Zeil am Main
Waldmarathon

Die Ultraläufer geben in Zeil den Ton an

Beim Zeiler Waldmarathon stellte Niels Bubel einen neuen Streckenrekord auf, den Halbmarathon gewann Martin Ahlburg.
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Regen hin, Kälte her, viele Langstreckenläufer ließen es sich nicht nehmen, beim 14. Zeiler Waldmarathon zu starten.
Regen hin, Kälte her, viele Langstreckenläufer ließen es sich nicht nehmen, beim 14. Zeiler Waldmarathon zu starten.
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Typisch für den November zeigte sich zum Faschingsbeginn das Wetter von seiner schlechten Seite und machte am Samstag den Teilnehmern beim 14. Zeiler Waldmarathon das Leben schwer. Bei kühlen Temperaturen und regnerischen Bedingungen weichte der Waldboden, der den charakteristischen Untergrund der Laufveranstaltung ausmacht, noch vor dem Start auf, sodass eine schlammige Strecke für zusätzliche Schwierigkeiten sorgte.

Denn die Topographie der Veranstaltung stellte bereits ohne die widrigen Bedingungen mit 420 Höhenmetern beim Halbmarathon sowie 840 Höhenmetern auf der Marathon-Distanz eine ordentliche Herausforderung für alle Teilnehmer dar. Dennoch meldeten sich rund 900 Läufer aus weiten Teilen Deutschlands sowie aus dem Ausland beim TV Zeil für die anspruchsvolle Veranstaltung an. "Die Strecke hat es in sich, aber aus diesem Grund heißt es ja ,die Herausforderung im Naturpark Haßberge'", rückte Veranstalter Hubert Karl vor dem Start noch einmal das Motto des Zeiler Waldmarathons in den Vordergrund.

Neben sportlich ambitionierten Teilnehmern standen laut Karl "für 90 Prozent vor allem der Spaß an der Freude" im Vordergrund. Trotzdem "nehmen die Leute die Herausforderung an, was herrlich zu sehen ist und den Zeiler Halbmarathon zur zweitgrößten Laufveranstaltung Unterfrankens macht", zeigte sich der Veranstalter sichtlich zufrieden mit der Resonanz. Zudem komplettierte in diesem Jahr das prominent besetzte Ultrateam Deutschland das internationale Teilnehmerfeld, in dem auch Läufer aus Tschechien, Ungarn und Südafrika standen.


Sieger setzt sich früh ab

Um 10 Uhr starteten die Teilnehmer des Marathons auf die anspruchsvollen 42,195 Kilometer. Vom Start weg setzten sich hier der spätere Sieger Niels Bubel aus der Abordnung der deutschen Ultra-Läufer sowie dessen Teamkollege Giovani Gonzales an die Spitze des Feldes. Bereits an der ersten von zwei Zielpassagen hatte Bubel seinen Begleiter abgehängt. Der deutsche Meister über 50 Kilometer aus den Jahren 2014 und 2015 ließ auch auf der zweiten Runde nichts mehr anbrennen und sicherte sich souverän den Sieg mit 2:39:10 Stunden. Bubel stellte somit einen neuen Streckenrekord auf und verwies seinen Teamkameraden Gonzales (2:42:43) auf den zweiten sowie mit einem Vorsprung von mehr als 21 Minuten Björn Sturm auf den dritten Rang.

"Es war mit Sicherheit der dreckigste Marathon in meinem Leben", resümierte der Sieger im Ziel, sagte aber auch: "Es war ausgesprochen schön, ich hatte schon lange keinen so schönen Marathon mehr. Die Reise aus Berlin hat sich definitiv gelohnt." Er habe bereits früh im Rennen gemerkt, dass er seinen eigenen Rhythmus durchziehen könne, weshalb er bereits nach wenigen Kilometern isoliert an der Spitze lief. "Besser hätte es heute für mich nicht laufen können", freute sich Bubel über seinen Triumph. Er habe den Zeiler Waldmarathon vor seiner Teilnahme nicht gekannt und nahm nun aufgrund des Trainingslagers des deutschen Ultrateams an der Veranstaltung teil. "Der Zeiler Waldmarathon war für mich der Auftakt ins Wintertraining. Ich will im nächsten Jahr wieder die 100 Kilometer in Angriff nehmen und hoffe, den Schwung von heute mitnehmen zu können", gab der Sieger abschließend noch einen Ausblick auf sein anstehendes Programm.

