Haßfurt
Erschließung

ILEK definiert die Infrastruktur neu

Mit hohen staatlichen Fördermitteln sollen sogenannte ländliche Kernwege ausgebaut werden. Die Allianz "Main & Haßberge" legt fest,welche Wege das sind.
Artikel einbetten
Die Allianz "Main & Haßberge" will ein ländliches Kernwegenetz erstellen und Gemeindeverbindungsstraßen sowie Feldwege mit übergeordneter Erschließungsfunktion ertüchtigen oder ausbauen. Im Bild die Gemeindeverbindungsstraße Haßfurt-Augsfeld, die möglicherweise dafür infrage kommen könnte.  Foto: Ulrike Langer
Die Allianz "Main & Haßberge" will ein ländliches Kernwegenetz erstellen und Gemeindeverbindungsstraßen sowie Feldwege mit übergeordneter Erschließungsfunktion ertüchtigen oder ausbauen. Im Bild die Gemeindeverbindungsstraße Haßfurt-Augsfeld, die möglicherweise dafür infrage kommen könnte. Foto: Ulrike Langer
Eines der Ziele des "Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts" (ILEK), das die Allianz "Main & Haßberge" im Juni beschlossen hat, ist ein ländliches Kernwegenetz. Es soll bestehende Gemeindeverbindungsstraßen und Feldwege mit übergeordneter Erschließungsfunktion - die so genannten Kernwege - verbinden, um den geänderten Anforderungen in der Landwirtschaft Rechnung zu tragen. Bei der Auftaktveranstaltung im Rathaus in Haßfurt stellte Peter Pfeuffer das entsprechende Konzept vor.

Pfeuffer vertritt die "BBV Landsiedlung Würzburg GmbH". Das Engagement der staatlich zugelassenen Landgesellschaft unter der Trägerschaft des bayerischen Bauernverbands (BBV)zielt darauf ab, die heimische Landwirtschaft in ihrer betrieblichen Entwicklung zu unterstützen und den ländlichen Raum in Bayern zu stärken.
Wie der Sprecher der Allianz, der Thereser Bürgermeister Matthias Schneider (CSU), zu Beginn mitteilte, hätten die Städte Haßfurt und Königsberg sowie die Gemeinden Theres, Wonfurt und Gädheim drei Jahre an dem ILEK gearbeitet. "Ein wichtiger Baustein ist das ländliche Kernwegenetz", erklärte er. Immerhin werde das zu erstellende Konzept mit 75 Prozent der Kosten bezuschusst und auch die entsprechenden Baumaßnahmen würden gefördert werden.


Teils 30 Jahre alt

Oft müssen heutzutage landwirtschaftliche Güter über weite Strecken beziehungsweise von einer Gemeinde zur anderen transportiert werden. Auch werden Äcker immer mehr durch Maschinenringe oder leistungsstarke Betriebe einer Region mit entsprechend großem Radius bewirtschaftet. Dafür reichen die bestehenden, teils weit über 30 Jahre alten und verbrauchten Feldwege und Gemeindeverbindungsstraßen meist nicht mehr aus. Daher sollen nun die wichtigsten Wirtschaftswege im Kernwegenetz ertüchtigt beziehungsweise ausgebaut werden.
"Die Kernwege haben eine übergeordnete Erschließungsfunktion und sollen bestehende Hauptachsen in einem Raster von 1,5 bis zwei Kilometern verbinden", stellte Peter Pfeuffer fest. "Dabei sollen sie aber nicht die Ortschaften verbinden und auch nicht jedes Gewann (in mehrere Streifen aufgeteiltes Ackergelände, Anm. d. Red.) anbinden." Außerdem dienten die Kernwege nicht der Erschließung von Waldgebieten.

Die ausgewählten Straßen und Wege sollen eine 3,5 Meter breite, nach Möglichkeit asphaltierte Fahrbahnfläche sowie zwei jeweils 0,75 Meter breite Bankette erhalten. Damit sie den gestiegenen Ansprüchen der Landwirtschaft genügen, muss für eine geeignete Entwässerung gesorgt werden, die Radien müssen ausreichend groß geplant werden und die Einmündungen verkehrsgerecht ausgeführt werden.


Kommunen entscheiden

Welche Wege nun zu Kernwegen erhoben werden sollen, muss jede der fünf Kommunen mit ihren Stadt- und Gemeinderäten sowie ausgewählten Personen beispielsweise aus der Landwirtschaft festlegen. Als Handlungsgrundlage erhielt jeder Bürgermeister von Peter Pfeuffer eine Mappe mit den notwendigen Informationen und Flurkarten. Die Ergebnisse werden dann mit der BBV Landsiedlung besprochen und durch sie koordiniert.
Auch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten werden einbezogen und die Träger öffentlicher Belange um eine Vorabeinschätzung gebeten. Jede Kommune stellt außerdem die entsprechenden Zuschussanträge an das ALE.

Je nachdem, ob vorhandene Wege nur ausgebaut werden, ob für den Bau Flächen getauscht oder komplett neu verteilt werden müssen oder ob Radwege in Betracht gezogen werden, gibt es unterschiedlich hohe Zuschüsse. Diese reichen von rund 50 bis rund 85 Prozent und fließen aus EU-Mitteln, aus der Flurbereinigung oder vom Bayerischen Staat. Am Ende erhalten die Kommunen von der BBV Landsiedlung ein Umsetzungskonzept, in dem die zeitliche Reihenfolge von kurzfristig bis langfristig definiert ist.


Die Zeit drängt

Wie Peter Pfeuffer weiter ausführte, müssten die Kommunen baldmöglichst Gedanken über mögliche Kernwege anstellen und entsprechende Ortstermine mit ihren Beratern anberaumen. Zu den weiteren Schritten zählten dann die Abstimmung mit dem ALE, die Abstimmung des Konzeptentwurfs für das gesamte Allianzgebiet, die Einbindung der Träger öffentlicher Belange und der Fachstellen, die Einarbeitung ihrer Vorabeinschätzungen, die Erfassung des baulichen Zustands der Wege und die Abstimmung zwischen ALE und den Kommunen.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren