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Zehntes Wirtshaussingen beim "Morgenroth"

Volkslieder aus vielen Kehlen. Prächtige Stimmung. Im Gasthaus Morgenroth in Neubrunn fand zum zehnten Mal ein Wirtshaussingen statt. Die Mitglieder eines 60-köpfigen "Chores" amüsierten sich prächtig.
Franz Rödelmaier und Maria Wolfschmidt gaben den Takt bzw. die Lieder vor. Fotos: Ralf Kestel
 

Singe, wem Gesang gegeben. Eigentlich herrscht montags im Gasthaus Morgenroth Ruhetag. Doch diesmal schallt's hinaus: "Horch, was kommt von draußen rein", klingt die Einladung bis auf den Parkplatz, die Gassenhauer sind auch in der Hauptstraße noch vernehmbar. Wirtshaussingen mit Franz Rödelmaier an Gitarre und Akkordeon, verstärkt durch Maria Wolfschmidt aus Welkendorf mit ihrer "Steierischen".

Das Duo, das sich mitunter die Akkorde zuruft, sorgt nicht nur für Stimmung unter den rund 60 "Goldkehlchen", sondern auch für medizinische Prophylaxe: "Das Singen macht die Brust frei und du kannst wieder viel besser schnaufen", erzählt Gosbert Gehring in einer Pause, ehe er wieder voller Inbrunst bei jedem Lied einstimmt. Das passt der Einstieg: "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein."

Vollblutmusiker am Werk


Auch Robert Hämmerlein trällert fröhlich mit, ein Vollblutmusiker. An diesem Montag hat er die Probe bei der Haßbergkapelle ausfallen lassen und der Kirchlauterer ist "übern Berg" zu seinem Freizeitchor gefahren. "Ich singe gerne und habe schon 1973 damit im Kufi-Chor angefangen", erzählt der Noch-59-Jährige.

Das Repertoire für dieses zehnte Wirtshaussingen in Neubrunn (jeweils zwei Mal im Jahr) hat "Profi" Rödelmaier sorgsam ausgewählt. Durch vielerlei solcher Gastspiele hat er längst ein Gespür dafür entwickelt, was ankommt. "Ich hoffe, ihr habt gute Laune mitgebracht", gab er gleich zu Beginn die Losung aus, und VHS-Leiterin Herta Strätz wünschte als Mitveranstalterin "viel Spaß und Freude". Beide sollten nicht enttäuscht werden.

Chorgesang seit 90 Jahren


Seit über 90 Jahren wird im Ort im Chor gesungen, wie ein Wimpel, der an der Wand des Nebenzimmers hängt, bezeugt. Der Fernseher im Nebenzimmer bleibt an diesem Abend aus. Günther Jauch und seine angehenden Fragen-Millionäre hatten ebenso keine Chance wie der Bauer, der eine Frau sucht.

Stattdessen war der Müller lustvoll auf Wanderung und entdeckte "kein schöner Land in dieser Zeit". Und noch jemand sorgte dafür, dass die Melodie "Du liegst mir im Herzen" sinnbildlich umgesetzt wurde: Hannelore Gehring gab eine weitere Gesundheits-Einheit - Training der Lachmuskeln, da sie die Pausen des Musiker-Duos nutzte, um einen Witz nach dem anderen zu erzählen. Die Opfer dabei waren meist die Ehepartner, bei Dialogen wie solchen: "Wo warst denn Du so lang? - Im Schönheitssalon! - Und warum bist ned dran kumma?"

Nach so viel Spott wurde es volksmusikalisch-politisch. Mehrstimmig intoniert wurde "Die Gedanken sind frei", fast eine Hymne des Liberalismus'. Ob sich jemand über den Text Gedanken gemacht hat?

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