Zeil am Main
Verbindung

Zwei Städte und die Musik überwinden Grenzen

Zeil und seine tschechische Partnerstadt Rymarov gestalteten ein Konzert. Die Musik stand im Mittelpunkt, aber nicht nur. Die Symbolik ist eindeutig.
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Ein starkes Ensemble: Die Zuskaband und die beiden Chöre traten zum Abschluss gemeinsam auf.  Klaus Schmitt
Ein starkes Ensemble: Die Zuskaband und die beiden Chöre traten zum Abschluss gemeinsam auf. Klaus Schmitt
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Die Zuskaband aus dem tschechischen Rymarov machte die Musik am Samstagabend im Rudolf-Winkler-Haus in Zeil. Die Gruppe besteht aus meist jungen Musikern, die viele verschiedene Instrumente spielen. Kinder, Jugendliche, Männer, Frauen, viele Stimmen, viele Instrumente - wie Europa heute - und die Band intonierte die Europa-Hymne. Das bekannte Werk erklang nicht nur, es wurde mit großer Inbrunst gespielt. Von einer Musikgruppe aus Tschechien in einem Saal in Deutschland. Das sind starke Töne, das ist ein wichtiges Symbol.

Zeil und seine Partnerstadt Rymarov im östlichen Tschechien liegen rund 600 Kilometer auseinander. Sie kommen trotz der Entfernung immer enger zusammen. Das zeigte das Konzert am Samstagabend, das der Zeiler Gesangverein "Liederkranz" mit der Stadt Zeil organisiert hatte und zusammen mit der Zuskaband und dem Chor "Vox Montana" auch gestaltete.

Nach der Vertreibung im Zuge des Zweiten Weltkrieges hatten sich Flüchtlinge aus Römerstadt, wie Rymarov früher hieß, das Zeiler Käppele als Ort für ihre traditionelle Anna-Wallfahrt ausgesucht. Jedes Jahr - bis heute - kommen die Römerstädter nach Zeil und pilgern auf den Kapellenberg. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs wurden Kontakte - auch offizielle - leichter möglich. Die Verbindung wurde enger, und vor einigen Jahren schlossen Zeil und Rymarov eine Partnerschaft.

Der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) wertete das erfolgreiche Konzert als "einen ganz tollen Abend. Die Musik verbindet Menschen", sagte er. Über Grenzen hinweg. Die Partnerschaft sei keine alleinige Angelegenheit der Politik. "Sie lebt von dem, was wir heute erlebt haben", sagte der Bürgermeister. Es brauche Menschen, die das Ganze vorantreiben. Damit meinte er zum Beispiel die beiden Musikgruppen aus Rymarov unter ihrem Leiter Jiri Tauber und den "Liederkranz", für den Christa Schlegelmilch das gemeinsame Konzert mit auf die Beine gestellt hatte.

Christa Schlegelmilch, die als Moderatorin durch das Programm führte, hatte eingangs aus einigen Schreiben zitiert, die sie mit dem tschechischen Musikprofessor Jiri Tauber ausgetauscht hatte. Darin ging es um die Musik und das Konzert, aber nicht nur. Tauber, der auch als Stadtrat in Rymarov wirkt, hatte darin laut Schlegelmilch betont, dass "Zeil eine wichtige Position für uns hat". Er sieht es als "tiefe Notwendigkeit" an, dass die beiden Städte, die jetzt Partner sind, in Kontakt bleiben. Tauber: "Wir haben eine gemeinsame Geschichte."

Dass sich die Partnerschaft gut entwickelt und wächst, diesen Eindruck hat auch der Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft und frühere Zeiler Stadtrat, Karl Heinz Schübert. Er äußerte sich am Rande des Konzerts "sehr zufrieden" über die Verbindung. Es gebe sehr viele Kontakte, die Beziehung werde von beiden Seiten gewollt, ist er sich sicher. Trotz der großen Entfernung und der Sprachbarrieren sieht er eine gute Entwicklung. Und es wäre sogar noch mehr möglich. Rymarov hat zum Beispiel ein großes Kulturzentrum und eine tolle Sportanlage - und in Zeil gibt es wichtige Vereine für Kultur und Sport!

Beim Konzert trat zunächst der Chor "Vox Montana" auf. Er sang tschechische, slowakische und ukrainische Weisen sowie bekannte englischsprachige Hits. Der Zeiler "Liederkranz" ließ unter der Leitung seiner neuen Dirigentin Christine Raab die Biene Maja des tschechischen Schlagerstars Karel Gott über die Bühne des Rudolf-Winkler-Hauses tanzen. Mit internationalen Ohrwürmern schaffte der "Liederkranz", den am Flügel die Pianistin Petra Schlosser begleitete, eine angenehme, beschwingte Atmosphäre. Liedzeilen wie "Musik kennt keine Grenzen" oder "Musik berührt die Menschen" können wieder als besondere Symbole verstanden werden. Die Zuskaband machte zum Abschluss mächtig Stimmung, ehe die beiden Chöre und die Band gemeinsam auftraten.
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