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Fischbraterei über Generationen

Schon als kleines Kind hing Michaela Gerstner-Scheller am Rockzipfel ihrer Mama, die auf dem Volkacher Weinfest leckere Fischgerichte zubereitete.
Das Weinfest in Volkach wäre ohne Fisch schier undenkbar. Michaela Gerstner-Scheller ist mit ihrer Familie in die Fußstapfen der Eltern getreten. Natürlich gibt es auch diesmal wieder den Bratfisch nach Papas Rezept.
 

Schon als kleines Kind hing Michaela Gerstner-Scheller am Rockzipfel ihrer Mama, die auf dem Volkacher Weinfest leckere Fischgerichte zubereitete. Ihre Mutter Helena ist bereits gestorben. Geblieben ist in der Fischbraterei die Leidenschaft, die Besucher mit Fisch zu verwöhnen. Zum 69. Mal startete am Freitag unter freiem Himmel das Fränkische Weinfest. Auch Familie Gerstner und ihr Team waren wieder dabei.

Für den Fischzuchtbetrieb aus Obervolkach sind die vier Weinfesttage eine gewaltige Herausforderung. Fünf Mitarbeiter „arbeiten im Hintergrund“ und bereiten die Fische im Betrieb vor. Sechs „Mann“ sind im Fischstand beschäftigt. „Die Erschöpfung merkt man erst, wenn die Weinfesttage rum sind“, erzählt Inhaberin Michaela Gerstner-Scheller. Sie liebt die gute Stimmung im eigenen Team und unter den zigtausend weinseligen Menschen, die auch am Wochenende wieder ausgelassen unter den Kastanienbäumen feierten.

Lustiges Miteinander

„Trotz Dauerbelastung haben wir hier ein lustiges Miteinander. Da werden bei mir jede Menge Glückshormone ausgeschüttet“, schildert die Fischzuchtchefin. Auch der Dauerregen am Freitag änderte nichts an ihren Glücksgefühlen.

Im Gegenteil, es blieb Zeit, um ein wenig über früher nachzudenken. „Mein Vater Peter sah mit seinen Brüdern auf einem anderen Fest einen Fischstand und hatte die Idee, so etwas auch in Volkach zu machen“, erinnert sie sich an Erzählungen ihres Papas. Die Premiere der Fischbraterei auf dem Volkacher Weinfest ging allerdings ziemlich in die Hose. Die meisten Fische wurden verschenkt und der kleine Gewinn –„wenn überhaupt“ – gleich beim Weinfest „versoffen“. Erst als ihre Mutter Helena – eine ehemalige Gastwirtstochter – das Heft in die Hand nahm, startete die Erfolgsgeschichte der Fischbude.

Papa Peter entwickelte eine besondere Gewürzmischung für den Seefisch, die auch heute noch als Geheimnis gehütet wird. Die Mama kümmerte sich um das Organisatorische. Von klein auf war Michaela Gerstner-Scheller mit ihren beiden Schwestern im Stand dabei. Allerdings durften sich die drei Mädchen nur im Zelt hinter dem Fischstand aufhalten, denn das heiße Fett der Fritteusen war zu gefährlich. „Wir mussten die Servietten per Hand zusammenfalten und das Besteck rollen“, erinnert sie sich. Als Lohn gab es das „Weinfestgeld“, das sofort vor Ort umgesetzt wurde.

„Der Bratfisch schmeckt fantastisch.“
Liane Muschiol, Volkacherin und Fisch-Fan

Während die Fischwirtschaftsmeisterin aus dem Nähkästchen plaudert, hat sich Liane Muschiol an der Fischtheke einen Bratfisch geholt. Die 82-Jährige aus Volkach ist „Lokalmatadorin“ und treue Besucherin an allen Tagen. „Mein Onkel, ein Lebensmittelhändler, hatte hier in den Anfängen selbst einen Stand. Dort gab es Eierlikör und Danziger Goldwasser, also Schnaps!“, erinnert sie sich. Während sie den ersten Fischhappen von den großen Gräten löst, kommt ihr eine alte Begebenheit in den Sinn.

„Mein Bruder und mein Cousin mussten immer spülen. Dabei schleckten sie unbemerkt die Eierlikörgläser aus, bis sie besoffen waren“, sagt sie schmunzelnd.

Damals musste die gesamte Verwandtschaft am Stand mithelfen, um das enorme Pensum zu leisten. Liane Muschiol hat für jeden Weinfesttag ihren eigenen Speiseplan. Bratfisch liegt zum Auftakt auf dem Teller. „Der schmeckt fantastisch“, sagt sie und schleckt ihre Finger ab. Schweinshaxe, Franken-Burger und Flammkuchen sind die nächsten Tage an der Reihe.

Die rüstige Seniorin ist nicht nur an den Nachmittagen auf dem Weinfest anzutreffen. Sie liebt die Stimmungsmusik. „Ich setze mich mit meinen Freunden meist in die Nähe der Bühne“, lacht sie. So lassen sich am besten die Rückschläge des Lebens verarbeiten.

Keine Zeit zum Feiern

Michaela Gerstner-Scheller und ihr Mann Robert haben an den Weinfesttagen keine Zeit zum Feiern. Wenn im Stand überhaupt einmal Zeit zum Luftholen ist, dann kümmern sie sich um ihre drei Jungs. Diese hängen zwar nicht am Rockzipfel ihrer Mama, doch im Zelt hinter dem Stand stehen sie als nächste Braterei-Generation schon in den Startlöchern.

Beim 70. Fränkischen Weinfest im kommenden Jahr werden Johannes (13), Franz und Karl (beide elf) noch nicht an der „Front“ zu finden sein. Doch fünf Jahre später beim Jubiläumsweinfest 2023 ist stark mit allen Dreien zu rechnen.

 
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