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Region  // Kitzingen

Friedhofsmauer wird teurer

Erst vor einer Woche hatte der Gemeinderat Mainstockheim den Haushalt 2017 festgelegt – nun stehen schon wieder außerplanmäßige Ausgaben an.
Einsturzgefährdet: Ein Aufenthalt an der Friedhofsmauer in Mainstockheim kann gefährlich werden. Ein breiter Streifen wurde mit einem rot-weißen Band abgesperrt.
 

Erst vor einer Woche hatte der Gemeinderat Mainstockheim den Haushalt 2017 unter Schmerzen geboren – nun stehen schon wieder außerplanmäßige Ausgaben an: Die Sanierung der Friedhofsmauer stand im Mittelpunkt der Ratssitzung am Donnerstag. Auch wenn der Träger die evangelische Kirchengemeinde ist, kommt auf die politische Gemeinde ein größerer finanzieller Brocken zu.

Zwei Varianten vorgestellt

Die Sanierung der Friedhofsmauer ist schon länger Thema in Mainstockheim. Ursprünglich waren dafür 300 000 Euro angesetzt, 100 000 Euro davon wollte die politische Gemeinde tragen. Ein Teil der Mauer ist für rund 100 000 Euro bereits saniert – am Donnerstag stellte Planer Matthias Hoffmann zwei Varianten für die restliche Mauer vor. Und die Kosten dafür überschreiten die restlichen Mittel deutlich.

Von Seiten der Kirchengemeinde können diese Mehrkosten, je nach Variante zwischen 50 000 und 120 000 Euro, nicht mehr getragen werden. Die Kassen sind leer. „Wenn der historisch Friedhof so erhalten werden soll, dann braucht die Kirchengemeinde Unterstützung“, sagte Pfarrer Claus Deininger. Und wenn Mainstockheim Geld gibt, dann sei auch die Landeskirche eventuell bereit, sich zu beteiligen.

Beide Vorschläge problematisch

Das Problem: die günstigere Variante greift in den Bestand des Friedhofs ein, vier Gräber müssten wegfallen. Natürlich problematisch für die Grabeigner und auch von der Landeskirche kritisch gesehen. Deshalb die zweite, teurere Variante, die allerdings in einem Teilbereich den außerhalb gelegenen Gehsteig nutzen müsste – und in dem liegen Versorgungsleitungen, die dann wohl verlegt werden müssen.

Deshalb die Idee im Rat für eine dritte Lösung, die nur einen Teil des Friedhofs für die Abstützung der Mauer braucht und finanziell wohl zwischen den beiden vorgestellten Varianten liegen dürfte. Möglichst schnell soll der Planer nun diese Lösung ausarbeiten, mit allen drei Varianten wollen dann Bürgermeister und Pfarrer nach München zur Landeskirche fahren und um finanzielle Beteiligung bitten. Und die Zeit dafür drängt: Zwar ist die bis zu vier Metern hohe Mauer derzeit provisorisch gestützt, doch sollte möglichst im kommenden Jahr mit der Sanierung begonnen werden, so der Planer.

Starkregen am Muttertag beschäftigt Gemeinderat

Ein kurzer, aber heftiger Starkregen am Muttertag sorgte in Mainstockheim für überflutete Keller und für ein Nachspiel in der Gemeinderatssitzung. Die Hilfskräfte, unterstützt von vielen Freiwilligen, waren bis fast Mitternacht im Einsatz, um zumindest die gröbsten Schäden zu beheben und Keller auszupumpen.

Nun stellt sich, wie immer nach solchen Schadereignissen, die Frage der Schuld. Die wies Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs weit von sich. In den vergangenen Jahren habe die Gemeinde viel für den Hochwasserschutz getan. Nur wenige Tage vor dem Starkregen sei er mit einem Vertreter des Wasserwirtschaftsamts in Mainstockheim unterwegs gewesen – die am Sonntagabend verstopften Einlaufgitter waren da noch frei gewesen. Als ein Problem sieht Fuchs die Unterquerung der Staatsstraße durch den Riedbach, dessen Durchmesser vielleicht nicht passt.

Türen richtig sichern

Fuchs riet den Geschädigten, ihre Türen so zu sichern, dass sie größeren Wasserdruck widerstehen. Zufrieden waren die Kläger mit den Aussagen Fuchs' nicht unbedingt, die Gemeinde müsse hier mehr tun, denn sie sei in der Pflicht, so die Forderung. Ob das Freihalten der Grundstücke entlang des Riedbachs dafür ausreichend ist, wurde bezweifelt. Das Thema dürfte den Rat wohl noch weiter beschäftigen.



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