MAINSTOCKHEIM

Bierbrauer aus Leidenschaft

Vier Mainstockheimer Kirchweihburschen gründen ihre eigene Brauerei
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Die Vier von der Brauerei: Stefan Schömig, Christopher Weißbarth, Pascal Gedrat und Marco Hermann.
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Die Idee haben viele, bei den meisten scheitert es jedoch an der Umsetzung. Anders bei Pascal Gedrat, Stefan Schömig, Christopher Weißbarth und Marco Hermann. Die vier haben die Brauerei Mainstockheim gegründet. In der Handwerkskammer von Unterfranken firmieren sie als die kleinste Brauerei im Regierungsbezirk.

Die vier Männer kennen sich schon lange, als Kirchweihburschen haben sie nicht nur die Wirkung, sondern auch den Geschmack von Bier schätzen gelernt. „Bei der Kerm 2014 haben wir darüber geredet, unser eigenes Bier zu brauen“, erinnert sich Marco Hermann. Es sollte noch ein wenig dauern, bis der erste eigene Sud angesetzt wurde.

Die Kirchweih und das Bierbrauen verbindet die vier jungen Männer, beruflich sind sie unterschiedliche Wege gegangen. Marco Hermann war zwölf Jahre bei der Bundeswehr, Christopher Weißbarth hat Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik gelernt, Stefan Schömig ist Modellbaumechaniker geworden und Pascal Gedrat hat aus seiner Leidenschaft einen Beruf gemacht: Er ist Braumeister geworden, hat seine Ausbildung in Marktsteft bei Kesselring begonnen, ist über Stationen in München und Bamberg jetzt in Hamburg bei der Holsten-Brauerei gelandet. Ohne ihn würde es die Mainstockheimer Brauerei nicht geben – ohne die anderen drei Hobbybrauer auch nicht.

„Jeder trägt etwas zu unserer eigenen Kleinbrauerei bei“, versichert Gedrat. Handwerklich sind alle vier begabt, Pascal stellt das nötige Know-How und Stefan Schömig die Örtlichkeit. In seinem Aussiedlerhof in Kaltensondheim haben die vier Hobbybrauer Wasseranschlüsse, ein Kühlhaus und genug Platz zum tüfteln und ausprobieren. Die Lebensmittelkontrolle haben sie beizeiten informiert. „Ein Mitarbeiter war schon da und hat sein Okay gegeben“, freut sich Gedrat. Alle vier bis sechs Wochen machen sich die vier Brauer aus Mainstockheim deshalb guten Gewissens im ehemaligen Kaltensondheimer Hofladen an die Arbeit. Und die ist komplizierter als gedacht.

„Ein Bier ist schnell getrunken“, sagt Marco Hermann. „Aber der Herstellungsprozess ist richtig aufwändig und lang.“ Erst recht, wenn wirklich alles in Handarbeit gemacht wird – vom Hopfen- und Malzkauf bis hin zur Abfüllung in 0,33 Literflaschen. Selbst die Etiketten haben die Vier in Eigenregie entworfen und mit den Experten der Druckerei abgestimmt.

Am 1. September 2016 haben sie ihr Gewerbe angemeldet. „Seither befinden wir uns in einer Phase das Ausprobierens“, sagt Marco Hermann und lacht. Immer wieder probieren sie unter Anleitung ihres gelernten Braumeisters neue Mischungen, variieren die Zusammensetzung von Hopfen, Malz und Hefe. Vier Sorten sind schon in der Mini-Brauerei entstanden: Pils, Helles, Dunkles und Rotbier. 540 Liter können sie maximal an einem Brautag herstellen. Wie es läuft? Pascal Gedrat muss bei der Frage lachen. „Bis jetzt mussten wir noch nichts wegschütten.“ Im Gegenteil: Freunde und Bekannte bestellen das Mainstockheimer Bier, made in Kaltensondheim, oft schon im Voraus. Im Mainstockheimer Second-Hand-Laden „Trachtenschätze am Schloss“ werden die übrigen Flaschen verkauft. Es ist der bislang einzige Verkaufsort. Auf die Idee, ihr Bier in einem größeren Rahmen anzubieten, sind die Vier noch nicht gekommen. Ausschließen wollen sie es aber nicht.

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