Haßfurt
Jeder gegen Jeden

    Abgesichert in die Rente

Vor der Bundestagswahl haben wir die Kandidaten zum verbalen Schlagabtausch geladen. Heute: Frank Hertel (Linke) fordert Sabine Dittmar (SPD) heraus.
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Die Regeln unserer Serie "Jeder gegen jeden" zur Bundestagswahl sind denkbar einfach: Jeder Kandidat darf jedem anderen Kandidaten eine Frage stellen. Nach der Antwort des Befragten hat der Fragesteller noch die Möglichkeit, darauf zu reagieren.
In diesem (letzten) Teil unserer Serie befragt der Linken-Kandidat Frank Hertel die SPD-Abgeordnete Sabine Dittmar zum Thema Rente.

Frank Hertel: Bedeutet das Einfrieren des Rentenniveaus eine Abkehr von der Rentenreform Schröders und müsste das Rentenniveau nicht steigen, um einer Massenarmut vorzubeugen und die Ausgaben für Grundsicherung im Alter nicht uferlos werden zu lassen?

Sabine Dittmar: ?Wenn es um die Altersvorsorge geht, erwarten die Bürgerinnen und Bürger von der Politik zu Recht Seriosität, Respekt, vor allem aber Zuverlässigkeit. Die Rente ist kein Feld für Experimente oder falsche Versprechungen. Wie werde ich im Alter abgesichert sein - und wird meine jahrzehntelange Arbeit wertgeschätzt? Die SPD beantwortet diese Fragen mit einem verlässlichen und wohlüberlegten Rentenkonzept.
Dazu gehört erstens, das Absinken des Rentenniveaus umgehend zu stoppen. Wir garantieren ein Rentenniveau von mindestens 48 Prozent, um damit die finanzielle Grundlage für ein auskömmliches Leben im Alter zu legen. Mit einer gesetzlich festgeschriebenen Beitragsgrenze sorgen wir dafür, dass die Rentenbeiträge die Marke von 22 Prozent nicht überschreiten. Übrigens paritätisch finanziert - zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Diese Grenzen bilden die doppelte Haltelinie, ein Fundament für eine verlässliche gesetzliche Rente, die den Lebensstandard im Alter sichert. Auf das Sinken des Rentenniveaus hat die Union übrigens keine Antwort: Sie will es weiter absinken lassen: auf bis zu 43 Prozent im Jahr 2030.
Wir verankern zweitens eine gesetzliche Solidarrente für langjährig Beschäftigte, die viel gearbeitet, aber wenig verdient haben. Das Alterseinkommen wird zehn Prozent über dem Grundsicherungsanspruch liegen. Während wir entschieden gegen prekäre Arbeitsverhältnisse kämpfen, vergessen wir nicht diejenigen, die jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge gezahlt haben.
Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters lehnen wir drittens entschieden ab. Wir wollen, dass Menschen gesund und leistungsfähig in Rente gehen. Bereits in dieser Legislaturperiode haben wir für flexiblere Übergänge gesorgt, dazu Maßnahmen der Prävention und Rehabilitation gestärkt. Diesen Kurs setzen wir fort.

Frank Hertel: Die Wähler/Innen haben ein Recht auf Seriosität und Ehrlichkeit. Deshalb muss man sagen, dass die Rentenreform und prekäre Beschäftigungen von Rot-Grün unter Schröder eingeführt wurden. Da in unserem Rentenmodell auch Selbstständige und Beamte einzahlen, ist eine Mindestrente von 1050 Euro möglich. Arbeitgeber zahlen den selben Beitragssatz wie die Arbeitnehmer. Damit ändern wir die Rentenreform von SPD und Grünen.
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Hinweis der Redaktion: Argumente und Thesen stammen von den Kandidaten und sind redaktionell nicht gegenrecherchiert und auch nicht irgendwie bearbeitet. Mit diesem Teil endet unsere Serie "Jeder gegen jeden". Dabei haben die CSU-Abgeordnete Dorothee Bär und AfD-Kandidatin Andrea Klingen nicht mitgemacht.

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