Haßfurt
Projekt

"Good morning everybody"

Beim bilingualen Unterricht an der Auguste-Kirchner-Realschule Haßfurt wird Geographie in Englisch gelehrt. Die Schüler sollen Englisch-Kenntnisse anwenden.
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Julia Schneider ist die erste Lehrkraft an der Auguste-Kirchner-Realschule Haßfurt, die bilingualen Unterricht gibt - Geographie in Englisch. Und die Schüler sind mit Feuereifer dabei. Foto: Sabine Weinbeer
Julia Schneider ist die erste Lehrkraft an der Auguste-Kirchner-Realschule Haßfurt, die bilingualen Unterricht gibt - Geographie in Englisch. Und die Schüler sind mit Feuereifer dabei. Foto: Sabine Weinbeer
Dass Studienrätin Julia Schneider ihre Klasse mit "Good morning everybody" begrüßt, ist nichts Besonderes, wenn sie Englisch unterrichtet. Gerade beginnt jedoch Geographie in der achten Klasse des sogenannten Französisch-Zweigs der Auguste-Kirchner-Realschule. Bilingualer Unterricht findet hier seit dem Schuljahresbeginn mit dem Ziel statt, die Sprachanwendung bei den Realschülern zu fördern. Wie gut das funktioniert, zeigt ein Besuch unserer Zeitung im Unterricht.
Eigentlich geht es um Rio, das Leben in den Favelas, aber zunächst sollen die Schüler ihre eigene Lebenssituation beschreiben - alles in Englisch. Die Meldungen sind zahlreich, niemand versteckt sich.


Andere Anforderungen

"In den ersten beiden Wochen wurde ein bisschen Unsinn gemacht, aber die Scheu war schnell abgelegt, und seitdem läuft es toll", erklärt Julia Schneider. Englisch und Geographie sind ihre Fächer, deshalb war es für sie nicht die ganz große Umstellung, obwohl Fachunterricht in einer Fremdsprache doch andere Anforderungen stellt. "Man arbeitet erst einmal mehr mit Bildern und Filmen, und ich stelle mich auf den Englisch-Lehrplan ein. Deshalb geht es auch bei uns derzeit um das Passiv", erklärt Julia Schneider.
In Geographie hat sich der bilinguale Unterricht auf jeden Fall bewährt. Mit Spannung erwarten die Lehrkräfte das nächste Schuljahr, denn dann wird auch Chemie bei Andrea Sieber in englischer Sprache unterrichtet - und da geht es dann um ganz anderes Vokabular. Die Studienrätin hat dafür in den vergangenen beiden Jahren ein weiteres Staatsexamen in Englisch abgelegt und freut sich auf die neue Aufgabe.


Wichtige Grundqualifikation

"Bilingualer Sach-Fach-Unterricht" nennt sich das Projekt im Rahmen des Programms RS 21 des Kultusministeriums. "Wir wollen die Schüler zum Sprechen bringen, träges Wissen abrufen", erklärt Realschuldirektor Hartmut Hopperdietzel. "Träges Wissen" ist für Pädagogen das, was man zwar gelernt hat, aber nicht anwendet. Englisch zu sprechen, das ist für viele Berufe, die von Realschülern angesteuert werden, eine wichtige Grundqualifikation, und deshalb hat die Auguste-Kirchner-Realschule den Einstieg in den bilingualen Unterricht gewagt.
Die Teilnahme ist den Schülern freigestellt - schließlich bedeutet das wegen des zusätzlichen Wortschatz-Lernens auch eine Wochenstunde mehr in dem betreffenden Fach. Aber das Interesse war groß, und das erwartet Hopperdietzel auch, wenn es um Chemie geht.


Noch mehr Möglichkeiten

Der "Bili"-Unterricht soll auf jeden Fall auf die neunten Klassen erweitert werden. "Grundsätzlich wäre das ab der fünften Klasse möglich, und auch IT könnte als Fach noch eingebunden werden", zeigt Hopperdietzel Möglichkeiten auf. Er freut sich darüber, dass sowohl sein Kollegium als auch die Schüler dem neuen Unterricht gegenüber so aufgeschlossen sind.
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