Ebern
Wochenend-Bilanz

Eine Kerwa mit Würze, aber auch Blattschüssen

Mehr Pilze als Pils sorgten in Ebern für Missmut. Der Markt mit Spiele-Land am Sonntag war aber gut besucht.
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Dass die Kirchweih in Ebern  an Substanz einbüßt, beklagte die Schausteller-Familie, die seit drei Generationen auf den Festplatz kommt.
Dass die Kirchweih in Ebern an Substanz einbüßt, beklagte die Schausteller-Familie, die seit drei Generationen auf den Festplatz kommt.
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Fünf Anmeldungen zum Kerwa-Schafkopfrennen: Abgesagt! Rundmarsch der Kirchmusikanten: Abgesagt mangels Musiker. Festzelt am Rummel? Gar nicht aufgebaut. Bis Sonntag musste man um das Wochenendvergnügen bangen, das in früheren Jahren der Stadt schon vier Festzelte beschert hatte.
Dass nicht nur Tristesse über der Stadt lag, dafür sorgten der verkaufsoffene Kirchweihmarkt samt Spiele-Land am Sonntag sowie zwei "Satelliten": die Fleisch- und Wurstfreunde Heubach zogen wieder einen Tanzabend auf, der "gepfeffert" war, und die Pilzwanderung des Bund Naturschutz in Reutersbrunn zog über 100 Teilnehmer bis aus den Landkreisen Würzburg, Bamberg und Bad Kissingen an. "Die haben uns am Samstag und Sonntag förmlich überrannt,", freute sich Herbert Stang als Organisator und Sachverständiger. Obwohl er in vielen Fällen Antiwerbung betrieb: "Der schmeckt scheußlich, die stinken fürchterlich", wusste er bei vielen Findlingen. Über 120 Arten trugen die Wiss- und Bissbegierigen in einer Stunde rund um dem Jugendzeltplatz zusammen. Darunter auch Exoten wie einen dunkel-violetten Schleierling. Und sogar zwei Steinpilze, obwohl Stang deren Zeit noch gar nicht gekommen sah.
Mit Gelassenheit beantwortete der Apotheker im Ruhestand am Samstag wie am Sonntag die Unmenge an Anfragen.
Um lukullische Genüsse ging es auch beim Kirchweihtanz der Fleisch- und Wurstfreunde, wozu die Band "Late night" mit tollem Sound aufrockte und schnell die Tanzfläche füllte. Im Ess-Wettbewerb ging es diesmal um Gulasch in drei Schärfe-Graden. Sechs Teilnehmer stellten sich der Herausforderung, sich den Mund mit Chili zu verbrennen. Zwei gaben vor der Schlussrunde auf. Es siegten Christine Gemmer in der Damenwertung und Lukas Reinwand bei den Herren.
Moderater gewürzt ging es in den Gasthäusern zu, die gut besucht waren. Auch eine Blitzumfrage in Geschäften lässt auf gute Resonanz am verkaufsoffenen Markt schließen. "Ich kann nicht klagen", so ein Chef.
Dies tat indes die Schausteller-Familie am Rummel, die sich über ein fehlendes Zelt ärgerte. "Die Leute kriegen keine Bratwurst und kein Bier mehr. Wenn das so weitergeht, fragen wir uns, ob wir überhaupt noch kommen", schimpfte die Senioren-Chefin, deren Familie in dritter Generation und seit über 40 Jahren in Ebern Gast ist. "Bürgermeister Feulner hat uns früher mit Handschlag begrüßt. Jetzt geht's nur über Schriftverkehr. Etwas mehr Entgegenkommen wäre schon schön."
Der Aufwand und die Auflagen hatten auch bei Metzgerin Marion Müller den Entschluss reifen lassen, kein kleines Festzelt mehr am Rummel aufzustellen. Auch wird gemunkelt, dass sogar für die Stadträtin die Standgebühr kräftig angehoben worden sei. Dazu die Schausteller: "Mal schauen, was wir für eine Rechnung bekommen. Dann sehen wir weiter."
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