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Region  // Haßberge

Geo-Tag

Zum Teil sensationelle Funde ausgegraben

Reger Betrieb herrschte beim "Geo-Tag der Artenvielfalt" auf dem einstigen Kasernengelände in Ebern, der mit einer großen Feldforschungsaktion verbunden war. Dabei war es für viele Fachleute das Ziel, auch verschollen geglaubte Arten wieder zu entdecken und auch einen Beitrag zu ihrer Erhaltung zu leisten.
Genau hingeschaut haben die aus ganz Deutschland angereisten N aturexperten.Fotos: Barbara Herbsr, Günther Geilung und Ralf Kestel
 
von GÜNTHER GEILING
Fachvorträge, Ausstellungen und geführte Exkursionen gaben einen großen Einblick in die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren auf dem großen Gelände. Über 550 verschiedene Arten waren nach einem Tag schon bestimmt. "Zum Teil sensationelle Funde, die in Bayern auf der roten Liste gefährdeter Arten stehen, oder schon als verschollen galten", wie beispielweise der Wanzen-Experte bei der Abschlussveranstaltung am Samstagabend Bilanz zog.

Das war das Ergebnisse vieler Experten bei diesem Geo-Tag in Ebern, die aus ganz Deutschland und Österreich angereist waren, um in unberührte Natur einzutauchen. Auffallend war, dass man zahlreiche Frauen und Männer mit Netzen sah, die Schmetterlinge im Blick hatten.

Biologin Simone Weber aus Ludwigsburg interessierte die Artenvielfalt im Kasernengelände allgemein und sie war auch nicht das erste Mal auf diesem Gelände. "Ich habe mit Valentina Krause studiert, die jetzt hier in Ebern beim Bund Naturschutz tätig ist, deswegen war ich auch schon ein paar Mal hier. Es ist ganz toll, dass man hier auf dem Gelände der Natur freien Lauf lässt und das tut ihr auch sichtbar gut. Es gibt hier viel zu sehen. Ich habe mir hier schon einmal von der Orchideenpracht begeistert. Die sind aber jetzt schon abgeblüht."

Auch die Einheimischen wie Lothar Schineller und Sohn Roman waren gefragt, denn sie beweiden mit ihren Shrop-Shire-Schafen über 7,5 Hektar an Fläche unter den Photovoltaikanlagen. Lothar Schineller zeiget dabei mit sichtbarem Stolz seine Schafe. "Diese Schafe sind eine alte Hausrasse. Ein Bekannter hat diese Schafe in seiner Christbaumkultur eingesetzt. Und das mit großem Erfolg, weil sie diese nicht verbeißen. Ich habe mich hier informiert und 14 Tage später kamen die ersten Schafe hierher auf das Gelände. Sie fressen nur Gras, andere würden vielleicht die Kabel anfressen."

Gegenwärtig sieht man 28 "lebende Rasenmäher" in der Photovoltaikanlage, die das Gras kurz halten und mit ihrem Dung für ausreichend Nährstoffe sorgen sollen. "Aber das ist eigentlich zu wenig für die Größe des Geländes. Unser Ziel sind ca. 50 Schafe", wagte Schineller einen Blick in die Zukunft.

Beim Gang durch das Gelände sah man in regelmäßigen Abständen Besucher, die ihre Köpfe in die Hecken oder das Gras steckten oder mit dem Fernglas nach Vögeln Ausschau hielten. Und da sieht man schon in der Nähe der Schafe den "Neuntöter". Klaus Mandery ergänzt: "Die Weibchen sind jetzt voll am Brüten und wir haben auf jeden Fall neu bis zehnPaare bei uns gesehen."

Weiter oben stehen drei Schüler mit einem Tisch und einem Kessel an einer Wegkreuzung und bieten einen "Hexentrunk" an. Sie hoffen natürlich, dass viele Besucher davon Gebrauch machen und sich dabei ihren Trank selbst zusammenrühren mit Löwenzahn, Spitzwegerich, Blätter von der Linde und anderem mehr. "Auch ein Haar vom Kopf gehört dazu, aber nicht von unserem, sonst hätten wir ja bald eine Glatze. Vielmehr sollen sie sich ein eigenes Haar herausreißen und dazu geben", meint Kathleen, die schon öfter bei Aktionen in der Natur dabei war.

"Ganz wichtig ist natürlich beim Umrühren auch der Zauberspruch", ergänzt Sina, die zugibt, dass sie sich bisher nur im Garten etwas mit Pflanzen auseinander setzte. Sie verrät den Spruch "Nun rühret alles zusammen. Sprecht gute Wünsche hinein und so wird es ein Wundermittel sein."

Bei der Begegnung mit anderen Besuchern erfährt man auch so manches Neue. Eine Frau meint mit großer Entdeckerfreude. " Wir haben einen tollen gelben Falter vorgefunden. Als wir auf den Kopf gedrückt haben, hat er die zwei unteren Flügel gezeigt und die waren orange." Andere sprachen vom Wiesenkopfameisen-Bläuling oder dem Nashornkäfer und am Wasser natürlich von Libellen oder der Wand für den Eisvogel.

Klaus Mandery berichtete auch von großen Fledermausvorkommen. "Wir haben in einer Nacht 16 Gigabyte von Fledermäusen aufgenommen und so viele Fledermäuse vorgefunden, dass wir die Hände über dem Kopf zusammenschlugen."

Auch die große Essigrose wurde in Beständen unter die Lupe genommen und auf ihr nach der Dickfühlerweichwanze gesucht, die in Deutschland nur noch in Ebern nachgewiesen ist. Die Essigrosen-Dickfühlerweichwanze ist denn nun auch "das neue Lieblingstier in unserer Redaktion", wie Jens Schröder der stellvertretende Chefredakteur der Zeitschrift "Geo" scherzte. Er kündigte für die Septemberausgabe ein 16-seitiges Sonderheft in Zusammenhang mit dem Tag der Artenvielfalt in Ebern an. Des Weiteren gibt es Videos auf der Geo-Homepage sowie in diversen Fernsehsendungen.

In Bewegung waren auch die Kinder der Waldkindergartengruppe, die im Zelt Theater spielten, Lieder sangen und dafür viel Beifall erhielten.


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