Oberaurach
Sensibilisierung

Eine Inspiration zum Vogelschutz

Oberauracher Grundschüler haben Bilder für ein Vorlese- und Bilderbuch mit dem Titel "Rosalie, das Rotkehlchen und seine Nachbarn" gemalt.
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Mit Feuereifer waren die Oberauracher Grundschüler dabei, am Bilderbuch des Umweltbildungszentrums mitzuwirken. UBIZ-Leiterin Bettina Stroh (hinten am Tisch rechts) lieferte fachliche Details für die Malereien.Sabine Weinbeer
Mit Feuereifer waren die Oberauracher Grundschüler dabei, am Bilderbuch des Umweltbildungszentrums mitzuwirken. UBIZ-Leiterin Bettina Stroh (hinten am Tisch rechts) lieferte fachliche Details für die Malereien.Sabine Weinbeer
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Die ganze Klasse von Nadine Buld wird zu Buch-Illustratoren - an der Grundschule Oberaurach läuft gemeinsam mit dem Umweltbildungszentrum (UBIZ) ein ganz besonderes Projekt. Das Ergebnis wird ein Vorlese- und Bilderbuch mit dem Titel "Rosalie, das Rotkehlchen und seine Nachbarn" sein. Illustriert wird das Buch von Günter Mayer, der jedoch die Kunstwerke der Oberauracher Grundschüler integriert.
Mehr Sensibilität für die heimischen Singvögel und Bereitschaft, sich im Vogelschutz zu engagieren - das ist das Ziel des aktuellen Projektes des UBIZ, das sich "Hoch-Zeit für Vögel" nennt. Dazu gehören verschiedene Aktivitäten wie die "Vogelberingung zum Mitmachen" im Rahmen des Ferienprogramms, verschiedene Vorträge und Artikel über Ergebnisse aus der Vogelforschung, Workshops zu den heimischen Singvogelarten, eine Filzwerkstatt "Blaumeise" und die Herstellung von artgerechtem Vogelfutter. Auch die Streuobstwiese, die das UBIZ in direkter Nachbarschaft gepachtet hat, wird als Lebensraum für Singvögel und Steinkauz sowie als Freiluft-Labor für die Vogelforschung einbezogen.


Rosalie bei Abenteuern begleiten

Und schließlich soll ein Kinderbuch entstehen, das schon Fünfjährige auf spielerische Weise mit den Vogelarten vertraut macht. Das Buch lädt die Kinder ein, Rosalie ein Jahr lang bei ihren Abenteuern zu begleiten. Dabei erfahren sie viel über Rosalies Nachbarn und ihre Lebensweise.
Bettina Stroh und Christine Thorn haben diese Geschichte den Oberauracher Viertklässlern bereits vorgelesen und das Titelbild des Buches vorgestellt. Dieses zeigt den Garten, in dem sich Rosalies Leben vor allem abspielt. So konnten die Kinder sich in ihre Aufgabe hineindenken. Dazu gab es noch jede Menge Informationen über die Tiere des Waldes und die Singvögel. Auch Illustrator Günter Mayer war dann dabei, als die Farben herausgeholt wurden. Mit viel Fantasie, aber auch Sachkenntnis entstanden viele bunte Bilder. Immer wieder wurde der Rat der beiden Fachfrauen vom UBIZ, aber auch der des Grafikers gesucht, denn schließlich landen die Kunstwerke in einem Buch - das ist für viele schon sehr aufregend.
Günter Mayer wird jetzt von jedem Kind mindestens ein gemaltes Motiv auswählen und in seine Hintergrundgrafiken für das Bilderbuch einarbeiten. Und die Oberauracher Grundschüler werden alle ihre Namen in dem Buch finden.


Nachwuchsprobleme

Dass es höchste Zeit ist, die heimischen Singvögel ins Bewusstsein zu rücken, dafür braucht Bettina Stroh, die Leiterin des UBIZ, nicht einmal wissenschaftliche Studien, sondern ihr genügt ein Blick auf die Aktiven im Bereich Artenschutz. "Die Vereine klagen schon heute über Nachwuchsprobleme. Wir wollen mit dem Projekt Hoch-Zeit für Vögel auch junge Menschen wieder für den Natur- und Artenschutz begeistern", erklärt Bettina Stroh.
Die Fachhochschule Weihenstephan hat im Rahmen einer Studie die Vogelartenkenntnis bayerischer Schüler über alle Schularten hinweg untersucht und dabei herausgefunden, dass die Schüler nur ein Drittel der häufigsten zwölf Gartenvögel kannten. Acht Prozent der Schüler kannten keinen einzigen Vogel. "Das Bewusstsein, dass der Mensch ein Geschöpf unter gleichwertigen anderen ist, wird in der Kindheit gebildet, und deshalb ist es wichtig, dieses Bewusstsein auch so früh wie möglich zu vermitteln", erläutert Bettina Stroh. Man schütze nur, was man kennt, das sei ein bekannter pädagogischer Ansatz: Niemand vermisse den Ruf der Wachtel, der sie nicht kannte. Immer weniger Kinder bauten in der modernen Gesellschaft und zunehmenden Urbanisierung eine Beziehung zur Natur auf. Das habe entscheidende Folgen für das Konsumverhalten und den Umgang mit lebenswichtigen Ressourcen.
Diesem Trend will das UBIZ mit dem Projekt und dem Bilderbuch entgegenwirken. Erscheinen soll das Buch im kommenden Jahr.
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