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Wirtschaft

Berufsausbildung gibt Sicherheit

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat die Arbeitslosen-Statistik für den Landkreis näher untersucht.Menschen ohne Ausbildung sind besonders gefährdet.
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Symbolbild Foto: Archiv
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Im Jahr 2016 lag die Arbeitslosenquote im Landkreis Haßberge bei 3,2 Prozent. Doch die Risiken, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, sind je nach Bildungsstand "sehr ungleich verteilt", weiß die Gewerkschaft, wie der DGB Haßberge in einer Mitteilung erklärt. Besonders von Arbeitslosigkeit betroffen sind den Angaben zufolge An- und Ungelernte. Konkret bedeutet dies: Für Menschen mit abgeschlossener betrieblicher oder schulischer Berufsausbildung betrug die Arbeitslosenquote 2,7 Prozent und für Akademiker sogar nur 1,6 Prozent, während sie bei Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung bei 8,6 Prozent im Landkreis lag.

Besonders hoch ist das Risiko für gering Qualifizierte, von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen zu sein, betont der Kreisverband Haßberge des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Im Landkreis liegt der Anteil an Langzeitarbeitslosen bei Menschen ohne Berufsausbildung bei 29,7 Prozent. Der Anteil der Ungelernten an allen Arbeitslosen beträgt 33,9 Prozent.

Zum Vergleich: Bei Menschen mit einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung liegt der Anteilswert an verfestigter Arbeitslosigkeit bei 20,6 Prozent. Der DGB fasst zusammen: "Insgesamt schützt eine abgeschlossene Berufsausbildung vor Arbeitslosigkeit." Das Risiko, aus Beschäftigung arbeitslos zu werden, ist bei Fachkräften mit einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung mit 0,5 Prozent unterdurchschnittlich.


Geld ist da

Damit sich die Arbeitslosigkeit nicht verfestigt, ist es laut Gewerkschaft wichtig, jetzt zu handeln, um Langzeitarbeitslosigkeit möglichst gar nicht erst aufkommen zu lassen. Der Vorsitzende des DGB-Kreisverbands Haßberge, Sandy Koppitz, fordert: "Wir brauchen eine regionale Qualifizierungsoffensive. Bei der guten konjunkturellen Lage ist in der Arbeitslosenversicherung derzeit genügend Geld vorhanden, um die verfügbaren Instrumente für berufliche Bildung und abschlussbezogene Weiterbildung zu nutzen. Jetzt kommt es darauf an, zu handeln und möglichst viel in die Nachqualifizierung von gering Qualifizierten zu investieren."

Für Beschäftigte steht das Programm WeGebAU der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung, mit dem gering Qualifizierte oder ältere Beschäftigte in Unternehmen gefördert werden können, um sie weiter zu qualifizieren und so vor Arbeitslosigkeit zu schützen. Unternehmer, die Arbeitnehmer weiterbilden, können Weiterbildungskosten erhalten. Bei der Weiterbildung von gering Qualifizierten werden sogar Lohnkostenzuschüsse für die weiterbildungsbedingten Ausfallzeiten gezahlt. Mit WeGebAU können aber auch Qualifizierungen von Beschäftigten kleinerer und mittlerer Betriebe mit bis zu 250 Beschäftigten unterstützt werden.


Appell ans Jobcenter

"Bei Hartz-IV-Bezug sind jedoch die Jobcenter gefragt. Hier muss deutlich mehr in abschlussbezogene Weiterbildungen investiert werden", fordert Sandy Koppitz weiter. red
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