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Region  // Haßberge

Ermittlungsverfahren

Wer schoss auf den unglücklichen "Lucky"?

Wegen eines toten Hundes, der nord-östlich von Neubrunn auf einem Kleeacker gefunden wurde, ermitteln die Polizei in Ebern und das Veterinäramt. Möglicherweise wird die Leiche wieder ausgegraben.
Karin Müller und Roland Söldner mit den Plakaten, die sie aufgehängt hatten, um ihren "Lucky" wieder zu finden. Er lag tot auf diesem Acker und wurde dort auch vergraben, wie das Kreuz zeigt. Im Hintergrund im Tal erkennt man am Waldsaum einen Hochsitz. Fotos: Ralf Kestel
 
von RALF KESTEL
Sein Name hat ihm kein Glück gebracht. "Lucky" ist tot. Der sechs Jahre alte Dingo-Mischling wurde erschossen auf einem Feld in Richtung Pettstadt/Hohe Straße von einem Landwirt aufgefunden. In ihrer Verzweiflung über den Verlust ihres "Familienmitgliedes" hatten sich die Hundehalter an unsere Zeitung gewandt. Durch die Recherchen unserer Redaktion hat sich nun auch die Tierschutzbeamtin des Veterinäramtes, Simone Nowak, eingeschaltet und Strafanzeige erstattet.

Die Polizei in Ebern hat am Mittwoch umfangreiche Ermittlung in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt angekündigt. "Bei einer sinnlosen Tötung eines Wirbeltieres handelt es sich um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz", heißt im Polizeibericht aus Ebern.

Weil sich bislang niemand bei der Polizei meldete und auch die befragten Jagdpächter verneinten, den Hund erschossen zu haben, laufen die Ermittlungen zunächst gegen Unbekannt und es wird um Hinweise gebeten, die zur Aufklärung des Falles führen könnten (Tel.09531/9240).

Der 47-jährige Hundehalter hatte am 3. Juni der Polizei in Ebern telefonisch mitgeteilt, dass sein Hund entlaufen sei. Gleichzeitig startete Roland Söldner zusammen mit Karin Müller eine Suchaktion mit Rundfahrten in der Flur und mittels Aushängen im Dorf.

Schon öfter ausgebüxt
Das Paar war am Tag zuvor am Abend aus dem Urlaub zurückgekehrt. Und da hatten sie erfahren, dass "Lucky" der Mutter, die ihn in Obhut genommen hatte, eine Stunde zuvor ausgebüxt war. "Die Mutter war mit den Nerven fix und fertig", erzählt Karin Müller im Gespräch mit unserer Redaktion.

"Er ist schon öfter ausgerissen", gibt die Tierfreundin zu. "Ist aber stets wieder zurückgekommen." Auch ihr ist bewusst, dass "Jäger das Recht haben, frei laufende Hunde in ihrem Revier zu erschießen", so Karin Müller in ihrem Leserbrief, zumal er "schon einmal einem Has' nachgerennt ist", wie Roland Söldner ergänzt.

Dass "Lucky" erschossen wurde, ist für das Paar unstrittig. "Er hatte eine Wunde an der Seite und aus dem Einschussloch hatte das Blut nur so gequackert. Das war ein gezielter Schuss gewesen. Wir wissen, dass dies erlaubt ist, aber muss man den Hund einfach liegen lassen?"

Das mag die Amtstierärztin Simone Nowak auch nicht verstehen und das mit dem Abschuss sieht sie ganz anders. "Man kann einen Hund nicht einfach so erschießen", interpretiert sie den Paragraf 42 des Jagdgesetzes.

Darin steht, dass Revierinhaber befugt sind, wildernde Hunde und Katzen zu töten, wenn sie dem Wild nachstellen. Aber, so die Tierärztin, dazu muss man den Hund schon verfolgen und irgendwo im Revier einige Risse gefunden haben. "Und selbst dann darf man nicht einfach rumballern, sondern verwarnt zunächst einmal die Hundehalter."

Die Veterinärin geht vom Verdacht auf eine Straftat aus. "Wenn die Jagdpächter nicht in Frage kommen, dann rennt da irgendwo einer herum, der anderen Leuten ihr Eigentum wegschießt."

Deswegen drängt Nowak auf Aufklärung. Weil die Hundehalter trotz eines Anrufs bei der Polizei keine Anzeige gestellt hatten, holte sie dies nach .

Und weil auch die Kugel nicht rausgeholt wurde, könnte auch dies noch nachgeholt und das Tier wieder ausgegraben werden. Ein Kreuz markiert die Stelle, an der "Lucky" von Herrchen und Frauchen vergraben wurde. "Wenn er gleich gefunden worden wäre, hätte ich ihn zum Tierarzt gebracht, um die Kugel herauszuholen", trauert Karin Müller verpassten Chancen nach.

Für Veterinärärztin Simone Nowak ist es unstrittig, dass jemand - egal wer - der ein Tier erschießt, dies der Polizei oder dem Veterinäramt melden muss. "Liegen lassen geht nicht."

zum Thema "Schüsse auf Hund Lucky"



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