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Die Mürbteigkugel taugt zur Therapie

Bei einigen Frauen sitzt noch jeder Handgriff: Marktbreiter Senioren backen Schneeballen und tauschen Erinnerungen aus.
Maria Brückner und Regine Hoffmann kennen sich aus mit Schneeballen – sie haben sie auch früher häufig gebacken.
 

Mit geschickten Händen fädelt Maria Brückner die Teigstreifen über den Stiel des Kochlöffels. Jeder Handgriff sitzt – auch wenn er vielleicht ein bisschen länger dauert als früher.

Es ist eine besondere Beschäftigungstherapie, die an diesem Nachmittag im Haus der Senioren der AWO in Marktbreit auf dem Programm steht: Gemeinsam mit Marianne Köhler werden Schneeballen gebacken. „Da bin ich dabei“, war für Maria Brückner sofort klar, als die Aktion angekündigt wurde.

Nun hat sich eine ganze Gruppe von Senioren auf Stühlen rund um den Tisch gruppiert, an dem Maria Brückner und Regina Hoffman gerade werkeln. Unter der Anleitung von Marianne Köhler und mit Hilfe von Mitarbeitern des Seniorenheims backen die Bewohner das Gebäck, das in Franken traditionell zu größeren Festen gehört. Wer will, kann während der zweistündigen Aktion aktiv werden und beim Backen mithelfen, doch auch nur Zuschauen ist natürlich erlaubt.

„Früher hatten wir eine Frau im Ort, die immer die Schneeballen gebacken hat, wenn Kommunion gefeiert wurde“, erzählt Maria Brückner. Dass es auch in ihrer Familie bei diesen Festen das Mürbteiggebäck mit dem winterlichen Namen geben sollte, war klar – und genauso klar, dass Maria Brückner mit anpackte. Auch wenn das schon viele Jahre her ist, die Handgriffe sitzen noch heute. „So etwas verlernt man nicht“, sagt Brückner.

Die Backaktion im Haus der Senioren geht auf die Initiative von Charlene Saunders zurück. Marianne Köhler ist ihre Mutter, und deren Schneeballen sind in der ganzen Region bekannt. Als Saunders der Betreuungsleiterin Ursula Pfister vorschlug, man könne doch mal gemeinsam Schneeballen backen, war die sofort begeistert. Und so ist die Frau aus Marktsteft an diesem Nachmittag mit einer riesigen Schüssel voller Teig nach Marktbreit gekommen.

Das Schneeballenbacken entpuppt sich als ideale Beschäftigungstherapie, die gleich mehrere Zwecke erfüllt. Wer mit anpackt, schult das Gedächtnis und die Motorik, der Geschmack erinnert an vergangene Zeiten, alle tauschen sich aus, was wann wie und wo gefeiert wurde. Bei Regina Hoffmann waren es die Konfirmationen. Dafür wurden die mit Puderzucker bestäubten Kugeln massenweise gebacken und nicht nur an die Festgäste verteilt, erzählt sie, sondern auch an Nachbarn und im Dorf. „Wir haben zu Hochzeiten gebacken“, wirft Kunigunde Bartroff ins Gespräch ein. „70, 80, manchmal 90 Stück – was das Rezept halt hergab.“

Für so viele Schneeballen reicht die Konzentration heute freilich nicht mehr. Während Maria Brückner und Regina Hoffmann immer noch werkeln, erfreuen sich andere Senioren wie Marianne Gunz und Ellen Gresser inzwischen am Geschmack des Mürbteiggebäcks, das von Mitgliedern des Pflegeteams herumgereicht wird. Andere sind schon wieder in ihren Zimmern verschwunden.

Was alles drin ist in den Schneeballen? Einige Bestandteile verrät Marianne Köhler den Senioren – aber nicht alles. Vor allem die Fettmischung bleibt ihr Geheimnis, „denn darauf kommt es an“. Köhler selbst ist quasi mit den Schneeballen aufgewachsen. Schon ihre Eltern haben im Auftrag für andere Familien 30 Jahre lang Schneeballen gebacken, vor einigen Jahren hat sie es selbst übernommen. Zu den Senioren ist sie gerne gekommen, freut sich über das Interesse und die Gespräche. „Die Senioren hier sind sehr engagiert und von Anfang an interessiert dabei“, lobt sie. Verwundert ist sie darüber nicht: „Schneeballen sind einfach ein Traditionsgebäck, das alle lieben.“



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