Die Oshino Volleys des VC Eltmann bewiesen beim SV Schwaig hohe Kampfmoral und gewannen das Spitzenspiel der 2. Volleyball-Liga Süd mit 3:2 (25:23, 25:18, 21:25, 21:25, 15:12).
Niemand konnte voraussehen, dass die Eltmanner nach mehr als zwei Stunden das glücklichere Ende haben würden, denn die Vorzeichen waren nicht sehr rosig. Vor allem das Fehlen von Zuspieler Merten Krüger trieb den Fans vom Red-Baron-Fanclub die Sorgenfalten ins Gesicht. Doch Daniel Schmitt, erstmals in der Startformation, war nicht nur ein Ersatz, er bot eine souveräne Leistung.
Ob es gerade daran lag, dass die Mannen von Schwaigs Trainer Jozef Janosik am Ende froh waren, wenigstens einen Punkt daheim gerettet zu haben? Jedenfalls zeigten die Gäste eine starke Mannschaftsleistung.

Begonnen hatte die Partie mit einem Kellermann-Punkt für Eltmann, doch dann nach einem Aufschlag-Ass von Stanic für Schwaig merkte man sofort, dass die Gastgeber wie im Vorjahr die Eltmanner ohne Satzgewinn nach Hause schicken wollten. Während mehrfach die Netzkante mit dem SV im Bunde war, so beim Aufschlag-Ass von Dzierwa zum 6:4, schien die Hallendecke den Oshino Volleys zugetan.


Nach 18:18 den ersten Satz gewonnen

Ein souveräner Sebastian Richter in der Annahme, die schnellen kurzen Zuspiele von Daniel Schmitt und ein zeitweise souveräner Block sorgten dafür, dass Eltmann den Spieß umdrehte und zur zweiten Technischen Auszeit mit 16:12 führte. Doch Schwaig kam zum 18:18-Gleichstand. Erneut gelang die Führung, das 18:20 war ein herrliches Peta-Ass. Nach dem 20:22 schlug Kellermann in den Block, doch auch ein 23:23 ließ die Gäste nicht nervös werden, und sie sicherten sich mit 23:25 diesen Satz.
Im zweiten profitierten sie dann davon, dass der SV in der Genauigkeit seiner druckvollen Aufschläge nachließ. Nach einem sehr konzentriert gespielten Mittelteil mit mehreren guten Ballwechseln ging der VC Eltmann mit 16:10 in die zweite Technische Auszeit.

Als Kellermann nach einem kurzen Schmitt-Zuspiel den Ball zum 14:20 ins Schwaiger Feld drosch, glaubten die Eltmanner Fans, dass auch dieser Satz zu gewinnen sei. Ein Ass von Schmitt zum 16:22 gab weiteres Selbstvertrauen. Kapitän Richter machte die beiden letzten Punkte zum 18:25.
Die Schwaiger Fans waren konsterniert, doch die Mannen um Florian Tafelmayer gingen mit Vollgas in den dritten Satz, erkämpften eine 7:3-Führung und blieben vorn. Zwar kam Eltmann nochmal auf 20:17 heran, und Schippmann konterte zum 23:21 noch einmal, doch die knapp 400 Zuschauer sahen den ersten Schwaiger Satzgewinn.


Sogar eine Rote Karte

Der vierte Durchgang verlief spannend, bis zum 14:13 setzte sich kein Team ab, Doch dann gelang es den Janosik-Schützlingen, auf 18:13 davonzuziehen. Peta sorgte zwar dafür, dass es wieder etwas knapper wurde, doch dann wurde es unübersichtlich. Es gab Proteste, knappe Entscheidungen, und der Eltmanner Hansi Nürberger erhielt erstmals in seiner Karriere nach Diskussionen die Rote Karte, was den Schwaigern einen 22:16-Vorsprung einbrachte. Die Eltmanner kämpften sich, von etwa 30 Fans angefeuert, nochmals durch Schmitt und Schippmann auf 21:20 heran. Doch es reichte nicht mehr, und Schwaig erzwang mit 25:21 den Tiebreak.
Nach dem 2:2 zogen dann im Satz Nummer 5 die Eltmanner, die den Satzausgleich innerlich verarbeitet hatten, davon. Der Block stand mehrfach gut, und ein weiterer Aufschlagfehler der Schwaiger brachte dem VCE einen 9:4-Vorsprung. Bis auf 11:13 kamen die "Gelb-Blauen" nochmals heran, doch ein Spektakel mit mehreren Netzaktionen endete mit dem 11:14, und Timon Schippmann war es vorbehalten, kurz vor 22 Uhr den zweiten Matchball zur erfolgreichen Revanche für die glatte Niederlage in der Vorsaison zu verwandeln. Die Eltmanner inklusive Milan Maric feierten, die Schwaiger waren zwar enttäuscht, dann aber zufrieden, einen Punkt gerettet zu haben.
Es war ein absolut spannendes Spiel mit vielen hochklassigen Elementen. Maric resümierte: "Schwaig hat uns mit den harten Aufschlägen anfangs unter Druck gesetzt, doch unsere Mannschaft zeigte eine geschlossene Teamleistung, bei der jeder für jeden kämpfte. Zusammen mit den sich häufenden Aufschlagfehlern der Schwaiger war das unser Siegrezept. Daniel Schmitt hatte einen sehr guten Einstand, und Sebastian Richter spielte in der Annahme wie ein Kapitän."