Ja, fünf Euro für das Phrasenschwein. Aber wohl jeder, der bei dieser Partie im Haßfurter Eisstadion war, wird zustimmen: Das war Werbung für Eishockey. In einem wahren Krimi lieferten sich die "Hawks" des ESC und die "Wölfe" des EC Bad Kissingen einen tollen Schlagabtausch von der ersten bis zur letzten Minute. Nach der Schlusssirene hatten die Hausherren im Auftaktderby der Landesligasaison knapp mit 7:6 (2:3, 3:2, 2:1) die Nase vorn. Der erste Dreier der neuen Saison war eingefahren.

Kein Wunder, dass der Jubel bei den meisten der gut 600 Zuschauer riesengroß war. "Besser für die Landesliga geht wirklich nicht", zeigte sich auch Martin Reichert begeistert, obwohl ihm während der Partie nicht nur einmal der Atem stockte. Der ESC-Trainer sah jedenfalls "zwei gleichwertige Mannschaften" mit "zwei sehr guten Torhütern. Die haben hervorragend gehalten", gab es ein Sonderlob für den ESC-"Hexer" Martin Hildenbrand sowie sein Gegenüber Donatas Zukovas.


Die Haßfurter gehen schnell in Führung

Zumindest in der Anfangsphase aber schien sich die Partie recht einseitig zu entwickeln, denn die beiden Tschechen im ESC-Dress, Jakub Sramek und Petr Krepelka, die zusammen elf Scorerpunkte (fünf Tore) zum Erfolg beitrugen, brachten die Haßfurter innerhalb von nur 39 Sekunden schnell mit 2:0 in Führung (2., 3.). Dies beeindruckte die Kissinger jedoch nicht. Die mit zahlreichen exzellenten Spielern bestückte Mannschaft schlug dank der sehenswerten Vorstellung eines Neuzuganges zurück: Anton Zeivald, 20 Jahre junger Russe aus der 3. Liga seines Heimatlandes, brachte das "Wolfsrudel" mit einem Hattrick erstmals nach vorne (8., 10., 16.). Der ehemalige Haßfurter Eugen Nold erzielte nach dem ersten Seitenwechsel dann das 2:4 (26.), was die gut 100 Kissinger Anhänger lautstark bejubelten.

Davon wiederum zeigten sich die "Hawks" nur kurz geschockt und zeigten Siegeswillen. Georg Lang (33., 37.) sowie dazwischen der überragende Jakub Sramek, nach der Begegnung zum ESC-"Spieler des Abends" gewählt, brachten mit einem fulminanten Zwischenspurt wieder die Gastgeber nach vorne. Kissingens Roman Nikitin markierte in der Schlussminute des zweiten Abschnittes schließlich das 5:5 (40.), sodass für die letzten 20 Minuten für Hochspannung gesorgt war.


Entscheidung in der 59. Minute

Nach je einem weiteren Treffern für beide Kontrahenten - Sramek erhöhte auf 6:5 (46.), Christian Masel glich erneut aus (58.) - überwand schließlich Petr Krepelka 104 Sekunden vor der Schlusssirene EC-Torwart Donats Zukovas zum siebten Male und erzielte den Siegtreffer (59.). "Die Mannschaft hat es sich letztlich verdient", sagte Reichert zum Sieg und fügte hinzu: "Hier zu Hause gegen die Wölfe gewinnen, es gibt nichts Schöneres und macht Lust auf mehr." Auch David Franek, der zwar "nur" einen Assist zum Erfolg besteuerte, aber eine tadellose Leistung bot, war bis auf einige Ausnahmen zufrieden mit dem ersten Pflichtauftritt. "Es ist schon schwer, gegen Kissingen zu spielen. Die sind erfahren und waren wirklich sehr gut", sagte der 31-Jährige.
Nach dem gelungenen Auftakt vor heimischen Fans stehen nun zwei Auswärtsbegegnungen auf dem Programm: Am kommenden Sonntag geht es zur SE Freising und am Freitag, 20. Oktober, dann zum VER Selb 1b. Ihr nächstes Heimspiel bestreiten die "Hawks" erst wieder am Sonntag, 22. Oktober, gegen den ESV Burgau.