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Fall Peggy

Justizskandal im Fall Peggy? Politiker aus Lichtenberg erheben schwere Vorwürfe

Lokalpolitiker aus Lichtenberg erheben schwere Vorwürfe gegenüber den Ermittlungsbehörden. Warum gehen sie gerade jetzt an die Öffentlichkeit?
Was geschah mit der kleinen Peggy? Ein Foto auf einem Gedenkstein auf dem Nordhalbener Friedhof erinnert an die im Mai 2001 verschwundene Schülerin aus dem oberfränkischen Lichtenberg.  Foto: David Ebener/dpa
 
von CHRISTIAN PACK
Der Titel "Hilferuf aus Lichtenberg" lässt erahnen, wie brisant der Inhalt des Schreibens ist. Und in der Tat sind die Vorwürfe, die eine Gruppe Lichtenberger gegenüber den Ermittlungsbehörden im Fall "Peggy" erhebt, massiv. Die Autoren und Unterzeichner - unter anderem Lichtenbergs Bürgermeister Holger Knüppel sowie vier Stadträte - werfen Polizei und Staatsanwaltschaft vor, Beweise unter den Tisch zu kehren. Relevante Zeugenaussagen seien beispielsweise aus den Akten verschwunden. Zum Ende des Schreibens sprechen die Verfasser von einem "Polizei- und Justizskandal".

Seit Jahren beschäftigt der ungeklärte Mordfall der neunjährigen Peggy Knobloch aus dem oberfränkischen Lichtenberg die Öffentlichkeit. Mehrere Verdächtige gerieten in den Fokus, mit Ulvi Kulac wurde zwischenzeitlich der vermeintliche Mörder präsentiert. Noch immer ermittelt die 30-köpfige "Soko Peggy" - warum geht die Gruppe mit den Vorwürfen gerade jetzt an die Öffentlichkeit?


Vernehmungen in Lichtenberg

Ganz oben auf der Liste der Autoren steht der Name Norbert Rank. Das Lichtenberger Stadtratsmitglied sagt gegenüber infranken.de, der Zeitpunkt sei bewusst gewählt worden. Es sei die "staatsbürgerliche Pflicht", jetzt tätig zu werden. Zuletzt sei es in der kleinen Stadt im Landkreis Hof nämlich zu Vernehmungen unbescholtener Bürger gekommen.

Unter anderem, berichtet Rank, sei ein Bekannter aus einem thüringischen Nachbarort vor knapp zwei Wochen frühmorgens unangemeldet zu Hause abgeholt und vier Stunden lang vernommen worden. "Man wollte ihm einreden, er habe Peggy umgebracht. Das sind seltsame Methoden. Wir sehen die große Gefahr, dass bald ein zweiter unschuldiger Täter präsentiert wird, der am besten als Spanner, Exhibitionist, Pädophiler oder Unterwäschedieb in Erscheinung getreten ist." Die Lichtenberger Bürger seien zunehmend frustriert und wollten "nur noch ihre Ruhe haben".

Zugleich würden wichtige Zeugenhinweise "rigoros ignoriert". Unter anderem hätten am 8. Mai 2001 zwei unabhängige Zeugen eine Frau mit einem Kind an der Hand ortsauswärts laufen sehen. Außerdem seien im zeitlichen Zusammenhang mit dem Verschwinden vermehrt Pkw mit ausländischen Kennzeichen im Ort gesehen worden. "Wie kann man solche Beobachtungen einfach ad acta legen?" Rank ist sich sicher, "dass etwas falsch läuft".
Bayreuths Leitender Oberstaatsanwalt Herbert Potzel kann den Schritt der Verfasser nicht nachvollziehen. "Alleine die Tatsache, dass das Schreiben nur an die Medien und nicht auch an uns ging, sagt schon viel aus." Man ermittle weiter mit großem Aufwand in alle Richtungen. Und dabei würden keine Ansätze unter den Tisch gekehrt. "Wir wollen diesen Fall aufklären. Und dabei ist es auch nötig, dass wir vor Ort in Lichtenberg ermitteln." Den entscheidenden Hinweis habe es noch nicht gegeben - im übrigen auch nicht von jenen, die jetzt an die Öffentlichkeit gehen.


Verunreinigte Spur

Am 7. Mai 2001 war die damals neunjährige Peggy Knobloch auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Gut 15 Jahre später tauchten Teile ihres Skeletts in einem Waldstück in Thüringen auf: Rund 20 Kilometer entfernt von Peggys Heimatort fand ein Pilzsammler im Sommer 2016 Knochen des Mädchens. Die Ermittler entdeckten wenig später am Fundort auch Genmaterial des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt. Diese Spur gingen allerdings auf eine Verunreinigung zurück, eine Täterschaft wurde deshalb ausgeschlossen.

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