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Gesellschaft

Hindernisse sollen in Haßfurt verschwinden

Haßfurt hat ein Konzept erstellen lassen, um barrierefrei zu werden. Der Stadtrat informierte sich über die Untersuchungen in der Kernstadt.
Wer an Barrierefreiheit denkt, hat zuerst Rampen für Rollstuhlfahrer vor Augen. Wie diese Anlage am Haßfurter Rathaus.  Klaus Schmitt
 
von KLAUS SCHMITT
Die Stadt Haßfurt hat sich eine Mammutaufgabe gestellt. Sie will die Barrierefreiheit erreichen. Das dürfte Jahre dauern, aber der Anfang ist gemacht. Mit einem einstimmigen Beschluss im Stadtrat.

Das Stadtplanungsbüro FPZ Zeese Stadtplanung und Architektur aus Stuttgart hat in den vergangenen Monaten Haßfurt unter die Lupe genommen und ein Konzept "Barrierefreie Gemeinde der Stadt Haßfurt" entwickelt. Die Planer untersuchten ein rund 56 Hektar großes Areal. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Altstadt mit ihren Zugängen. An dem Projekt wurden das Stadtbauamt, das Landratsamt und die Regierung von Unterfranken beteiligt.

Am Montagabend lag dem Stadtrat bei der Sitzung im Rathaus die Endfassung vor. Die Verwaltung empfahl dem Gremium, dem Konzept grundsätzlich zuzustimmen. Was auch einstimmig geschah. Nun liegt es an der Stadt, einzelne Maßnahme zu priorisieren und anzupacken.

Zunächst einmal war es wichtig, "dass man einen Überblick bekommt", begründete Bürgermeister Günther Werner (FW) die Vorgehensweise. Das Gesamtkonzept ist erforderlich, um Fördermittel zu erhalten.

Bei dem Projekt gehe es darum, dass öffentliche Räume und Gebäude barrierefrei sind, sagte Petra Zeese von dem Stuttgarter Büro vor dem Haßfurter Stadtrat. Barrierefreiheit orientiere sich nicht nur an den Bedürfnissen der älteren Menschen, sondern gelte für alle, für Sehbehinderte beispielsweise ebenso wie für die junge Menschen, die durch eine Verletzung zeitweise auf Hilfe angewiesen sind. Sie und ihre Kollegen haben in Haßfurt untersucht, wie die Barrierefreiheit aussehen könnte. Das erarbeitete Konzept enthalte viele Vorschläge. Nach Zeeses Darstellung werden "viele kleine Schritte nötig".

Zeeses Kollegin Heide Buff wies darauf hin, dass Haßfurt in Sachen Barrierefreiheit schon einiges unternommen habe. Auf diesen Erfahrungen könne die Stadt aufbauen, sagte sie. Im Durchschnitt sei etwa ein Drittel der Zugänge zu den öffentlichen Gebäuden und Geschäften im Untersuchungsgebiet barrierefrei. Bei zwei Dritteln bestehe Handlungsbedarf. Bei den öffentlichen Plätzen, Wegen und Verkehrsanlagen sieht es nach ihrer Aussage ähnlich aus: Teilwiese bestehe Barrierefreiheit, teilweise seien nur einzelne Verbesserungen erforderlich, teilweise müssten Bündel von Maßnahmen ergriffen werden.

"Um eine flächendeckende Barrierefreiheit zu erreichen, braucht man einen langen Atem", betonte sie. Das heißt, viel Zeit, viel Planung, viel Geld und viel Abstimmungsbedarf sind notwendig, wie Heide Buff erläuterte. Der CSU-Stadtrat Michael Spies drückte die Langfristigkeit des Projekts schmunzelnd so aus: "Ich werde es nicht mehr erleben, bis die letzte Straße in Haßfurt barrierefrei ist."

Dritter Bürgermeister Stephan Schneider (SPD) fragte, ob bei den Untersuchungen auch Organisationen wie die Rummelsberger Diakonie oder die Lebenshilfe einbezogen wurden, die sich ebenfalls mit dem Thema Barrierefreiheit beschäftigen. Das sei bisher nicht geschehen, erklärten die beiden Planerinnen. Sie versicherten aber, dass deren Erkenntnisse zukünftig einfließen könnten.

Wie geht es nun weiter? Der Stadtrat nahm das Konzept zustimmend zur Kenntnis und beschloss im Grundsatz das Programm "Barrierefreie Gemeinde". Einzelne Maßnahme sollen nun angegangen werden; sie werden zunächst im Bauausschuss des Stadtrates diskutiert. Für die Umsetzung soll die Stadtverwaltung Vorschläge erarbeiten.
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