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Zäune als Waffen der Gärtner

Die Etwashäuser Gemüseerzeuger müssen ihre Produkte auf den Feldern vor hungrigen Feldhasen schützen. Sie sprechen von einer Plage, die von Jahr zu Jahr schlimmer werde, und suchen dringend nach Möglichkeiten, die Tiere loszuwerden.
Christian Gräbner hält einen aufgerollten Hasendraht in den Händen. Mit diesen Zäunen wollen die Gärtner ihre Kulturen vor den Nagetieren schützen. Der Erfolg ist allerdings mäßig.  Fotos: Sabine Paulus
 

Christian Gräbner schaut seine Salatpflanzen an. Fast jede ist angeknabbert. "Wenn die so aussehen, sind sie nicht mehr verkäuflich", sagt der Etwashäuser Gärtner resigniert. Denn gegen die Übeltäter, Feldhasen in größerer Zahl und vielleicht auch Wildkaninchen, ist kein Kraut gewachsen.
Jedes Jahr im Frühjahr machen sich die Feldhasen in der Etwashäuser Flur über die frisch gesetzten Pflänzchen her. Der Saisonbeginn im Gartenbau fällt mit der Fortpflanzungszeit der Nagetiere zusammen. Dann ist Meister Lampe nicht zu bremsen. Er lässt sich auch nicht von einem Drahtzaun oder den über die Felder gespannten Folien abhalten.
"Im Frühjahr sind viele Vliese kaputt", sagt einer der betroffenen Gärtner. 2000 Quadratmeter Vlies kosten ihn 300 Euro. Zu diesem Schaden kommen die Verluste an Pflanzen. Bei 25 000 Stück Kohlrabi fallen zehn bis 20 Prozent abgefressene und kaputte schon ins Gewicht.

Schaden konzentriert sich


"Früher hatten noch mehr Kollegen Freilandanbau. Jetzt konzentriert sich das Hasenproblem auf uns wenige Gärtner", sagt der Mann.
Die Vliese helfen nicht viel, die Drähte sind unpraktisch. Erst müssen sie mühsam aufgestellt werden, mehrere hundert Meter lang. Dann müssen sie öfter entfernt werden, wenn die Gärtner auf den Kulturen arbeiten wollen.
Wer sich auf Spurensuche begibt, stößt zwischen den Flurlagen "Dreistock" und "Lerchenbühl" auf Beweise. An manchen Wegen finden sich immer wieder Haufen von Hasenkot. Die Nagetiere verstecken sich eigentlich gar nicht. "Die springen manchmal erst kurz vor dem Traktorrad auf", erzählt Christian Gräbner.
Wenn er nur Lauch anbauen würde, hätte er keine Probleme mit den Feldhasen. Aber er bewirtschaftet ja auch Felder mit Salat- und Kohlsorten - heiß begehrtes Futter.
Gräbner und seine Kollegen haben sich schon an den Bayerischen Gärtnerei-Verband gewandt, machen sich aber wenig Hoffnung, dass eine Lösung gefunden wird.
Feldhasen sind Tiere, deren Population in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen ist. Deswegen haben die Wildtiere eine lange Schonzeit, sie dürfen nur vom 16. Oktober bis zum 31. Dezember bejagt werden.
Dass Jäger eine Treibjagd im Etwashäuser Gartenland veranstalten, hält Dr. Klaus Damme, Vorsitzender der Kreisgruppe Kitzingen des Bayerischen Jagdverbandes, für unwahrscheinlich. "Das Gartenland ist ein befriedeter Bezirk, Stadtgebiet, in dem die Jagd normalerweise nicht ausgeführt werden darf", sagt er. Außerdem könnten Scheiben von Gewächshäusern zerbrechen, sollte mit Schrot geschossen werden.
Christl Paul, Sachbearbeiterin für Jagd- und Fischereirecht am Landratsamt, rät den Gärtnern, sich an ihren Jagdpächter zu wenden. Klaus Damme sagt, der Jäger könnte einen Antrag auf eine Schonzeitaufhebung und Bejagung der Feldhasen in befriedetem Gebiet stellen.
Sollte der Antrag von der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt genehmigt werden und eine Treibjagd stattfinden, müsste ein Riesenaufwand mit Informationskampagnen und dem Aufstellen von Warnschildern betrieben werden. Das alles hält Klaus Damme für kaum durchführbar. "Ich sehe im Moment keine Lösung", sagt er. Für Christian Gräbner und seine Kollegen bedeutet dies: weiterhin Zäune aufstellen und das Beste hoffen.

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