Die Gemeinde Rauhenebrach beteiligt sich am Bewerbungsverfahren, die "Bäuerlichen Gemeinschaftswälder" im Steigerwald mit dem Siegel des immateriellen Kulturerbes zu bewerten. Das beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig.

Bei der Kulturlandschaftsinventarisierung des Steigerwaldes wurden verschiedene Eigenheiten der Region herausgearbeitet, die durchaus die Qualität haben, als Kulturerbe anerkannt zu werden. Dazu gehören beispielsweise die Hutzelkultur in Fatschenbrunn, die Bürgerwehren in Castell oder Oberschwarzach und eben auch die "Bäuerlichen Gemeinschaftswälder", landläufig bekannt als Rechtlerwälder. Das Landschaftsbüro Büttner stuft diese speziellen Waldgemeinschaften als kulturelle Eigenheit ein, die Chancen hat, das begehrte Siegel des immateriellen Kulturerbes zu erhalten.

Die Gemeinde Rauhenebrach hat rund 470 Hektar Gemeindewald, gut 300 Hektar davon sind "rechtsbelastet", wie Bürgermeister Matthias Bäuerlein (FW) ausführte. Das heißt, bestimmte Familien haben ein Anrecht auf einen Teil der Holzernte. Seinem Vorschlag, ebenso wie beispielsweise die Stadt Gerolzhofen, mit diesen Rechtlerwäldern in das Bewerbungsverfahren einzusteigen, war der gesamte Gemeinderat einverstanden. Bis zum 30. Oktober muss der Antrag gestellt werden.

Um den Gemeindewald ging es auch im weiteren Verlauf der Sitzung. Revierförster Armin Remmele stellte die Planung für den Holzeinschlag im kommenden Winter vor. Diese Gelegenheit nutzte er auch, seine Philosophie der Waldbewirtschaftung zu vermitteln. Damit sich auch der Gemeinderat besser in die Materie Gemeindewald einarbeiten kann, wird zu einer der nächsten Sitzungen Franz Eder vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt eingeladen. Er soll anhand der Zwischenrevision darlegen, wie der Forstwirtschaftsplan von 2003 bisher umgesetzt wurde und wie die Auswirkungen auf den Gemeindewald waren.

Weitere Gäste in der Gemeinderatssitzung waren der Kreisbrandrat Ralf Dressel und Kreisbrandinspektor Georg Pfrang. Für die Feuerwehr Untersteinbach steht nämlich die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges an. Das bisherige Fahrzeug wurde vor über 20 Jahren angeschafft und immer wieder durch Zusatzausstattung an den technischen Fortschritt und die zunehmenden technischen Hilfeleistungen durch die Feuerwehr angepasst. Mehr Gewicht darf das alte Fahrzeug jedoch nicht mehr laden.

Angesichts der derzeitigen Förderkulisse in Bayern lautet der Vorschlag, ein neues Fahrzeug (LF 10) anzuschaffen und damit dieses Problem zu lösen. Das alte Fahrzeug soll in Dienst bleiben, um einen größeren Wasservorrat zu gewährleisten und auch zusätzlich Mannschaft transportieren zu können. Ein neues Fahrzeug würde je nach Ausstattung 250 000 bis 300 000 Euro kosten, die Zuschüsse würden sich auf 73 500 Euro belaufen. Die Entscheidung über den Kauf will der Gemeinderat in seiner November-Sitzung treffen.

Vertagt wurde die Stellungnahme zu einer Bauvoranfrage der Energy Holding GmbH aus Eschborn, die bei Theinheim eine Freiflächen-Photovoltaikanlage errichten möchte. Da es für diese Fläche keine Bauleitplanung gibt, die Voraussetzung für eine solche bauliche Anlage wäre, und einige andere Fragen noch zu klären sind, wird der Gemeinderat erst in einer späteren Sitzung zu dem Vorhaben Stellung nehmen.

Die Sanierung der Kläranlage in Prölsdorf schreitet plangemäß voran. In der Sitzung am Dienstag wurde der Auftrag für die Schlammpresse vergeben, die rund 146 000 Euro kostet. Zudem schloss der Gemeinderat dafür einen Wartungs- und Servicevertrag für vier Jahre ab.

Da das Rathaus derzeit saniert und umgebaut wird, steht der Sitzungssaal nicht als Trauzimmer zur Verfügung. Deshalb schlug Bürgermeister Matthias Bäuerlein vor, den Schulungsraum im Feuerwehrhaus zum Trauzimmer zu widmen. Ein Trauzimmer kann auch außerhalb des Rathauses angesiedelt sein, es muss aber offiziell als solches gewidmet sein und in Größe und Ausgestaltung den Anforderungen einer würdevollen Eheschließung genügen. Der Gemeinderat war sich einig, dass der Schulungsraum, der auch als Ausweich-Sitzungssaal dient, diesen Ansprüchen gerecht wird.