KITZINGEN

„Denken, bevor der Bagger kommt“

Eine Fläche von der Größe der Stadt Kitzingens wird täglich zubetoniert. Grüne kritisieren Flächenverbrauch und werben für ein Volksbegehren
Artikel einbetten Artikel drucken

In Bayern würden jeden Tag 13 Hektar Land unter Asphalt und Beton verschwinden. das entspricht etwa der Größe der Stadt Kitzingen, so die Mitteilung von Bündnis 90/Die Grünen. Um den Flächenverbrauch einzudämmen soll ein Volksbegehren gestartet werden.

Dazu gab es einem Infoabend des Ortsverbandes der Grünen Kitzingen. Vorstandsmitglied Christa Büttner drückte ihr Bedauern aus, dass ein im Jahr 2003 initiiertes Bündnis gegen den Flächenverbrauch völlig wirkungslos geblieben sei. „Der Versuch das Problem auf freiwilliger Basis zu lösen ist gescheitert. Bayern ist im bundesweiten Vergleich klarer Spitzenreiter beim Flächenverbrauch.“

In Kitzingen gibt es Gegner für ein Baugebiet am Wilhelmsbühl; im Gewerbegebiet Schwarzach stehen viele Flächen ungenutzt. Allerdings sind auch positive Entwicklungen in der Stadt erkennbar: „Auf dem Gelände der ehemaligen Baywa, dem Fetzergelände und der Bürgerbräu entstehen dringend benötigte Wohnungen im Geschossbau – ohne neue Flächen zu verbrauchen, halten die Grünen fest.

Hierzu erklärte Ludwig Hartmann, Landtagsabgeordneter und Sprecher der Bürgerinitiative bei seinem Vortrag, dass die die Bundesregierung mit ihrer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie den Flächenverbrauch in Deutschland auf 30 Hektar pro Tag beschränken wolle. Das sei ein sinnvolles Ziel. Der bayerische Anteil an diesen 30 Hektar betrage fünf Hektar – deshalb liegt die in dem Gesetzesentwurf vorgesehene Höchstgrenze bei dieser Marke. Der Abgeordnete aus München wird in der Pressemitteilung zitiert: „Wir wollen den Flächenverbrauch also eindämmen, nicht Bautätigkeit per se verbieten. Für uns steht vor allem im Fokus, dass wir generell besser planen. Das Motto muss lauten: Denken, bevor der Bagger kommt. Mehrstöckig statt flacher Bungalow, Tiefgarage oder Parkdeck statt ebenerdiger Parkplatz, bedarfsorientierte Ausweisung von Gewerbegebieten – allein diese Maßnahmen würden den Flächenverbrauch wirksam verringern.“

Die fünf Hektar Flächenverbrauch pro Tag, die künftig noch möglich sind, würden genügend Raum für weitere Entwicklung lassen, für den Bau von Wohnungen oder Gewerbeansiedlungen. Wenn die Hälfte für den Bau neuer Wohnflächen verwendet werden, können zukünftig jährlich fast 120 000 Wohnungen gebaut werden, so Hartmann.

Bei der Diskussion wurde auch die Frage gestellt, warum nicht schon längst etwas unternommen wurde. Auch wurde für jedes neues Baugebiet eine Folgekostenabschätzung vorgeschlagen. Einig sei man sich gewesen, dass lebendige Ortskerne zu den Kulturlandschaften Bayerns gehören – diese zu erhalten, sei ein Ziel des Volksbegehrens.

Noch keine Kommentare

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.