Ebern
Amtseinführung

Angesehener Schul- und bald auch Baumeister

Am Eberner Gymnasium wurde der Bamberger Martin Pöhner nun offiziell Schulleiter und Oberstudiendirektor.
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Beförderungs- statt Ernennungsurkunde: Die Ministerialbeauftragte überreichte Oberstudiendirektor Pöhner (links) die Urkunde...Fotos: Ralf Kestel
Beförderungs- statt Ernennungsurkunde: Die Ministerialbeauftragte überreichte Oberstudiendirektor Pöhner (links) die Urkunde...Fotos: Ralf Kestel
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Seit einem Jahr nimmt er die Führungsaufgabe im Friedrich-Rückert-Gymnasiums (FRG) bereits wahr. Sehr zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten und Partner wie auch der Schüler, wie bei der offiziellen Amtseinführung als Schulleiter am Mittwoch über Martin Pöhner geurteilt wurde. Der berufliche Aufstieg des 40-Jährigen wurde mit zwei weiteren Amtshandlung versüßt: Zum einen wurde Pöhner selbst zum Oberstudiendirektor befördert, zum zweiten wurde ihm mit Studiendirektor Steffen Schlüter nunmehr ein offizieller Stellvertreter an die Seite gestellt.

Grund zur Freunde also. Sogar Situationskomik hielt Einzug in eine Veranstaltung, die in der Regel von trockenen Reden bestimmt ist. Dass dem nicht war, schafften die Schülersprecher Vincent Weis, Stefan und Lena Lang samt der Video-Interviews mit vielen Schülern zum neuen Chef, wie auch Zweiter Bürgermeister Harald Pascher, den eine Parallele mit Pöhner verbindet: Beide sind FDP-Einzelkämpfer in ihren Stadträten. Der eine in Ebern, der andere in Bamberg.


Bürgermeister als Entertainer

Deswegen schien Pascher für das Grußwort der Stadt prädestiniert, als Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) kurzfristig den Rückzug antrat und sein Rede-Manuskript dem perplexen Pascher in die Hand drückte. Der machte aus der Not eine Tugend und lockerte damit zur allgemeinen Erheiterung die gesamte Veranstaltung auf: "Mir geht es jetzt wie damals vor 35 Jahren, ich komme vollkommen unvorbereitet in diese Schule. Ich habe zwar einen Spickzettel, aber den habe ich nicht selber geschrieben. Daher mein Tipp an alle Schüler: Schreibt Eure Spickzettel lieber selber, bei den Spickzetteln anderer wird's schwierig."

Und so rühmte der Zweite Bürgermeister aus dem Stegreif heraus die gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Stadt und bat den neuen Schulleiter seine "gute Laune und lockere Art beizubehalten", zumal er jetzt nicht mal als Undercover-Schulleiter fungieren müsse.

Beim Geschenk, so Pascher weiter, könne die Stadt nicht so großzügig sein wie der Landkreis. "Vom Landrat bekommst Du einen einen kompletten Schul-Neubau von uns einen Bierkrug." Weil den aber das Ebern-Wappen ziere, könne er sich damit auch in seiner Heimat- und Bierstadt Bamberg sehen lassen.


Neubau als Statement

Mit dem Neubau hatte Pascher eines der bestimmenden Themen neben der pädagogischen Ausrichtung angesprochen, die den neuen FRG-Chef in den nächsten Jahren beschäftigen werden.

Und selbst Landrat Wilhelm Schneider (CSU) sprach von einer Mammutaufgabe, einer 26-Millionen-Investition in das mittelgroße, innovative Bildungsunternehmen namens Friedrich-Rückert-Gymnasium und Ebern.
Schneider, der Pöhner zur Bewerbung geraten hatte, schwor seinen Wunschkandidaten auf harte Zeiten ein. "Voraussichtlich beginnt die Baumaßnahme 2019 und wird vier bis fünf Jahre dauern, was schon ein langer Zeitraum ist und der Schulbetrieb neben Baulärm und Staub gelingen muss." Schneider: "Ich bin aber sicher, dass wir mit Martin Pöhner den richtigen Mann als Koordinator und Baumeister vor Ort haben, der das alles schafft." Schneider bürgerte den Bamberger auch gleich ein: "Sie sind jetzt hier daheim."

Dabei gab Pöhner zu, dass er vor seiner ersten Fahrt zum Zweitschuleinsatz vor 15 Jahren nach Ebern noch nie im Landkreis gewesen war. "Ich war damals schon am E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium in Bamberg gewesen und hatte einen Kreis von 30 Kilometern um Bamberg gezogen und mich für Ebern beworben. Und hatte das große Glück, dass es klappte. Zwischenzeitlich habe ich mich in den Landkreis verliebt, für mich als Historiker bedeuten schon allein die Fahrten vorbei am Rentweinsdorfer Schloss sehr viel. Am Unterricht hatte ich stets viel Spaß, egal als ob Sozialkundelehrer in der Kollegstufe oder als Leiter einer fünften Klasse."

Er bescheinigte seinem Team in der Schulleitung wie auch dem Kollegium, den Schülern und Eltern eine tolle Zusammenarbeit. Enebso den Verantwortlichen im Landratsamt, wenn irgendwelche Wasserströme durchs Dach kamen. So seien schon viele Ideen der Schulgemeinschaft in die Neubaupläne eingeflossen.

Positiv bewertete auch Ministerialbeauftragte Monika Zeiywer-Müller den Beförderten. "Schon Ihre früheren Schulleiter haben Sie für höhere Aufgaben weiterempfohlen und als engagierten Funktionsträger charakterisiert." Was auch Eckard Roeß und Tobias Mück für Elternbeirat und Personalrat so sahen.
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