Sand am Main
Fußball-Bayernliga Nord

FC Sand erkämpft mit viel Moral einen Punkt

Nach 1:3- und 3:4-Rückstand und trotz zweier Eigentore schaffte der FC Sand in der Fußball-Bayernliga Nord noch ein 4:4 gegen die SpVgg Jahn Forchheim.
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Das  ist  der 1:1-Ausgleich  für den FC Sand: Mittelstürmer Tevin McCullough (Zweiter von rechts) setzt sich gegen den Forchheimer Dominik Friedrich (rechts) durch und überwindet Gästekeeper Patrick Oeser mit einer "Bogenlampe".
Das ist der 1:1-Ausgleich für den FC Sand: Mittelstürmer Tevin McCullough (Zweiter von rechts) setzt sich gegen den Forchheimer Dominik Friedrich (rechts) durch und überwindet Gästekeeper Patrick Oeser mit einer "Bogenlampe".
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Ein bis in die Nachspielzeit hinein nervenaufreibendes Fußballspiel sahen die rund 350 Zuschauer auf dem Kunstrasenplatz in Sand zwischen dem gastgebenden FC und der SpVgg Jahn Forchheim. Als den Hausherren nach zweimaligem Rückstand die Felle davonzuschwimmen drohten, bewiesen sie Moral und retteten quasi in letzter Sekunde doch noch einen Punkt.

Dass der FC Sand derzeit von Verletzungspech verfolgt wird, ist hinreichend bekannt. Einmal mehr hatten sie aber auch Pech im Spiel. Zu den vier Treffern der Oberfranken steuerten die Sander zwei Eigentore bei. Ebenso hätte der Schiedsrichter aus Sander Sicht die Treffer 2 und 3 der Gäste wegen vorausgehender Fouls nicht durchgehen lassen dürfen. "Für einen Schiedsrichter, der so eine Spielweise zulässt, können wir nichts", so der Forchheimer Trainer Christian Springer dazu, der damit aber auch ein paar kritische Aktionen der Heimischen anprangerte.

Das letzte Aufgebot des FC Sand startete couragiert und hatte gleich zu Beginn durch Thorsten Schlereth eine gute Möglichkeit. Doch zeigten die groß gewachsenen Forchheimer schnell, dass sie spielerisch das besser strukturierte Team sind. Nach einem Ballverlust der Hausherren im Mittelfeld schoss Andi Mönius, und vom Sander Andre Karmann unglücklich ablenkt, flog der Ball ins Netz zum 0:1 (12.). Die Sander Mannschaft ließ sich davon aber wenig beeindrucken. Vom jungen Fabian Röder gut in Szene gesetzt, hatte Tevin McCullough in der 18. Minute eine erste gute Ausgleichschance. Nur eine Minute später verwertete er das gute Zuspiel von Sebastian Wagner mit einem überlegten Heber. Sand hielt nicht nur kämpferisch dagegen, sondern hatte auch spielerisch etwas zu bieten. Mehr Möglichkeiten besaßen aber die Oberfranken.


Fouls werden nicht geahndet

Bei Sand musste der "Gelb"-belastete Andre Karmann in der Kabine bleiben. Für ihn musste Offensivspieler Andi Reith in die Defensive zurück, was Uwe Ernst so kommentierte: "Mir gehen die Abwehrspieler aus."

In der 52. Minute blieb ein klares Foul am Sander Fabian Röder im Mittelfeld ungeahndet. Dadurch blieb Forchheim im Ballbesitz und nutzte dies durch Jens Wartenfelser zum 1:2. Eine ähnliche Szene gab es in der 74. Minute, als Wartenfelser Reith geradezu umriss. Auch da blieb der Pfiff aus. Wartenfelser flankte, und Mönius vollendete mit einem gut getimten Kopfball zum 1:3.

Was folgte, war nichts für schwache Nerven. Postwendend gelang nach einem Eckstoß Dominic Leim per Kopfball der 2:3-Anschlusstreffer (75.). Die FC-ler warfen nun alles nach vorne. Nach einem weiten Ball von Joe Bechmann aus der eigenen Abwehr heraus setzte sich Thosten Schlereth gut durch, und seine flache Eingabe drückte der eingewechselte Marc Fischer zum 3:3 ins Netz.

Und der nachsetzende FC Sand hatte nun sogar die Chance zur eigenen Führung. Sebastian Wagner zog in der 86. Spielminute einen 20-Meter-Freistoß wunderbar um die Gäste-Abwehrmauer herum, doch das Leder klatschte an den Pfosten. "Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu", sagte einst der Ex-Bayern-Profi Jürgen Wegmann. Genau so kam es beim FC Sand, denn in der 88. Minute spitzelte Joe Bechmann eine harmlose Eingabe von Wartenfelser äußerst unglücklich ins eigene Netz zum 3:4. Doch damit noch nicht genug in diesem verrückten Bayernligaspiel. Die Gastgeber bewiesen Moral und berannten in den Schlussminuten vehement das Jahn-Tor. Dass es ausgerechnet Bechmann war, der in der letzten Minute der Nachspielzeit selbst noch für den 4:4-Ausgleich sorgte, dürfte für den Besten der mit einer sehr starken Gesamtleistung aufwartenden Sander Mannschaft eine Genugtuung gewesen sein.


Uwe Ernst lobt die Moral

FC-Trainer Uwe Ernst sagte: "Wenn der Freistoß von Sebastian Wagner nicht an den Pfosten, sondern ins Tor geht, führen wir 4:3 und gewinnen das Spiel. Aber so ist eben Fußball. Nach dem 1:3-Rückstand hat meine Mannschaft, wie auch schon in den bisherigen Spielen, eine wahnsinnige Moral bewiesen. Für Joe Bechmann freut es mich besonders, dass ihm nach seinem sehr unglücklichen Eigentor doch noch der Ausgleich gelungen ist."
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