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Rückzieher

Windparkpläne geknickt und am Boden

Die GUT Haßberge hat wegen des Artenschutzes zu hohe Risiken im Genehmigungs- verfahren am Tonberg erkannt und zieht die Reißleine.
Wie einst das defekte Windrad am Bretzenstein liegen die Pläne für den Energiepark im Bürgerwald jetzt am Boden. Archivfoto: Ralf Kestel
 
von RALF KESTEL
Die Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis Haßberge mbH (GUT Haßberge) stoppt die Planung für den "Bürgerwindpark Bürgerwald" auf dem Tonberg. Wie bereits in unserer Montagsausgabe vermutet, werden als Grund für diese Entscheidung die Ergebnisse aus faunistischen Untersuchung genannt.

Die darin gewonnenen Erkenntnisse bezüglich der geschützten Arten Wespenbussard, Schwarzstorch und Graureiher haben sowohl Geschäftsführung als auch Aufsichtsrat der GUT einvernehmlich von dem Projekt Abstand nehmen lassen, heißt es in der von Geschäftsführer Wilfried Neubauer versanden Presseerklärung.


Risiko einer Gehnemigung zu hoch

In Verbindung mit den Unwägbarkeiten bezüglich des Verhaltens der im Haßwald vorkommenden und streng geschützten Wildkatze werden die Risiken für eine artenschutzrechtliche Zustimmung der Genehmigungsbehörden als zu hoch eingeschätzt. Die mit hohen Kosten verbundene Projektentwicklung wird eingestellt. "Damit wird es aus derzeitiger Sicht keine weiteren Windenergieprojekte im Landkreis Haßberge geben", so Neubauer.

Der Aufsichtsrat der GUT legt laut Neubauer Wert auf die Feststellung, dass die Gemeinschaft der GUT Haßberge, bestehend aus den Kommunen, dem Landkreis und dem Bauernverband, weiterhin nach Kräften an einer nachhaltigen Energieversorgung im Landkreis Haßberge arbeite.

Die Eigenstromversorgung privater Haushalte und öffentlicher Einrichtungen sowie die Elektromobilität seien Schwerpunkte der weiteren GUT-Tätigkeit.

Das in Paris von der Weltgemeinschaft getroffene Klimaschutzabkommen, das mittlerweile neben China und den USA auch von der Bundesrepublik Deutschland ratifiziert wurde, verpflichte zur schnellen und vollständigen Umstellung der gesamten Energieversorgung bis zum Jahr 2050.

"Alle Bürgerinnen und Bürger, die zu diesem Ziel der Sicherung der Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen beitragen wollen, sind aufgerufen, die Arbeit der GUT zu unterstützen, die Angebote der GUT zu nutzen und sich aktiv in diese Zukunftsaufgabe einzubringen", appelliert Neubauer.

Seitens der Kirchlauterer Bürgerinitiative wollte keiner der Sprecher zu dieser Kehrtwende von Haßfurt aus Stellung nehmen. "Wir warten erst noch die nächste Sitzung des Eberner Stadtrates ab", klang bei Ralph Bremicker fast etwas Skepsis durch.


An Gesetze gehalten

Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) indes betont, dass "wir als Stadt immer gesagt haben, dass wir die Prüfung des Windkraftprojektes ermöglichen und im Verfahren alle gesetzlichen Vorgaben einhalten werden. Stehen arten- und naturschutzrechtliche Belange gegen die Verwirklichung des Projektes, wie jetzt erkannt, werden wir uns an die geltenden Gesetze halten." Dies hätten übrigens auch der Landkreis und die GUT immer gesagt, und entsprechend gehandelt.

Hennemann: "Klimapolitisch halten ich persönlich und die Mehrheit des Stadtrates den Verzicht auf Windkraft in unserem Stadtgebiet für falsch."

Er geht in seiner Stellungnahme auch auf die Informationsweitergabe an die Bürgerschaft sowie den Planungsablauf und -stand ein. "Wir befanden uns ganz am Anfang des Verfahrens und es wurde noch kein Bebauungsplanverfahren mit Beteiligung der Bürger eingeleitet. Das wäre alles noch gekommen."

Die Stadt habe über die öffentliche Diskussion vor der Entscheidung im Stadtrat über die Fraktionen in Gesprächen mit Bürgern immer offen informiert. Die Entscheidung, nach reiflicher Überlegung, ob das Projekt auf den Weg gebracht werde, habe der Stadtrat getroffen. "Der ist dafür auch zuständig."
Hennemann reicht die Hand: " Ich würde mich freuen, wenn das Engagement, das einige Bürger gegen die Windräder aufgebracht haben, in ein gesellschaftliches ehrenamtliches Engagement für die Allgemeinheit im Naturschutz, im sozialen oder Vereinsbereich eingebracht werden würde."


Keine weitere Diskussion mehr

Auf ein jüngstes Schreiben aus den Stadtteilen, das Hennemann in weiten Teilen für unqualifiziert, weil mit falschen Behauptungen argumentiert wird, und unter die Gürtellinie abzielend hält, will er bei der Bürgerversammlung am Donnerstag eingehen.
Kurzer Prozess: Zum weiteren Procedere meint der Bürgermeister, dass der Stadtrat am 25. Oktober seinen Beschluss vom 9. Juni aufheben könne. "Ein weiterer Beschluss und eine Beratung des von sieben Stadträten eingereichten Antrags zur nochmaligen Beratung erübrigen sich, ebenso eine weitere Diskussion des Projektes."

zum Thema "Windpark Bürgerwald"

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