Begeistert und fasziniert von der Streuobstwiese, dem Anglersee und dem Lehrbienenstand in Kirchlauter äußert sich ILE-Managerin Ulla Schmidt: "Das ist ein tolles Gebiet für einen Erlebnispfad und daneben hat die Gemeinde Kirchlauter eine intakte Kultur- und Naturlandschaft, die mit touristischen Bausteinen aufbereitet werden sollte. Dazu zählen auch die Brennereien, die Mosterei und das Kneippbecken", betonte sie vor dem Gemeinderat, dem sie am Dienstagabend die Pläne für den "Genuss-Erlebnisweg" rund um die Ortsteile der Gemeinde vorstellte.

Die aktuelle Situation beschrieb sie so: "Es gibt den Lehrbienenstand und viele Tafeln mit vielen Themen. Diese müssten jedoch auf die wichtigsten Dinge reduziert werden. Nur Informationstafeln hauen heute keinen mehr vom Hocker. Manche Tafeln enthalten nur Text und das liest keiner. Wir müssen also zu einem einheitlichen Bild kommen."


Bedrohtes Naturerbe

Streuobstwiesen seien ein bedrohtes Kultur- und Naturerbe. An vielen Punkten seien jedoch die Bäume überaltert und durch die Flurbereinigung seien auch Bäume verschwunden. Dieses Naturgut sollte man jedoch erhalten, denn die Artenvielfalt sei wichtig für die Ökologie und letztlich auch für die Bevölkerung. Ziel sei es somit, die Wertigkeit der Streuobstwiesen darzustellen, pädagogisch aufzubereiten und die Bedeutung der Brennereien zu steigern.

Zielgruppen für den Genuss-Erlebnispfad seien Kinder und Jugendliche, Schulklassen, ein Fachpublikum sowie Naherholung Suchende und Wanderer.
Auf dem Rundwanderweg sollte die Bedeutung des Obsts als Nahrungsmittel und Delikatesse dargestellt werden. Dies könne Anreiz dafür zu sein, selbst Most zu pressen oder zu kaufen und vielleicht ein jährliches Most-Fest abzuhalten. Natürlich gehöre auch das Thema "vom Honig ins Glas" dazu.


Mit Edelstahl


Mit "Trageelementen aus Edelstahl" wolle man Informationen über Naturthemen auf moderne Art aufbereiten und dabei vorhandene Ansätze, auch den bestehenden Pavillon, einbeziehen. Dazu kämen ein Spielbereich, eine Feuerstelle sowie das Wegeleitsystem.

Auch eine erste Kostenzusammenstellung präsentierte ILE-Managerin Schmidt den Räten. Hauptkostenpunkt wäre die Erstellung des Konzepts mit Karten, Stationen, Flyer, Internet etc., die sie mit 70 136 Euro bezifferte . Dazu kämen Spielgeräte, Sitzgarnituren, Obstbäume, eine Feuerstelle, Wegebauarbeiten und die Figurenbeute. Dies mache eine Gesamtsumme von etwa 120 000 Euro aus. Zweiter Bürgermeister Reinhold Stöhr (SPD) betonte, dass mit der "Figurenbeute von Pfarrer Glockner" der Anfang schon gemacht sei und man das Projekt nun durchziehen wolle. Dabei könne man auch den Bauhof mit einplanen. Gemeinderat André Borschert(CSU) stellte die Frage nach den laufenden Kosten, die Ulla Schmidt als sehr gering ansah. Man könne sie gar vernachlässigen. "Die meiste Arbeit wird die Pflege der Obstbäume sein." Ortssprecher Helmut Sieghörtner hielt den für die Gemeinde verbleibenden Betrag für zu groß. Er sah auch die Gefahr, dass die Obstbäume nicht gepflegt würden, was in der Flur jetzt schon der Fall sei.


Genug "Baustellen"

Uwe Derra (FW) verwies auf Vereine, die schon Patenschaften für solche Dinge übernommen hätten. Michael Tischner (JL/RPA) wollte gerade diese Frage zuvor geklärt haben. "Wir sollten erst die Leute oder Vereine fragen und nicht erst 120 000 Euro investieren. Die Gemeinde hat schon jetzt viele Baustellen wie die Kinderspielplätze, wo ich schon lange angemahnt habe, und nichts geschehen ist. Das müssen wir erst erledigen, bevor wir eine neue Baustelle eröffnen", forderte er.
Martin Luckhardt (SPD) verwies auf andere derartige Erlebniswege und wollte wissen, wie hier die Erfolgs-Rückmeldungen seien. Dazu stellte Ulla Schmidt fest, dass dies mit den Verhältnissen und Lehrkräften vor Ort stehe und falle.
Man einigte sich darauf, die Angelegenheit mit Vereinen und Bürgern zu besprechen und in einer der nächsten Sitzungen zu entscheiden.