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Fall Peggy

Chronologie: Fall Peggy und die NSU-Morde im Überblick

Vor mehr als 15 Jahren verschwand die kleine Peggy aus Oberfranken. Acht Monate zuvor hatte die Mordserie der Terrorgruppe NSU begonnen.
Das Ortsschild der Stadt Lichtenberg, aufgenommen am 14.10.2016. Hier hatte die vor 15 Jahren verschwundene Peggy gelebt. Nachdem am Fundort des Skeletts von Peggy eine DNA-Spur des mutmaßlichen NSU-Terroristen Böhnhardt sichergestellt wurde, prüft die Polizei nun eine mögliche Verbindung. Foto: Nicolas Armer/dpa
 
von DPA
Am Fundort von Peggys Leiche ist DNA von Uwe Böhnhardt gefunden worden. Nun wird eine Verbindung zwischen den beiden Fällen geprüft. Ein Rückblick:

Januar 1998: Nach einer Razzia in ihrer Bombenwerkstatt in Jena tauchen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe unter.

September 2000: Die Mordserie beginnt: Mundlos und Böhnhardt erschießen den türkischen Blumenhändler Enver Simsek in Nürnberg.

Mai 2001: Die neunjährige Peggy aus Lichtenberg verschwindet auf dem Heimweg von der Schule. Suchaktionen bleiben ohne Erfolg.

Juni 2001: Der Türke Abdurrahim Özüdogru wird in seiner Änderungsschneiderei in Nürnberg erschossen. Sein Landsmann Süleyman Tasköprü stirbt in Hamburg.

August 2001: Mord an dem Gemüsehändler Habil Kilic in München.

Februar 2004: In Rostock wird der Imbiss-Verkäufer Mehmet Turgut erschossen.

April 2004: Fast drei Jahre nach seiner Festnahme wird ein geistig behinderter Mann wegen Mordes an Peggy zu lebenslanger Haft verurteilt.

Juni 2004: Eine Nagelbombe explodiert in der Kölner Keupstraße. Mehr als 20 Menschen werden verletzt, einige lebensgefährlich.

Juni 2005: Mord an dem Imbiss-Inhaber Ismail Yasar in Nürnberg. Wenige Tage später stirbt der Grieche Theodoros Boulgarides in seinem Münchener Schlüsseldienst.

April 2006: In Dortmund wird der türkischstämmige Kioskbetreiber Mehmet Kubasik erschossen. Zwei Tage später treffen tödliche Schüsse Halit Yozgat in seinem Kasseler Internet-Café.

April 2007: Die Täter erschießen in Heilbronn die Polizistin Michèle Kiesewetter. Ihr Kollege wird schwer verletzt.

September 2010: Im Fall Peggy widerruft ein wichtiger Belastungszeuge seine Aussage und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ermittler.

November 2011: Sparkassen-Überfall in Eisenach. Böhnhardt und Mundlos verstecken sich in einem Wohnmobil. Den Ermittlern zufolge erschießen sie sich, als die Polizei sie entdeckt. Zschäpe zündet die gemeinsame Wohnung in Zwickau an, kurz darauf stellt sie sich in Jena.

Mai 2013: In München beginnt der Prozess gegen die Terrorgruppe.

April 2014: Auf Anordnung des Landgerichts Bayreuth beginnt im Fall Peggy das Wiederaufnahmeverfahren. Bald darauf wird der zu Unrecht Verurteilte freigesprochen.

Februar 2015: Die Staatsanwaltschaft Bayreuth stellt ihre Ermittlungen im Fall Peggy ein. Ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wird aber aufrechterhalten, um mögliche Spuren weiterzuverfolgen.

Juli 2016: Ein Pilzsammler findet in einem Wald im thüringischen Landkreis Saale-Orla Skelettreste. Die Ermittler teilen mit, sie stammten "höchstwahrscheinlich" von Peggy.

13. Oktober 2016: Polizei und Staatsanwaltschaft teilen mit, dass am Fundort der sterblichen Überreste von Peggy DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden wurden.

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