Region // Haßberge
Keine Zwangsgelder im Landkreis eingezogen
Fast 6700 Personen hat das Landratsamt in Haßfurt nach Vorgaben der Europäischen Union zu ihren Wohn- und Lebensverhältnissen befragt. Diese Art Volkszählung verlief im Landkreis Haßberge nahezu reibungslos.
Es geht darum festzustellen, wie viele Einwohner das wiedervereinigte Deutschland hat. Und darüber hinaus, wer alles in Europa wohnt und welche Verschiebungen sich in den vergangenen Jahren ergeben haben. Das Landratsamt in Haßfurt war damit beauftragt, diese Volkszählung, bekannt geworden unter dem Namen Zensus 2011, für den Landkreis Haßberge umzusetzen. Gestern bei der Sitzung in Haßfurt des Kreisausschusses erklärte Verwaltungschef Horst Hofmann, wie die Befragung organisiert wurde und wie sie gelaufen ist. Die Bilanz fiel positiv aus: 19 von 20 Bewohnern hätten den Fragebogen ausgefüllt, sagte er im Kreisausschuss (einem Gremium des Kreistages).
Der Zensus hatte vier Bestandteile. Zum einen wurden Daten der Meldebehörden erhoben sowie Gebäude und Wohnung gezählt. Die Aufgaben des Landkreises sind laut Hofmann die Punkte drei und vier gewesen: Haushaltsstichproben abwickeln und Daten zu Sonderbereichen (in der Regel alle Art von Wohnheimen) zu erheben.
Im Landkreis Haßberge waren von der Haushaltsstichprobe 1997 Haushalte mit 6677 Personen betroffen.
An Sondereinrichtungen mussten 42 Objekte abgefragt werden. Die Erfassung der Daten mittels Fragebögen wurde von insgesamt 60 Interviewern umgesetzt. "Von den 1997 Adressen wurden im ersten Zug über 95 Prozent Antworten erreicht", erklärte Hofmann. In 57 Fällen seien Heranziehungsbescheide (Hinweis auf die gesetzliche Verpflichtung zur Teilnahme, die Red.) erlassen worden, wodurch weitere 43 Rückantworten erreicht wurden.
Wer gar nicht antwortete, bekam ein Zwangsgeld verordnet. In 14 Fällen war das im Landkreis der Fall. Es sei aber kein Zwangsgeld eingezogen worden: In sechs Fällen wurde die Antwortpflicht noch erfüllt, für acht Fälle war eine Klärung nicht möglich. Der finanzielle Aufwand von über 100 000 Euro (hauptsächlich für die Personalkosten) wird dem Landkreis voraussichtlich in voller Höhe vom Staat ersetzt.
Die Ergebnisse für den Zensus 2011 werden laut Horst Hofmann im Frühjahr 2013 bekannt gegeben. Zu erwarten seien etwa im Bereich Bayern starke Verschiebungen der Bevölkerung in Richtung Südbayern, erklärte er.
Zensus 2011: Wofür soll das gut sein?
Der Zensus ist im Grunde genommen eine Volkszählung. Zuletzt wurde die Bevölkerung Deutschlands im Jahr 1987 gezählt. Auf Grundlage dieser Daten wurde die aktuelle Einwohnerzahl bislang mit einem statistischen Verfahren ermittelt, der sogenannten Bevölkerungsfortschreibung. Doch das Verfahren wird ungenauer, je älter die grundlegenden Daten sind. Experten gehen davon aus, dass etwa 1,3 Millionen Menschen im Land an einem Ort registriert sind, an dem sie nicht mehr wohnen. Dies wirkt sich etwa auf die Verteilung von Steuermitteln aus, die sich nach der Einwohnerzahl richtet.
















