Fabrikschleichach. Die offizielle Freigabe der neu ausgebauten Kreisstraßen HAS 26 und SW 52 zwischen Fabrikschleichach und Hundelshausen am Donnerstag markierte auch "einen kleinen Rekord", wie Landrat Wilhelm Schneider vor Ort erklärte. In weniger als zwölf Monaten erfolgten nämlich die technischen Klärungen, alle Fachplanungen wie Wasserrecht und Landschaftsplanung, Ausschreibung und Bau - und das trotz zeitweise sehr widriger Wetterbedingungen, denn nicht nur beim Spatenstich im Juni schüttete es wie aus Eimern.


Günstige Bedingungen

Die Kreisstraße HAS 26, die dann in die SW 51 übergeht, ist die einzige Verbindung in Ost-West-Richtung zwischen dem Maintal und dem Tal der Rauhen Ebrach. Sie verbindet Fabrikschleichach mit Hundelshausen und führt zum Zabelstein, Ziel vieler Ausflügler.
Im Ausbauplan des Landkreises Haßberge war die Strecke zunächst für das Jahr 2019 vorgesehen, erklärte der Landrat. Doch die Rahmenbedingungen waren günstig und so konnte eine Teilstrecke von zwei Kilometern auf das Jahr 2017 vorgezogen werden, weitere 1,2 Kilometer werden noch im nächsten Jahr folgen. So beschloss das der Ausschuss für Bau und Verkehr im November letzten Jahres. Schneiders Dank galt allen, von der eigenen Tiefbauverwaltung über das Staatliche Bauamt und die Regierung von Unterfranken bis hin zu den Bayerischen Staatsforsten, die Grundstücke zur Verfügung stellen mussten, für die reibungslose Zusammenarbeit, die zusammen mit der hervorragenden Arbeit der Firma Stolz zu der schnellen Umsetzung beitrugen.


Trassierung verbessert

Mit dem Ausbau wurde auch ein Schwachpunkt der Trassierung beseitigt. Vor dem Ausbau gab es direkt an der Landkreisgrenze eine Gefällstrecke mit zwei engen Kurven, an denen es schon zu folgenschweren Unfällen gekommen ist. Dieser Bereich wurde nun den heutigen Regelwerken angepasst, so dass sich die Strecke zukünftig auch auf diesem Teilstück sicherer befahren lässt.
Um unnötige Versiegelung zu vermeiden, wurde die Fahrbahnbreite bei 5,50 Metern belassen.
Im Mittleren Bereich der Strecke wird der Ausbau erst im nächsten Jahr folgen. Hier befindet sich neben der Straße ein Amphibienbereich, weshalb die faunistischen Erhebungen länger dauerten..

Der zweite Bauabschnitt wird voraussichtlich vier Monate dauern. Der jetzt abgeschlossene Bauabschnitt kostet rund 880 000 Euro, wovon rund 280 000 Euro die Landkreise Haßberge und Schweinfurt finanzieren. Obwohl sich auf seinem Kreisgebiet nur 160 Meter der Straße befinden, freute sich auch Schweinfurts Landrat Florian Töpper über die derzeit "sehr solide Förderung" solcher Maßnahmen. Er freute sich sehr über die wieder hervorragende Landkreis-übergreifende Zusammenarbeit.


Aufwertung der Infrastruktur

Bürgermeister Matthias Bäuerlein dankte für die Aufwertung der Infrastruktur. Viele Rauhenebracher Bürger pendeln zu ihren Arbeitsplätzen und da spielt gerade die HAS 26 eine wichtige Rolle.
Ulrich Mergner vom Staatsforstbetrieb Ebrach bat, die Verkehrsteilnehmer trotz aller Verbesserungen der Fahrdynamik der Straße, daran zu denken, "dass sie durch ein Waldgebiet fahren" und ihre Geschwindigkeit entsprechend anpassen. Hier gibt es Wildwechsel, Laub, und Schatten, auf die es zu achten gilt. Die Staatsforsten bemühten sich zusammen mit dem Staatlichen Bauamt, Gefahren durch die Bäume von der Straße abzuwenden, doch müssten auch naturschutzfachliche Belange berücksichtigt werden.


Zusätzliche Messanlage


Beim Spatenstich hatten die Fabrikschleichacher deutlich gemacht, dass sie unter zu schnellen Fahrzeugen im Ort leiden. Dazu fanden mittlerweile verschiedene Zusammenkünfte statt, bei denen geprüft wurde, welchen Effekt verschiedene Maßnahmen zur Bremsung haben könnten. Leider berichteten sowohl Alfons Schanz vom Kreis-Tiefbau, als auch Manfred Rott vom Staatlichen Bauamt, dass Verkehrsinseln und andere Hindernisse meist nur wenig Wirkung zeigen. Bürgermeister Matthias Bäuerlein hat nun mit den Fabrikschleichachern vereinbart, dass die Gemeinde eine zusätzliche Geschwindigkeits-Messanlage anschafft, die einige Verantwortliche im Ort wechselnd an den drei Ortseingängen aufstellen können. "Wir sehen mal, welche Effekte das bringt und ziehen dann eventuell weitere Konsequenzen", so Bäuerlein am Rande der Straßenfreigabe.