Haßfurt
Teilhabe

Mitmachen lassen

Gemeinsame Inklusion der Offenen Hilfen der Lebenshilfe Haßberge und des Mehrgenerationenhauses Haßfurt gelingt. Vanessa Siebert ist das beste Beispiel.
Artikel einbetten Artikel drucken
Vanessa Siebert (mitte)  ist im Ferienprogramm des Mehrgenerationenhauses "bunte offene Betreuung" mit Betreuerinnen der Lebenshilfe Haßberge e.V. kreativ. Sarah Krines
Vanessa Siebert (mitte) ist im Ferienprogramm des Mehrgenerationenhauses "bunte offene Betreuung" mit Betreuerinnen der Lebenshilfe Haßberge e.V. kreativ. Sarah Krines
+2 Bilder
Lachend hält Vanessa Siebert den bunten Pinsel in der Hand. Neben ihr sitzen andere Kinder und malen auch farbenfrohe Bilder. Erst spät fällt auf, dass Vanessa körperlich und geistig eingeschränkt ist. So soll es auch sein.

Seit Jahren pflegt das Mehrgenerationenhaus unter der Trägerschaft des Bayerischen Roten Kreuzes eine gute und vertrauensvolle Kooperation mit der Lebenshilfe und bindet in vielen Projekten Menschen mit Handicap ein. "Das kann natürlich nur mit einem offenen und engagierten Team erfolgreich funktionieren, denn wir als Rotes Kreuz sind davon überzeugt, dass beide Seiten profitieren und so das Thema Inklusion positiv für den Landkreis weiterentwickelt wird", erklärt Gudrun Greger, Leiterin des Mehrgenerationenhauses.

Neben dem Angebot "Vielfalt mit Genuss" - einem integrativen Koch- und Backangebot im Mehrgenerationenhaus - oder der Beteiligung der Offenen Hilfen am MGH-Sprachcafé durch Kreativ-Nachmittage wurde im letzten Jahr vor allem die inklusive Ferienbetreuung intensiviert. Nach einem gelungenen Start können nun in fast allen Schulferien Kinder mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung an den Ferienprogrammen teilnehmen.

Eine große Unterstützung, erste Barrieren abzubauen, war im August 2017 die Teilnahme der 13-jährigen Vanessa Siebert aus Zeil. Vanessa macht seit vielen Jahren bei den Freizeitangeboten der Offenen Hilfen der Lebenshilfe Haßberge mit. Das lebenslustige Mädchen geht gern ins Schwimmbad, hört Musik und genießt soziale Kontakte zu Gleichaltrigen. Ihre Eltern möchten Vanessa dabei unterstützen, ihren Interessen nachzugehen, unabhängig von ihrer Beeinträchtigung.

Das Mehrgenerationenhaus bietet jedes Jahr im "Betreuungsnetzwerk für alle Generationen" zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den bayerischen Schulferien Ferienprogramme an. Vanessa Siebert, die auf den Rollstuhl angewiesen ist, besuchte in den letzten Sommerferien das Ferienprogramm "Kunterbunte offene Betreuung".

Mit Unterstützung der beiden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Offenen Hilfen Jessica Holzmann und Sarah Krines konnte Vanessa wie jedes andere Kind teilnehmen. Sie malte mit den anderen, lachte viel und knüpfte neue Kontakt. "Beim Abholen war Vanessa bestens gelaunt", freute sich ihre Mutter Diana Siebert, die sich als Vorstandsmitglied in der Lebenshilfe Haßberge engagiert.

"Zu Beginn hatten wir Bedenken, ob Vanessa von den anderen Kindern akzeptiert und in die Gruppe integriert werden würde", fuhr Diana Siebert fort. Denn Vanessa kommuniziert anders - ohne Sprache. Das ist für nichtbehinderte Kinder oft eine ganz neue Erfahrung. Mitunter lernen sie dadurch, genauer und geduldiger hinzuschauen, Rücksicht zu nehmen und ihrem Gegenüber eine besondere Art von Aufmerksamkeit zu schenken. "So kann Vanessa auch etwas weitergeben. Und wenn sie lacht, dann steckt sie, ganz ohne Sprache, andere gleich mit ihrer guten Laune an", weiß die Mutter.

Nach dieser und weiteren positiven Erfahrungen im Ferienprogramm kann sich das Mehrgenerationenhaus und die Lebenshilfe eine Intensivierung und Fortführung der inklusiven Kooperation in jedem Fall vorstellen.
Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren