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Kläranlage

In Kurzewind greift Solidarprinzip

Um die Kosten für die neue Abwasseranlage im Ebener Stadtteil gibt es keine Debatte. Die Bürger melden keine Bedenken an.
In der Ortsmitte von Kurzewind, hier mit Blick in Richtung Gereuth, schauen Hans Gegner und Georg Baiersdorfer (von links) in eine Baugrube für die neue Abwasseranlage mitten in der Straße.  Foto: Helmut Will
 
von HELMUT WILL
Eigentlich ist inzwischen alles klar, was die Planung anbelangt. Dennoch ist das Konzept für die Kläranlage im Eberner Stadtteil Kurzewind durch einen Leserbrief nochmals in den Fokus geraten. Bei einer Bürgerversammlung am 19. Juli hatten in Kurzewind Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD), der Leiter des Bauamtes der Verwaltungsgemeinschaft Ebern, Martin Lang, Diplomingenieur Winfried Lamberty vom Büro SRP Schneider & Partner Ingenieur-Consult und Vertreter der Baufirma das Projekt "Sammelkläranlage" den Bürgern im Eberner Stadtteil vorgestellt. Bei einer vorausgegangenen Sitzung des Bauausschusses, sieben Tage vorher, wurden die Gesamtkosten für die Maßnahmen mit 473 000 Euro beziffert. Ist das zu teuer?
Diese Frage hat Carsten Präger aus Römmelsdorf in einem Leserbrief vom 10. August, indem er auf günstigere Projekte hinwies und hier explizit die Kläranlagen in Lohr und Römmelsdorf nannte, in die Öffentlichkeit getragen. Trifft dies zu oder hat Präger, wie eine Redewendung sagt, hier "Äpfel mit Birnen" verglichen?
Aufgrund des Leserbriefes hat diese Zeitung den Bürgermeister Jürgen Hennemann angesprochen. "Natürlich", räumt dieser ein, "ist das Abwassersystem für die wenigen Anwesen in Kurzewind teuer." In der genannten Bausumme sei aber nicht nur die Kläranlage erhalten. Die Summe dafür sei noch der "kleinste Anteil" aus der Gesamtsumme von 473 000 Euro. Enthalten sei in diesem Betrag auch das komplette Kanalsystem für Ab- und Regenwasser getrennt und die Straßenwiederherstellung nach der Baumaßnahme. "Vergleiche, wie von Herrn Präger angestellt, mit Kleinkläranlagensystemen in anderen Orten sind deshalb nicht passend", stellte Hennemann klar.
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Solidarprinzip

Weiter sagte er, dass in der Stadt Ebern das gesamte Abwassersystem aller Stadtteile in einer Einrichtungseinheit zusammengefasst sei. Das bedeute, dass Investitionen "von allen mitfinanziert werden", egal wo was am System gebaut oder saniert werde. "Dafür werden Ausbaubeiträge von allen angeschlossenen Grundstückseigentümern bezahlt und es gelten gleiche Gebührensätze", so das Stadtoberhaupt. Das passiere nach dem Prinzip des Solidarsystems und somit sei es für alle bezahlbar.
"Die Kurzewinder bezahlen für den Ausbau die gleichen Ersterschließungsbeiträge wie bei einem Hausneubau überall im Stadtgebiet auch", sagte Hennemann. Kleinkläranlagen an jedem Haus die von der Stadt betrieben werden, hätten auch zur Diskussion gestanden.
Der Stadtrat in Ebern habe jedoch schon länger entschieden, dass es eine Kleinkläranlage für alle Anwesen in Kurzewind geben soll. Diese sei leichter zu betreiben, als mehrere Einzelanlagen auf Privatgrund. Hennemann:
"Es ist eine öffentliche Entwässerungsanlage wie in allen Stadtteilen und damit werden die Bürger von Kurzewind gleich allen anderen im Stadtgebiet behandelt." Das sei mit den Bürgern vor Ort so abgestimmt und vom Wasserwirtschaftsamt genehmigt. "Gesprächsbedarf besteht deshalb nicht mehr und die Anlage wird gebaut wie beschlossen", stellt der Bürgermeister fest. Die Kanalbauarbeiten gingen gut voran und der Zeitplan könne aus heutiger Sicht eingehalten werden.
Hans Gegner lebt in Kurzewind. Er sagt zu der Diskussion: "Ich hätte es grundsätzlich für besser gehalten, wenn wir keine eigene Kläranlage gebraucht hätten, sondern unser Wasser mittels einer Leitung in Richtung Gereuth/Untermerzbach geleitet worden wäre. Ich meine, ohne genauere Fakten zu kennen, dass das die kostengünstigste Lösung gewesen wäre." Er sieht aber auch, dass man das erst hätte durchrechnen und klären müssen, ob die Gemeine Untermerzbach überhaupt mitgezogen hätte.
Zu den vorliegenden Kosten von insgesamt 473 000 Euro hat Gegner auch eine Meinung. "Wenn ich den Gesamtumfang sehe, denke ich, dass diese Kosten akzeptabel sind." Sein Nachbar, der namentlich nicht genannt werden wollte, hat Bedenken, dass auf die Anschlussnehmer eine doch recht hohe Belastung zukommen könnte, aber auch er sieht die Summe für das "Gesamtpaket" im Rahmen.
Seitens der Bürger von Kurzewind, die sich bei der Bürgerversammlung gut informiert fühlten, gab es im Übrigen keinen Einwand gegen die Kosten.
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