Haßfurt
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E-Mobilität und Energie ins Bewusstsein gerückt

Bedeutende Zukunftsthemen standen im Fokus des "Tages der Energie und Mobilität" am verkaufsoffenem Sonntag in Haßfurt, der unter schlechtem Wetter litt.
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Trotz des kalten und regnerischen Wetters freute sich Energieberater Günther Lieberth (links), der am "Tag der Energie und Mobilität" in Haßfurt an einer der städtischen E-Ladesäulen am Marktplatz Aspekte der Elektromobilität erläuterte, über eine gute Resonanz.Ulrike Langer
Trotz des kalten und regnerischen Wetters freute sich Energieberater Günther Lieberth (links), der am "Tag der Energie und Mobilität" in Haßfurt an einer der städtischen E-Ladesäulen am Marktplatz Aspekte der Elektromobilität erläuterte, über eine gute Resonanz.Ulrike Langer
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So hervorragend die Idee des Stadtmanagers Marc Heinz war, einen "Tag der Energie und Mobilität" am verkaufsoffenem Sonntag in Haßfurt zu veranstalten, so miserabel war das Wetter. Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, Dauerregen und sogar Schneefall verleideten den meisten Bürgern den Besuch der Kreisstadt. Dennoch wurden die Angebote in der Rathaushalle, am Marktplatz und vor allem im Mehrgenerationenhaus stark nachgefragt, so dass das Fazit von Marc Heinz insgesamt positiv ausfiel.
E-Mobilität - beim Auto und beim Fahrrad, Energiesparen, Energiegewinnung und körperliche Bewegung standen als bedeutende Zukunftsthemen im Mittelpunkt des Tages. So freute sich Energieberater Günther Lieberth, der an einer der städtischen E-Ladesäulen am Marktplatz die Funktion des Ladevorgangs und andere relevante Aspekte der Elektromobilität erläuterte, über die relativ starke Resonanz. Immer wieder kamen ganze Gruppen von interessierten Bürgern mit ihren Fragen zum Kauf eines Elektrofahrzeugs auf ihn zu. "Leider können Händler diese Fragen oft nicht oder nur unvollkommen beantworten", hatte Lieberth festgestellt, der seinen Renault Zoe mitgebracht hatte.
Der zertifizierte Energieberater Andreas Binder vom Baubüro Binder "Casa-Aktiv" hätte sich mehr Nachfragen gewünscht. "Die wenigsten Leute wissen, dass sie bei einer energetischen Wohnhaussanierung sowohl bei Einzelmaßnahmen als auch bei einer Komplettsanierung staatliche Fördermittel erhalten können", teilte er mit. "Dies betrifft unter anderem den Fenster- und den Heizungstausch, die Dach- und die Fassadendämmung, aber beispielsweise auch die Badsanierung, die Erneuerung der Elektro-Installation, die Errichtung eines Zugangsweges oder eines Pkw-Stellplatzes bei einem altengerechten Umbau." Wichtig sei, sich von einem Energieberater beraten und informieren zu lassen und den Antrag für eine KFW-Förderung (KFW = Kreditanstalt für Wiederaufbau) rechtzeitig vor einer Maßnahme zu stellen. Nicht nur, dass man bei einer Komplettsanierung 60 Prozent der Energiekosten sparen könne, auch die Beratungskosten würden mit mindestens 50 Prozent gefördert.
Ebenfalls in der Rathaushalle zeigte die Extreme Arts Academy eine öffentliche Trainingseinheit, bestehend aus Kickboxen und Mixed Martial Arts (gemischte Kampfkünste). Der Inhaber der Academy, Denny Krüger, und sieben Athleten zeigten mit einem Mix aus Sparringskämpfen und Technikübungen, wie sie sich für den kommenden World Cup in Österreich vorbereiten.
Über sehr viele Gäste mit Liebe zur Bewegung freuten sich Gudrun Greger, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, und ihre Mitarbeiter, die von ehrenamtlich Tätigen unterstützt wurden. So nahmen rund 15 Besucher an der Trainingseinheit "Mit und fit - Begegnung durch Bewegung - Aktivität für Körper und Geist" mit Simone Geruschke und Lisa Geyer teil, während über 20 Mitglieder und Gäste mit dem "Tanz mit - bleib fit"-Tanzkreis der Generationen unter Leitung von Christine Poepperl und Christine Pecht verschiedene Tänze einstudierten.
Guillermo Sanchez Cordero, ein Flüchtling aus Kuba, der vom MGH unterstützt wird und als freiwillig Mitarbeitender das Angebot des MGH mit seinem Tanz- und Gesangstalent bereichert, animierte mit seinem "Samba-Mobil" gut 20 Frauen und Männer zum Mittanzen lateinamerikanischer Tänze.
Die Kinder wiederum bastelten mit dem Team der Mittagsbetreuung des BRK-Kreisverbandes. "Wir freuen uns sehr, dass uns der Stadtmanager in diesen Tag eingebunden hat. So haben wir auch etliche neue Leute kennen gelernt und konnten ihnen unsere Angebote vorstellen", berichtete Lisa Geyer.
Für das leibliche Wohl war im Café Bistro des Mehrgenerationenhauses "Offener Treff" mit veganen Speisen gesorgt, während die Besucher im Rathaus Kaffee und Kuchen genießen konnten. Dies war unter anderem ein Grund für Christoph Weber aus Sylbach, nach Haßfurt zu kommen. Er hatte sich besonders für die E-Bikes des Bike-Stores interessiert und nach dem Kuchenessen mit seinen beiden Söhnen noch das MGH besucht und einen kurzen Rundgang durch die Stadt gemacht.
"Wir wollten mal sehen, wie hartgesotten die Haßfurter sind", sagten Alexander Ambros aus Knetzgau und seine Freundin Michaela Rögner schmunzelnd. Sie nutzten die Gelegenheit, mal nach den ausgestellten Elektrofahrzeugen zu sehen. "Langfristig wird das ein Thema, auch für uns", sagte Alexander Ambros, der auch mit einer Solaranlage liebäugelt. Er hat vorbildlich gehandelt, da er vor der Sanierung seines Hauses einen Energieberater zu Rate gezogen hatte.
Im Regen beziehungsweise Schnee standen die Mitarbeiter des THW Haßfurt, die den Besuchern eigentlich ihre Stromaggregate zeigen wollten. "Wir haben ein 400-Kva- (Kilovoltampere) und ein 40-Kva-Aggregat sowie einige kleinere Aggregate, so dass wir Häuser mit Strom versorgen können, Strom in das Stromnetz einspeisen oder zum Beispiel für Krankenhäuser, das Landratsamt, die Kläranlage oder die Altenheime eine autarke Stromversorgung anbieten können", teilten die Mitglieder mit.
Letztlich zeigte sich der Stadtmanager Marc Heinz zufrieden mit dem Tag, vor allem mit dem Engagement aller Mitwirkenden. "Es war gut, dass wir das Thema ,E-Mobilität und Energie' ins Bewusstsein gerückt haben und auch die Autohäuser animieren konnten, E-Fahrzeuge, Hybridfahrzeuge und verbrauchsarme Autos auszustellen", sagte er.
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