Haßfurt
Eishockey-Landesliga

ESC Haßfurt verliert Derby nach Verlängerung

Der ESC Haßfurt verlor das Derby der Eishockey-Landesliga gegen den ERV Schweinfurt nach Verlängerung mit 3:4, bleibt aber Spitzenreiter.
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Tor für Haßfurt: Nach seinem Treffer zur 2:1-Führung war die Welt bei Jakub Sramek noch in Ordnung. Kurz darauf musste der Torjäger der "Hawks" nach einem Stockcheck mit starken Schmerzen in der Rippengegend vom Eis.
Tor für Haßfurt: Nach seinem Treffer zur 2:1-Führung war die Welt bei Jakub Sramek noch in Ordnung. Kurz darauf musste der Torjäger der "Hawks" nach einem Stockcheck mit starken Schmerzen in der Rippengegend vom Eis.
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"Die Nummer 1 am Main sind wir", skandierten die Fans der "Blau-Weißen" nach der Schlusssirene. Mit "Spitzenreiter, Spitzenreiter"-Rufen hielten die Anhänger der "Rot-Weißen" dagegen. Tatsache ist: Mit dem Ergebnis von 3:4 (1:1, 1:0, 1:2, 0:1) im Derby der Eishockey-Landesliga Gruppe 1 zwischen dem ESC Haßfurt und dem ERV Schweinfurt, für das Kissingen-Rückkehrer Richard Adam in einem packenden Derby 50 Sekunden vor Ablauf der fünfminütigen Verlängerung sorgte, können beide Kontrahenten gut leben.

Die Haßfurter "Hawks", weil sie im Spitzenspiel der Eishockeylandesliga Gruppe 1 nach zwischenzeitlicher 3:1-Führung nicht ganz leer ausgingen sowie mit einem weiteren Pluspunkt und nunmehr 33 Zählern nach wie vor die Tabelle anführen. Ebenso die Schweinfurter "Mighty Dogs", die ihr Punktekonto auf 28 hochschraubten und weiter dick im Rennen sind. "Das war sehr wichtig für uns, weil wir jeden Punkt brauchen", zeigte sich Schweinfurts Trainer Zdenek Vanc sehr erleichtert.


1778 zahlende Zuschauer in der Halle

"Haßfurt", fügte er hinzu, "ist dieses Jahr wirklich stark. Umso mehr freue ich mich, dass wir zwei Punkte mitnehmen können." Jedoch, das räumte der 38-jährige Tscheche ein, sei auch "etwas Glück" dabei gewesen. Die Hausherren lagen bis fünf Minuten vor dem Ende des spielerisch zwar nicht immer hochklassigen, aber stets schnellen, hart umkämpften und spannenden Schlagabtausches noch komfortabel in Front. Sage und schreibe 1778 Zuschauer - so die offizielle Zahl - sorgten dabei für einen neuen ESC-Rekord im Stadion am Großen Anger.

Immerhin beantwortete Michael Breyer in der letzten Minute des ersten Abschnittes die Gästeführung von Jonas Manger (11., das Zuspiel kam von ERV-Dezember-Neuzugang Nummer 2, Michele Amrhein) mit dem 1:1-Ausgleich. Dann brachte Jakub Sramek seine "Hawks", bei denen Neu-Verteidiger Daniel Hora einen guten Einstand gab, in der 30. Spielminute erstmals nach vorne. Als Michal Babkovic, "Spieler des Abends" beim ESC, zu Beginn der letzten 20 Minuten den Puck bei eigner Überzahl zur 3:1-Führung ins Netz lupfte und dabei Schweinfurts Schlussmann Benjamin Dirksen, "Spieler des Abends" bei den "Mighty Dogs", keinerlei Abwehrchance ließ (42.), hofften zumindest die ESC-Fans im Stadion auf den zwölften Saisonsieg.


Sramek scheidet verletzt aus

Doch es kam anders. Ausgerechnet Jakub Sramek konnte nach einem Stockcheck in die Seite aufgrund starker Schmerzen nicht mehr mitspielen. "Das hat nicht nur ihm, sondern auch mir sehr wehgetan", sah ESC-Trainer Martin Reichert im Ausfall des Toptorschützen sogar einen Grund für die Niederlage. Fakt ist, dass die neu zusammengestellten ESC-Reihen sich dem zunehmenden Druck der Schweinfurter ausgesetzt sahen. Und sehr zur Freude der knapp 500 Gästefans sorgten ERV-Kapitän Dion Campbell bei doppelter Überzahl - Alexander Stahl und Max Hildenbrand saßen in der Kühlbox - sowie Rückkehrer Michele Amrhein vier Minuten vor der Schlusssirene mit einem Doppelschlag für den 3:3-Ausgleich (56./57.).


Entscheidung in Unterzahl

Es ging wieder einmal in die Verlängerung mit jeweils drei Akteuren, in der zunächst nichts Aufregendes passierte. Bis zur 63. Minute, als Ilja Kinereisch zwei Strafminuten kassierte und die "Mighty Dogs" auf vier Feldspieler aufstocken durften. Richard Adam erzielte nach Vorlage von Marc Zajic, ebenfalls Rückkehrer vom EC Bad Kissingen und somit dritter Neuzugang, den 3:4-Endstand.


Die Fans blieben in und außerhalb der Halle friedlich

"Die Strafzeit hat uns leider das Genick gebrochen. Aber so kann man verlieren, das gehört zum Hockey dazu. Auch wenn es am Ende für uns nicht schön war", nahm es Reichert sportlich und stellte das Positive des Abends in den Vordergrund. "Es hat doch sicher jedem Spaß gemacht, der das heute hier miterlebt hat", freute er sich über die tolle Unterstützung von vielen tollen und friedlichen Fans - aus beiden Lagern. Dies lag sicher auch an der tadellosen Leistung des Schiedsrichtergespanns. "Einwandfrei", gab es von ihm ein Lob für Siegfried Guth und Maximilian Reitz.

Derweil gab es noch eine tolle Szene, denn Haßfurts Phillip Bates und ERV-Coach Zdenek Vanc, verantwortlich für den Schien- und Wadenbeinbruch des letztjährigen "Hawks"-Kapitäns bei der Massenschlägerei vor einem Jahr im Schweinfurter "Idecome", reichten sich bereits vor dem Anpfiff des Derbys die Hand. Und laut Einsatzleitung der Polizei kam es sowohl im als auch außerhalb des Stadions zu keinerlei Vorkommnissen. So muss das Derby sein.


Stimmen zum Spiel

David Franek (Haßfurter Stürmer): "Das war kämpferisch von beiden Seiten ein sehr schweres Spiel. Läuferisch stark. Letztlich können beide gewinnen. Der Glücklichere hat dann gewonnen. Wir haben alles gegeben, es hat leider nicht ganz geklappt."

Thomas Berndaner (Teammanager "Mighty Dogs"). "Es war ein glücklicher Sieg für uns. Es ist zwar alles möglich, aber wenn man 3:1 in einem Derby hinten liegt, dann hat man eigentlich keine Chance mehr. Es war ein schnelles und absolut faires Spiel vor einer super Zuschauerkulisse. Das hat es, denke ich, in Haßfurt schon lange nicht mehr gegeben."

Max Hildenbrand (Haßfurter Verteidiger): "Die Schiedsrichter haben heute gut gepfiffen. Auf alle Fälle kein Vergleich zum letzten Derby mit der Massenschlägerei. Der Ausfall von Jakub hat uns natürlich extrem geschwächt. Trotzdem haben wir einen Punkt mitgenommen und gehen deshalb auch positiv aus diesem Abend."
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