Auch Teamkollege Giovani Gonzales fand positive Worte für die Laufveranstaltung. "Vielen Dank an die Organisatoren, die Helfer und die Menschen drum herum. Die schöne Strecke und die tolle Stimmung machen diesen Marathon so besonders, einfach fantastisch", lobte der Ultraläufer. Auch er habe nach sechswöchiger Trainingspause, ähnlich wie Teamkollege Bubel, den Waldmarathon zum Auftakt ins Winterprogramm genutzt. Trotz der rutschigen und schlammigen Verhältnisse stand auch für ihn der Spaß im Vordergrund, sodass Gonzales mit seinem zweiten Platz durchaus zufrieden war.
Eine Stunde nach den Marathonläufern starteten die Teilnehmer des Halbmarathons auf die 21,1 Kilometer lange Strecke, während zwischen den beiden Hauptveranstaltungen noch die Nordic-Walker und Walker auf die wahlweise 7,5 oder 21,1 Kilometer geschickt wurden. Wie auf der langen Distanz, so setzte sich auch beim Halbmarathon mit Martin Ahlburg ein Mitglied des deutschen Ultraläufer-Teams durch. In 1:20:37 verwies er Martin Ackermann von der TG 48 Schweinfurt mit 31 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Rang. Das Podium komplettierte Samuel Bekele mit 1:22:45, der nur knapp die beiden Lokalmatadoren Ullrich (1:22:56 Stunden) und Felix Pfuhlmann (1:23:19 Stunden) vom Team SG Eltmann Mainathlon auf Distanz hielt.


Viel Lob für die Strecke

Ahlburg freute sich über seinen Triumph, führte aber aus, dass für ihn, wie auch für das deutsche Ultrateam, der Spaß an der Veranstaltung im Fokus stand. Demnach habe er sich kein festes Ziel für den Lauf gesetzt, da ihm noch die deutsche Meisterschaft vor einigen Wochen in den Beinen gesteckt habe und er nicht wusste, wie es für ihn laufen würde. "Die Strecke war einfach wunderschön, das hat heute sehr viel Spaß bereitet", freute sich der Sieger trotz der widrigen Bedingungen sichtlich. Er vertrat somit dieselbe Meinung wie die allermeisten Teilnehmer, die sich trotz kühler Temperaturen, immer wieder einsetzenden Regens und schlammigen Bodens die gute Laune nicht verderben ließen.
So zeigte sich auch Felix Pfuhlmann, der seinen ersten Halbmarathon lief, zufrieden mit seinem herausragenden fünften Platz unter diesen Gegebenheiten. "Es war verdammt dreckig und sehr nass, aber das sind Bedingungen, die ich mag", schilderte er seine Eindrücke. Nach sechswöchigem Lauftraining und seinem Auftakt beim Abt-Degen-Lauf, bei dem er über elf Kilometer den zehnten Platz belegt hatte, steht für ihn nach dem Zeiler Waldmarathon, ähnlich wie für viele weitere Teilnehmer, nun erst einmal die Winterpause an.


Der Termin für 2018 steht schon

Die 14. Austragung der Laufveranstaltung war somit auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. "Es ist für uns schön zu sehen, dass der Zeiler Waldmarathon so gut angenommen wird", zeigte sich Veranstalter Hubert Karl zufrieden und gab abschließend bereits einen ersten Ausblick auf das kommende Jahr: "Die Veranstaltungen sind bereits angemeldet, und am 10.11. 2018 wird im Normalfall die 15. Austragung stattfinden." So blicken Organisatoren, Helfer und Teilnehmer schon jetzt freudig auf das kommende Jahr, wenn die Laufveranstaltung, die für viele Sportler schon zum Pflichtprogramm zählt, ein kleines Jubiläum feiern wird.
Die Ergebnisse finden Sie unter www.zeiler-waldmarathon.de
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