KITZINGEN

Ein Tag für die Landfrauen

Fast bis auf den letzten Platz ist der Saal des Dekanatszentrums in Kitzingen voll besetzt - es ist wieder Landfrauentag.
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BR-Moderator Tilmann Schöberl hielt beim Landfrauentag in Kitzingen einen Vortrag über den Bayerischen Rundfunk und das Verhältnis von Landwirtschaft und Medien.

Fast bis auf den letzten Platz ist der Saal des Dekanatszentrums in Kitzingen voll besetzt. Die vielen Frauen, unter die sich auch vereinzelt Männer geschlichen haben, tragen zum Großteil Tracht. Laut unterhalten sie sich, während sie an den langen Tischen sitzen. Dann ergreift Anette vom Berg-Erbar das Wort und bittet um Ruhe.

Nach Kitzingen gekommen sind die etwa 250 Frauen zum Landfrauentag. Dieser beginnt, nachdem Kreisbäuerin Berg-Erbar für Ruhe gesorgt hat, mit einer Andacht. „Wir singen so lange, bis alle mitmachen“, droht Diakon Lorenz Kleinschnitz am Anfang mit einem verschmitzten Lächeln, bevor alle gemeinsam ein Lied anstimmen. Begleitet werden sie dabei von einem Akkordeonspieler.

Tilmann Schöberl spricht

Nachdem die Andacht vorbei ist und der Landfrauenchor noch einige Lieder – unter anderem „Die Gedanken sind Frei“ – vorgetragen hat, betritt der Hauptredner des Tages die Bühne. Tilmann Schöberl, Moderator beim Bayerischen Rundfunk, soll über das Verhältnis zwischen Medien und Landwirtschaft sprechen.

„Wir haben so viele schöne Bilder aus der Landwirtschaft – aber das ist eben nur die halbe Wahrheit“, leitet Anette vom Berg-Erbar seinen Vortrag ein. Er wolle aber keinen Fachvortrag über den bayerischen Rundfunk halten, erklärt Schöberl. Vielmehr erzählt er im Anschluss, wie er zum Radio und Fernsehen gekommen und schließlich beim BR gelandet ist. Mit der Frage „Brauchen wir wirklich Sendungen, in der sich Prominente zum Affen machen?“ kann sich der Hörfunk- und Fernsehmoderator dabei einen kleinen Seitenhieb auf die private Konkurrenz nicht verkneifen, während er ausführlich über den Bayerischen Rundfunk berichtet. Zum Schluss seines Vortrags kommt er dann auf dessen eigentliches Thema zu sprechen.

„Wir müssen besser werden“

„Wir berichten nicht nur aus der Sicht der Landwirte, sondern auch aus der Sicht der Verbraucher“, erklärt Schöberl die teilweise kritische Darstellung der konventionellen Landwirtschaft. Er hoffe aber, dass die meisten Menschen noch einigermaßen zufrieden ihren Rundfunkbeitrag zahlen würden, sagt er nach vielen positiven Berichten über den BR. Dennoch stellt er fest: „Wir müssen besser werden.“

Im Anschluss stellen die Anwesenden Fragen und schrecken dabei nicht vor kritischen Tönen zurück. So bemängeln sie, dass Bayern 1 kaum noch deutsche Schlager oder Volksmusik spiele. Diese Kritik kann Schöberl, so sagt er, zwar nachvollziehen. Dennoch sei die Entscheidung, die Musikauswahl zu ändern, nicht ohne Grund getroffen worden.

Kurz vor dem Mittagessen gibt es dann noch eine gute Nachricht zu vermelden: Bei der Spendensammlung am Landfrauentag sind mehr als 2000 Euro zusammengekommen, die an den Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ gehen. Dieser betreut Patienten und Angehörige und unterstützt die Forschung mit Geldern. Dann greifen alle zu Messer und Gabel, um sich für den Nachmittag mit Weihnachtsliedern und -geschichten zu stärken.

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