Untermerzbach
Faschingsumzug

Die letzten wollen die Ersten sein

Auch im Fasching marschiert die Politik voran: Beim Gaudiwurm durch Untermerzbach kamen die Schwarzen ganz in Weiß - doch ohne Blumenstrauß.
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Robert Bohla und Gerald Karl, Gemeinderäte aus dem Ortsteil Wüstenwelsberg "beschwerten" sich, dass sie am Ende des Faschingszuges gehen mussten.Helmut Will
Robert Bohla und Gerald Karl, Gemeinderäte aus dem Ortsteil Wüstenwelsberg "beschwerten" sich, dass sie am Ende des Faschingszuges gehen mussten.Helmut Will
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Am Faschingsdienstag hat der Wilde Westen Untermerzbach Einzug gehalten. Die Bewohner der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sonnenhof kamen im Wildwest-Outfit zum Faschingsumzug und führten einen überdimensional großen Indianerhäuptling mit. Sie und auch alle anderen Teilnehmer waren aber friedlich und nicht auf dem Kriegspfad.

An der Spitze des Zugs lief Bürgermeister Helmut Dietz, flankiert von seinem ZweitenBürgermeister Siegfried Kirchner und Gemeinderat Norbert Scheichenost. Gleich dahinter sorgte die Blaskapelle Gereuth für Stimmung beim Zug durch die Ortsstraßen.
Die Schwarzen vom örtlichen CSU-Ortsverband kamen ganz in Weiß, in der Montur von Köchen. Für die Landtagswahl in Bayern gaben sie ein klares Konzept aus und hatten für ihren "Brei" die Zutat dabei: "Viele Köche verderben den Brei". Damit sollte laut Ortsverbandsvorsitzender Birgit Finzel ausgedrückt werden, dass in Bayern nur die CSU das "Regierungssüppchen" kochen und so ein Chaos wie im Bund vermieden werden sollte.

"Wir flattern hungrig hier herum, das Glyphosat bringt und bald um", und "Dank Glyphosat gibt's keine Blumen mehr, wir Schmetterlinge haben's schwer." Die "Schmetterlinge" der Damengymnastikgruppe des VfL Untermerzbach entsagten den Einsatz von Glyphosat.

Die Feuerwehr Gereuth hatte diesmal kein "Feuerwehrproblem", sondern eines mit ihrem Neubaugebiet, wo Schmetterlinge und Fledermäuse das "Häuslebauen" junger Leute verhindern. "Das ist mies, kein Bauen im Paradies." Das Baugebiet ist offensichtlich in Frage gestellt: "Neubaugebiet Gereuth? Kein Haus wegen dunklen Wiesenknopf, Ameisenbläuling und Fledermaus."

Mit ihm Umzug lief die bunte Kinderschar des Kindergartens "Sonnenschein" Memmelsdorf. Die Fußballer des SVMU wiesen auf zehn Jahre Spielgemeinschaft hin und blickten optimistisch nach vorn.

Robert Bohla und Gerald Karl, Gemeinderäte aus dem Ortsteil Wüstenwelsberg, und Ortssprecherin Marion Leonhardt aus Gereuth "beschwerten" sich, dass sie am Ende des Faschingszugs gehen mussten. Den Grund lieferten sie gleich mit: "Woll'n wir beim Umzug an der Spitze laufen, müssten wir erst ein Haus in Merzbach kaufen." Aber trotzdem schmollten sie nicht.
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