Die Sänger, das kleine Orchester, der Leiter und die vielen Helfer erhielten nach der Aufführung in der Stadthalle in Haßfurt langen Applaus.
In dem Musical des Braunschweiger Domorganisten und Experten in Sachen Kinderchorleitung, Gerd-Peter Münden, wird die Geschichte von Joseph und seinen Brüdern aus dem Alten Testament eindrucksvoll erzählt. Der Text von Brigitte Antes ist der Sprache der Kinder angepasst und trägt heitere Züge. Vor allem aber werden die Botschaften der biblischen Geschichte in dem Singspiel anschaulich dargestellt: dass man auch einmal über sein Leben reflektieren und eigene Schwächen erkennen sollte, dass es gut ist, anderen Menschen zu helfen und ihnen ihre Fehler zu verzeihen, und dass Gott die Menschen auf ihrem Weg stets begleitet.

Joseph übertreibt das Spiel


Im Mittelpunkt steht Joseph, der von seinem Vater Jakob stets bevorzugt wird und deshalb seinen Brüdern gegenüber hochmütig auftritt. So verkaufen sie ihn als Sklaven nach Ägypten.
Doch dort steigt er aufgrund seiner Fähigkeit, Träume deuten zu können, zum Ratgeber des Pharaos auf. Er empfiehlt seinem Herrn, in den im Traum vorhergesagten sieben guten Jahren Korn für die sieben mageren Jahre zu lagern, und rettet damit das ägyptische Volk.

Die bessere Wahl: das Verzeihen


In den mageren Jahren kommen die Brüder zu ihm und betteln um Hilfe. Sie erkennen den Bruder nicht. Joseph findet heraus, wer sie sind. Hin und her gerissen zwischen dem Zorn auf seine Geschwister und dem Wunsch, ihnen zu helfen, entscheidet er sich für den richtigen Weg: Er verzeiht und hilft ihnen, weil er erkannt hat, dass Gott ihm seinen Weg vorherbestimmt hat.
Von den Musikern bestens begleitet, agierten die jungen Sänger selbstbewusst. Mit Begeisterung und bestens vorbereitet sang der Chor die mitreißenden, nicht immer einfachen Melodien, während einige Kinder in Solistenrollen zu hören waren. So hatte sich Christoph Reinhart an die Partie des Joseph gewagt, die er trotz beginnendem Stimmbruch gut meisterte. Herrlich anzuhören war seine Schwester Anna Reinhart, die die Rolle seiner Frau übernommen hatte. Ausdrucksvoll sang Theresa Friedrich den Part des Pharaos, Julia Pataky bezauberte als Amtmann, Jule Scheuring ließ ihre schöne Stimme in der Rolle des Mundschenks erklingen, und Lena Will beeindruckte als Bäcker. Doch die Buben und Mädchen überzeugten nicht nur durch ihren Gesang, sondern auch als Schauspieler und Tänzer. Für die gefühlvolle Begleitung sorgten Regine Geisler (Klavier), Lisa Wiener (Flöte), Mark Göpferich (Klarinette), Regina Lüders (Violine), Matthias Schick (Cello) und Hansjörg Haasis (Kontrabass). Nach dem Schlussapplaus hob Matthias Göttemann die Aufführung als Gemeinschaftsprojekt von Schülern, Eltern, Lehrern, Musikern und der Kirchenmusik in den Haßbergen hervor.

Die Sänger


Den Musicalchor, Wahlunterricht am Gymnasium Haßfurt, bilden: Lea Baumann, Theresa Friedrich, Lukas Hauck, Salome Helbig, Sophie Hochrein, Benedikt Krahnert, Paulina Manietta, Shanequa McGee, Lena Neuberth, Madlen Nierada, Michaela Ott, Eva und Julia Pataky, Anna und Christoph Reinhart, Hanna Rudolph, Jule Scheuring, Jan, Louisa und Maren Schneider, Rebecca Welzel, Lena Will und Linda Wohlleber.