelegt, das es von der Bundeswehrreform betroffenen Standorten ermöglicht, ein Konversionsmanagement einzurichten. Damit soll die Region gestärkt werden. Da Kitzingen zudem vom Abzug der US-Amerikaner betroffen ist, wurde das Kitzinger Land in das Programm aufgenommen. Träger des Projekts ist der Verein Z.I.E.L. Kitzingen e.V.. Die Förderung liegt bei 90 Prozent, die restlichen Kosten tragen Landkreis Kitzingen, Stadt Kitzingen und Stadt Volkach. Finanziert werden damit nicht nur die beiden Projektmanager Felix Frost (Energie) und Christoph Hagen (Flächen und Innenstadt), sondern auch Sachkosten. Die Förderung gilt für drei Jahre, eine Verlängerung wurde in Aussicht gestellt.

Der Energie-Ansprechpartner: Felix Frost ist seit dem 1. September 2013 Projektkoordinator für Energie und Klimaschutz im Rahmen des Konversionsmanagements. Frost hat Wirtschafts- und Sozialgeografie mit den Schwerpunkten Energiewirtschaft und Klimaschutz studiert. Das Projektbüro befindet sich im Kitzinger Rathaus, erreichbar ist Frost unter Tel. 09321/ 20-1060 oder per E-Mail unter frost.konversion@kitzingen.info.

Die Klimawoche: Zur Bayerischen Klimawoche gibt es zwei Energieberatertage: am 14. Juli von 13 bis 19 Uhr im Rathaus Wiesentheid und am 18. Juli von 12 bis 18 Uhr im Schloss Marktbreit. Zudem hat Frost zwei Vorträge organisiert: Am 15. Juli geht es um 18 Uhr im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes um das Thema „Energiesparen und energetisch sanieren – welche Anforderungen stellt die neue EnEV?“, am 17. Juli gibt es eine öffentliche Fachveranstaltung „Energetische Sanierung von Baudenkmälern“ (16.30 bis 19.30 Uhr im Landratsamt).

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