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Natur

Großes Mausohr im Kreis Haßberge: Es flattert unterm Dach

Sie wohnen in Burgen und Schlössern und gehen nachts auf die Jagd: Große Mausohren. Infranken.de war bei einer Wochenstuben-Kontrolle dabei.
Eine geschwächte Jungfledermaus, die aus dem Dachgebälk des Burgpreppacher Schlosses gefallen ist; Biologe Jürgen Thein nimmt sie kurz darauf bei seiner Klettertour unters Dach wieder mit zur Kolonie - ob sie sich erholen wird, ist jedoch ungewiss. Einzelne Jungtiere fallen immer mal herab und finden nicht zurück zur Familie - dieses bekommt durch Zufall eine zweite Chance. Fotos: Andreas Lösch
 
von ANDREAS LÖSCH
Der geneigte Leser möge sich vorstellen, es ist mitten in der Nacht, sagen wir so gegen 4 Uhr, und es kommt jemand herein, der einem mit einer Taschenlampe ins Gesicht leuchtet. Zu Recht würde man sich beschweren, vermutlich schimpfend den garstigen Lampenträger aus dem Zimmer jagen. Die Großen Mausohren schimpften denn auch, als die Gruppe (es sind die Mitglieder des Arbeitskreises Fledermaus Haßberge und ein Reporter des Fränkischen Tags), ihre Wochenstube betrat.

Klar sei das eine Störung, sagt Dietmar Will, Biologe aus Haßfurt, im Flüsterton. Aber um die Tiere zu zählen, müsse man eben etwas näher an sie heran. Das geschieht jedoch so zurückhaltend wie möglich. Schon nach wenigen Minuten verlässt der Arbeitskreis Fledermaus, der zur Kreisgruppe Haßberge des Bundes Naturschutz gehört, den Dachboden des Schlosses Gereuth von Schlossherr Rupert Fechner wieder. 50 Weibchen und noch mal so viele Junge wurden hier gezählt.


Männchen bringt sich in Position

Eine relativ kleine Wochenstube, wie der Biologe Jürgen Thein vom Büro für Faunistik und Umweltbildung erklärt. Dann leuchtet er auf eine kleine Spalte unweit der Kolonie. "Da sitzt ein Männchen", sagt er. Die meisten männlichen Mausohren sind dieser Tage draußen als Einzelgänger unterwegs, dieser Herr jedoch habe sich schon mal vorsorglich in Position gebracht: Beginnt im September die Paarungszeit, will er offenbar einer der Ersten sein.

Die Säugetiere fliegen laut Joseline Griese, eine weitere Biologin, die die Wochenstubenkontrolle begleitet, nachts zum Käferjagen in den Wald und kehren tagsüber in die windgeschützten Dachstühle zurück, wo sie die Jungen versorgen. Die Männchen beteiligen sich an der Aufzucht nicht.


Reichlich Rosendünger

Insgesamt zwölf Wochenstuben im gesamten Landkreis besuchte der Arbeitskreis gestern. Eine der größten Kolonien wohnt seit Jahren im Schloss Burgpreppach, wo Schlossherrin Monika von Deuster die Besucher empfängt. Unter ihrem Dach werden an diesem Tag rund 1200 Tiere gezählt, seit fast zehn Jahren hält sich die
Mausohr-Zahl im Schloss über der 1000er-Marke. Um sie zu betrachten, muss man ein wenig klettern, aber man weiß genau, wo sich die Fledermäuse über einem befinden müssen: Krümelige Kothaufen am Boden deuten darauf hin. Stört das nicht? Nein, sagt Deuster, denn das Zeug findet praktische Verwendung: "Das ist der beste Rosendünger."
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