1:1, 2:2, 2:1 - diese Drittelergebnisse sahen die Zuschauer vor exakt einem Jahr, als der ESC Haßfurt in der Eishockey-Landesliga nach einem packenden Derby-Kampf die "Wölfe" des EC Bad Kissingen mit 5:4 in die Knie zwang. Zum Auftakt der Saison könnte es am Sonntag (18.30 Uhr) eine Wiederholung geben, denn erneut sind die Kissinger zu Gast im Stadion am Großen Anger. Auch ESC-Trainer Martin Reichert freut sich auf das Wiedersehen.


Auf den Aufstieg verzichtet

Dabei hätte es dieses Unterfranken-Duell fast gar nicht gegeben, schließlich ist die Mannschaft um EC-Spielertrainer Mikhail Nemirowsky nach zwei Entscheidungssiegen gegen die "Wanderers" aus Germering sportlich in die Bayernliga aufgestiegen. Doch nach langer Ungewissheit über die Zukunft der städtischen Eishalle mit einem möglichen Verkauf sollte das Risiko nicht eingegangen werden. Mittlerweile scheint dahingehend wieder Ruhe einkehrt zu sein. Da der 42-jährige Nemirowsky weiterhin das Zepter im "Wolfsbau" schwingt, haben sich unter anderem auch Viktor Ledin, Roman Niktin, der Finne Nico Samuel Grönstrand oder die Ex-Haßfurter Eugen Nold und Lukas Zänglein weiter an den Verein gebunden. Auch der letztjährige Schlussmann Donatas Zukovas, ehemaliger U18- und U20-Nationaltorwart Litauens, ist nach Bad Kissingen zurückgekehrt.

Neu sind etwa der junge Russe Anton Seewald, der oberligaerfahrene Nikolai Varianov, Marc Zajic, Richard Adam (beide ERV Schweinfurt), der Ex-Haßfurter Adrian Persch oder der Deutsch-Ukrainer Georgy Buga. Andererseits haben namhafte Spieler Bad Kissingen verlassen, darunter Marc Hemmerich.


Kissingen setzt auf Training

Die Gäste bestritten keinerlei Testspiele, sondern haben sich ausschließlich mit Trainingseinheiten, unter anderem im Haßfurt, auf die Saison vorbereitet. Für Martin Reichert spielt das jedoch keine große Rolle. Er erinnert an das Vorjahr mit ähnlichen Voraussetzungen. Die Bad Kissinger hätten "wieder einen sehr guten Kader mit richtig guten Eishockeyspielern. Ich bin sicher, dass sie uns wieder alles abverlangen werden", sagt der 52-Jährige und richtet sich auf eine "ganze enge Kiste" ein.

Mit den Testspielen zeigte er sich trotz des mageren Abschlusses gegen Bayreuth 1b indes einverstanden. "Die Vorbereitung war dieses Jahr mit schwereren Gegnern sehr anspruchsvoll. Dass wir des Öfteren nicht komplett antreten können, war auch klar." Einige Jugendspieler hätten sich jedoch "sehr gut präsentiert. Man ist geneigt, sie einigen älteren Spielern vorzuziehen." Allerdings wolle man sie "unter allen Umständen" in ihrer Mannschaft belassen und "nicht frühzeitig verheizen."
Christian Dietrich ist aufgrund einer Spieldauerdisziplinarstrafe im letzten ESC-Auswärtsspiel der Saison 2016/2017 in Vilshofen noch gesperrt, auch steht noch ein Fragezeichen hinter den Einsätzen von Ilja Kinereisch (Zerrung) und Georg Lang. Letzterer verletzte sich beim Motorsport leicht.