Da kehrte einer mal nicht vor der eigenen Haustür: Manfred Fausten beklagte sich bei der Bauausschuss-Sitzung am Mittwochabend bitterlich über den Zustand einiger Gehsteige in der Steinberg-Siedlung. Namentlich nannte er Beethoven- und Max-Reger-Straße. "Ich hab' das dem Bauhofleiter schon mitgeteilt", wetterte der CSU-Vertreter. "Der weiß um die Probleme und hat mich auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die es durch überhängende Äste von Privatanwesen, aber auch noch unbebauten Grundstücke gibt. Da muss die Stadt doch mal durchgreifen und notfalls selbst aktiv werden und denen eine Rechnung schreiben", forderte Fausten.

Womit er beim Bürgermeister offene Türen einrannte. "Die Probleme sind bekannt und in Arbeit", versicherte Jürgen Hennemann (SPD), der aber auch auf die Rechtslage verwies. "Wir müssen die Anrainer erst zwei Mal anschreiben, nur dann ist eine Ersatzvornahme mit Rechnung möglich." Bauamtsleiter Manfred Lang ergänzte, dass viele Gehwege im Stadtgebiet nicht in Ordnung seien, da es immer wieder Absackungen gebe. "Wer mit offenen Augen durch die Stadt läuft, wird das schnell erkennen."

Bei einem anderen Thema hatte Manfred Fausten ebenso wie sein Parteikollege und Namensvetter Markus Fausten ein "dickes Lob" für die Stadtverwaltung ob der zügigen Vorlage von Varianten parat. Aufgrund einer Ortsbesichtigung durch den CSU-Ortsverband waren in Bischwind einige Mängel aufgetaucht, die als Liste und in Schriftform dem Bürgermeister vorgelegt worden waren. Zu den meisten Punkten vermeldete Hennemann bereits Vollzug durch den Bauhof. "Das ist erledigt oder in Arbeit", versicherten Bürgermeister und Bauhofleiter Christian Raehse.

So sei auch der Friedhofsweg ausgebessert worden. "Aber alle Unebenheiten sind nicht komplett ausgleichbar", verwies Raehse auf den schwierigen Untergrund. "Da gibt's aber Bedenken der Berufsgenossenschaft", war Markus Fausten gesagt worden. "Welche Berufsgenossenschaft soll das denn sein?", staunte der Bauhofleiter. "Da gibt 's eine für kirchliche Einrichtungen", wusste Manfred Fausten. "Ich habe auch schon einen Vertreter von dort über unseren Friedhof geführt." Raehse fand, dass in Bischwind keine Unfallgefahr bestehe.

Nicht weiterverfolgt wird die Anregung, die Außenmauer unterhalb einer Linde im Kirchenareal weiter nach außen zu versetzen. Der Bürgermeister: "Der Aufwand wäre riesig und ist nicht vertretbar, zumal auch keine Notwendigkeit zu erkennen ist."

Ein anderes Problem soll demnächst in einer Bürgerversammlung in Bischwind erörtert werden: Wie geht es mit dem Baugebiet "Ziegelleite" weiter? "Da gibt es eine erschließungsrechtliche Problematik", hat Bürgermeister Hennemann herausgefunden. "Egal, wie wir es anpacken, die Altanlieger müssten die Erschließung mitzahlen und wenn wir das den Leuten sagen, wird sich die Begeisterung in Grenzen halten", schaute der Bürgermeister schon mal voraus.
Eine Alternative, die Markus Fausten, in die Diskussion einbrachte, wurde schnell zu den Akten gelegt: "Vielleicht kann man am alten Sportplatz etwas machen?" Eine Idee, mit der sich weder der Bürgermeister noch Bauamtsleiter lange beschäftigen wollten. Martin Lang: "Das würde nie genehmigt", da es doch einen rechtskräftigen Bebauungsplan "Ziegelleite" gebe, ergänze Hennemann. "Dann würde ein ganz neues Verfahren losgehen, mit Ausgleichsflächen und allem drum und dran."