Eltmann
Bildung

Verkaufsrenner waren die Zwerge

Wie im echten Wirtschaftsleben war es an der Walburg-Realschule Eltmann bei der Schülerfirma "SimplyGrey". Dekoartikel aus Beton wurden vermarktet.
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Einfach nur Grau - mit ein bisschen Farbe: Auf zahlreichen Märkten oder Veranstaltungen kamen die Produkte der Firma "SimplyGrey" sehr gut an und fanden reichlich Absatz.  Fotos: Günther Geiling
Einfach nur Grau - mit ein bisschen Farbe: Auf zahlreichen Märkten oder Veranstaltungen kamen die Produkte der Firma "SimplyGrey" sehr gut an und fanden reichlich Absatz. Fotos: Günther Geiling
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"Im laufenden Geschäftsjahr entwickelten sich unsere Produkte immer weiter, auch nach unseren Fähigkeiten und neuen Ideen. Zur Weihnachtszeit gab es kleine und große Tannenbäume mit Christbaumschmuck und zur Osterzeit wurden aus den Bäumen Hasen oder Schmetterlinge. Auch das Design für unsere Lampen kam gut an, und der absolute Verkaufsschlager waren unsere Gartenzwerge."

Die Bilanz ist erfolgreich. Der Vorstandsvorsitzende der Schülerfirma "SimplyGrey", Felix Zier, präsentierte sich bei der Abschlussveranstaltung an der Wallburg-Realschule vor "Aktionären" und Gästen, die sich über Gewinn freuten.
Zier beschrieb, dass die Gründung einer Schülerfirma Schul- und Wirtschaftsleben verbindet und für die weitere Ausbildung wichtig ist. So lassen sich wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, theoretisches Wissen praktisch anwenden. Schlüsselqualifikationen wie Team- oder Kommunikationsfähigkeit und Selbstständigkeit werden erleb- und erlernbar.


Was will der Kunde?

Leonie Bräuter leitete die Produktion mit ihren Mitarbeiterinnen Kaja Pfuhlmann, Emma Zieg und Niklas Oppelt. Sie berichtete vom Herstellen unterschiedlichster Dekoartikel aus Beton. In enger Zusammenarbeit mit der Marketingabteilung erforschten die Schüler laut Leonie den Markt und ermittelten Kundenwünsche bei Lehrern, Mitschülern und Kunden. So formten sich die Farb- und Produktwünsche.

Die Herstellung war sehr arbeitsintensiv, ging aus dem Bericht hervor: Aller SimplyGrey-Mitarbeiter mussten mithelfen. Das Wichtigste war der Beton gewesen, und den gab Schülerpate Ewald Bühl aus Unterschleichach dazu. Dafür erhielt Bühl eine ganz besondere Anerkennung. Die Formen zum Gießen bestellten di Schüler übers Internet und die unterschiedlichsten Dekoartikel wie Teelichter oder Kerzen haben sie in ortsansässigen Bastelgeschäften eingekauft. Außerdem sammelten sie Naturmaterialien.

Marketing-Chefin Denise Neblicht standen Annika Muth und Chiara Diroll zur Seite. Neblicht beschrieb, wie die Dekoartikel aus Beton großen Anklang fanden - schon beim Weihnachtsgeschäft, dann aber auch auf Oster- und Pfingstmärkten. Sogar auf dem Korbmarkt in Sand waren die Schüler mit einem Stand vertreten.


Einige Aufträge abgearbeitet

Die Schule war natürlich ein wichtiger Absatzort bei Musicalaufführungen oder vor dem Mutter- oder Vatertag. Auch die Lehrer wurden zu großen Fans der Artikel.
"Auch einige Aufträge konnten wir unter Dach und Fach bringen wie die für vier Stehlampen. Außerdem gab es einen Ansturm auf unsere Gartenzwerge. Diese Bestellungen stellten uns vor eine größere Herausforderung, weil wir nur zwei Gartenzwergformen hatten. Auch unsere Ketten und Anhänger sind gut angekommen", berichtete Denise.
Von den ganz realen Schritten wie dem Registrieren und dem Nachweis bei der Gründung, "dass unser Firmenname noch nirgends vergeben war", erzählte Lukas Burckhart. Ihm halfen in der Verwaltungsabteilung Felix Beck und Lea Virnekäs. Sie trugen Arbeitszeiten in der Schule und auf den Märkten ein und protokollierten alle Vorgänge - echtes Controlling.


Startkapital verdreifacht

Gespannt waren Mitarbeiter, "Aktionäre" und Gäste auf das Ergebnis. Für die Finanzabteilung sprachen Jonas Antogiovanni und Anna Hornung: "Wir kontrollierten die Kontoauszüge unseres Bankkontos bei der Sparkasse. Dadurch stellten wir fest, wie viel Geld wir für weitere Einkäufe zur Verfügung hatten und ob unser Kontostand mit den Buchungen im Internet übereinstimmt. Dabei mussten wir auch die Überweisungen für Umsatzsteuerlast, Sozialversicherungsbeiträge und Löhne tätigen", erklärte Jonas.

Die 840 Euro der Aktionäre (je zehn Euro) bildeten das Grundkapital. Die Umsatzerlöse waren mit 2497,63 Euro ausgewiesen. Nach Abzug von Personalaufwand, Lohnsteuer und Sozialabgaben sowie Körperschaftssteuer blieben als Jahresüberschuss 1156,13 Euro. Wer von den Aktionären wollte, konnte seine Aktien und den Gewinn abholen oder aber an die Kinderkrebsstation der Uniklinik Würzburg spenden.
Pressesprecherin Paula Diem zog das Fazit, dass die Arbeit viel Spaß machte; die Schülerfirma war in Berichten präsent auf der Schulhomepage und in den Tageszeitungen. Vorstandsvorsitzender Felix Zier gestand nach dem positiven Abschluss ein, dass nicht immer alles glatt lief. Einen Markt konnte man nicht besuchen, weil das Personal nicht zur Verfügung stand. "Aber genau in solchen Situationen und Schwierigkeiten wuchsen wir an den Anforderungen. Ich denke, wir sind als Schülerfirma zu einer eingefleischten Truppe zusammengewachsen." Letzteres bestätigten die Lehrer und die Schulpaten Susanne Müller und Manuel Fischer.
Die erfolgreiche Bilanz wurde, wie im echten Leben, mit einem Abschluss-Büfett gefeiert. Unternehmen oder Betriebe aus der Stadt gaben dafür Geld.
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