Die Kirche ist, wenn man so sagen will, ein Reparaturbetrieb. Das Seelenheil der Menschen bedarf mancher Überholung und Erneuerung. Wenn die Kirche ein Schäfchen retten kann, dann wird das nicht an die große Glocke gehängt. Die Zeit zeigt, ob aus dem schwarzen Schaf dauerhaft ein weißes Schaf geworden ist...

Glocken, Zeit, Reparatur - diese Begriffe sind derzeit auch in der katholischen Pfarrei Sankt Michael ein Thema. Allerdings nicht im übertragenen Sinne, sondern ganz konkret. Am mächtigen Turm der Stadtpfarrkirche wurde ein Baugerüst angelegt, weil im oberen Teil des Bauwerks gleich zwei Baustellen abgearbeitet werden. Dabei geht es um die Glocken und die Uhr.

Vor fast eineinhalb Jahren, im Juni 2016, war der Zeiger der Zeiler Kirchturmuhr mit der Hilfe eines Krans abgenommen worden. Der Zeiger war locker geworden, weil die Antriebswelle, die den Zeiger hielt, kaputt war. Der Zeiger stand kurz "vor dem Abfallen", wie Pfarrer Michael Erhart beschreibt. Zwar stellte sich heraus, dass das Teil wesentlich leichter war, als angenommen wurde, aber der lockere Zeiger stellte dennoch eine große Gefahr dar. Man stelle sich nur vor, er wäre aus 36 Metern Höhe auf Menschen gefallen, die sich am Turmfuß befinden...

Jetzt wird der Zeiger wieder sicher angebracht. Übrigens: Die Zeiler Kirchturmuhr hat nur einen einzigen Zeiger. Es gibt keine zwei Teile, die die Stunden und Minuten markieren, wie sie sonst üblich sind. In Zeil muss ein Zeiger reichen.

Die zweite Baustelle sind die Glocken. Eine nach der anderen hat laut Pfarrer Erhart Probleme gemacht. Der Antrieb und die Sättel (Aufhängung) der Glocken sind defekt geworden. Auch diese Probleme werden jetzt behoben. In zwei oder drei Wochen soll alles wieder in Ordnung sein. "Wir hoffen, dass wir dann wieder ein volles Geläut haben", sagte Michael Erhart unserem Portal.

Die Kosten für die Reparaturen am Zeiler Himmel sind nicht gerade gering. Der Pfarrer schätzt, dass rund 40 000 Euro für die Erneuerung der Glocken und die Sanierung der Uhr aufgebracht werden müssen.