Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Region  // Kitzingen

Die Schattenseite der Globalisierung

Nachhaltigkeit und fairer Handel: Thomas Mitschke vom Weltladen Würzburg zu Gast an der Beruflichen Oberschule
2013 brach das Rana-Plaza, ein achtstöckiges Fabrikgebäude in Bangladesch, in sich zusammen. Über 1000 Menschen starben. Die erheblichen Baumängel, die zum Einsturz führten, seien vorher bekannt gewesen.
 

8000 Liter Wasser für die Produktion einer einzigen Jeans: Thomas Mitschke, hauptamtlicher Mitarbeiter des Weltladens Würzburg und der „Initiative Eine Welt e.V.“, macht deutlich, warum Nachhaltigkeit so wichtig ist. Auch fairer Handel und akzeptable Arbeitsbedingungen sind an diesem Vormittag Thema. Die Schüler der FOS und BOS Kitzingen lauschen gebannt. Immerhin darf sich ihre Schule seit Oktober des vergangenen Jahres offiziell mit dem Titel „Fairtrade-Schule“ schmücken.

In zwei Vorträgen für je vier Klassen versucht Mitschke zu vermitteln, welche Zustände in der Industrie leichtfertig in Kauf genommen werden. Etwa in der Textilbranche: Nach wie vor werden dort Produktionsstandorte wie Bangladesch oder China gewählt. Kosten werden minimiert, der Gewinn maximiert. „Da würden wir gerne eine Gegenströmung schaffen“, betont Mitschke.

Schockierende Bedingungen

Gerade die Sicherheitsbedingungen in diesen Ländern schockieren: 2013 brach das Rana-Plaza, ein achtstöckiges Fabrikgebäude in Bangladesch, in sich zusammen. Über 1000 Menschen starben. Die erheblichen Baumängel, die zum Einsturz führten, seien vorher bekannt gewesen, sagt Mitschke. Produziert wurde dort für namhafte Firmen, nicht nur aus dem niedrigen Preissegment. „Ein teures Markenprodukt bedeutet nicht automatisch mehr Fairness“, erklärt er.

Zwar gebe es Programme, durch die sich Firmen zu Bedingungen verpflichten, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, wie Begrenzung der Arbeitszeit, Arbeitsverträge oder Verzicht auf Kinderarbeit, doch das genüge nicht. „Wir brauchen eine gesetzlich verbindliche Sorgfaltspflicht“, fordert Mitschke.

Ein weiteres Sorgenkind ist die Elektronikbranche. Zur Beschaffung der nötigen Rohstoffe gebe es keine Auflagen, oft wüssten die Unternehmen selbst nicht genau, woher die in den Geräten verbauten Metalle stammen. Illegale Minen seien keine Seltenheit. Dazu komme der viele Elektroschrott, bedingt durch die geringe Lebensdauer der Geräte.

Durch unsachgemäße Entsorgung – Elektrogeräte gehören nicht in den Hausmüll – landet ebenda auch das enthaltene Gold, Silber und Kupfer. Die Chance auf Recycling ist dahin.

Wie es besser geht, zeigt er anhand einer Computermaus. Die besteht aus Bio-Plastik, hergestellt aus Zuckerrohr, das Mausrad ist aus Holz. Zwar sei sie mit einem Preis von rund 30 Euro kein Schnäppchen, „aber das zeigt, dass es auch hier Alternativen gibt.“

Fairtrade im Schüler-Café

Gerade im Elektronikbereich wären mehr solche Ansätze wünschenswert. Einige Ansätze zu „Fairtrade“ bietet die Staatliche Berufliche Oberschule Kitzingen schon seit vergangenem Jahr. Das Schüler-Café verkauft Fairtrade-Kaffee und -Tee, dazu regionale Produkte und Süßigkeiten aus fairem Handel. Im Sportunterricht wird mit Fairtrade-Bällen gespielt. „Die Kollegen und die Schulleitung waren dafür sofort offen“, erinnert sich Lehrerin Isolde Eisenmann, die das Thema im letzten Jahr mit angestoßen hatte.

Seitdem ist der faire Handel festes Element im Schulalltag. In den Debatten, die in der zwölften Klassen eine Schulaufgabe ersetzen, war das Thema genauso vertreten wie bei den Fachreferaten. „In diesem Jahr wollen wir auch die Abitur-Shirts aus fairem Handel beziehen“, erzählt Eisenmann. Man wolle den Schülern das Thema zwar nicht permanent aufdrängen – das funktioniere kaum. Doch als „Fairtrade-Schule“ sieht man sich in der Verantwortung: „Es ist mittlerweile ein Teil von uns.“



noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.